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| SHK Profi - Navigation | 27.09.2017

Aus der Sicht des Schornsteinfegers

Kondensat bei Brennwertheizungen

Dass das Kondensat von Brennwertheizungen unterschätzt wird, habe ich bereits ausführlich beschrieben. Neben der Menge ist auch die Aggressivität als schweflige Säure nicht zu unterschätzen. Materialien und Vorschriften müssen unbedingt beachtet werden. Einleitung ins Erdreich ist verboten!

  • Kondensat versickert unzulässig im Erdreich

  • Siphon stark verschmutzt, kurz vor der Verstopfung

  • Kupferleitung zersetzt – nicht zugelassen als Kondensatablauf

  • Kondensatleitung aus Kunststoff gebrochen

  • Abwassertrichter – stark verschmutz, kurz vor der Verstopfung

  • Verstopfte starre Kondensatleitungen

  • Stark „verschlammte“ starre Kondensatleitungen

  • Verstopfte flexible Kondensatleitung

  • Installationsfehler: Kondensatleitung darf nicht dicht mit dem Abwassersystem verbunden sein. Rückstaugefahr ins Gerät

Den wichtigen Siphon, der zu jeder Brennwertheizung dazugehört, habe ich schon ausführlich beschrieben. Die volle Funktionsfähigkeit muss gewährleistet sein. Er ist oft verschmutzt oder gar verstopft. Defekte Siphons können nicht nur Schäden durch Feuchtigkeit verursachen, sondern auch Abgase können unkontrolliert austreten.

Der Siphon gehört zum Gerät. Die anschließende Ableitung des Kondensats wird vom Heizungsbauer individuell in Abhängigkeit der Örtlichkeit verlegt. Die richtige Verwendung von geeigneten und zugelassenen Materialen, wird dabei vorausgesetzt. Kupfer gehört nicht dazu.

Wenn Kunststoffe verwendet werden, ist darauf zu achten, dass diese frei und nicht geknickt verlegt werden. Auch ein ausreichendes Gefälle ist von enormer Wichtigkeit.

Überprüfungen

Bei den wiederkehrenden Überprüfungen von Brennwertheizungen achtet der Schornsteinfeger auch auf die ausreichende und sichere Ableitung des Kondensates. Neben defekten Leitungen stellen wir aber zunehmend stark verschmutzte oder gar verstopfte Rohre fest. Selbst der Abwassertrichter, in den die Kondensatleitung offen enden muss, ist oftmals stark verschmutzt und durch die Ablagerungen verstopft. Oftmals sind Abwassertrichter sogar so verbaut, dass eine regelmäßige Kontrolle oder gar eine Reinigung erschwert bis nicht möglich ist. Auch die fest verbauten Leitungen/Rohre müssen hin und wieder geprüft und gereinigt werden können. Die Ablagerungen durch Kalk vermischt mit sonstigen Rückständen, die mit dem Kondensat abgeleitet werden, führen oft zu einer Art „Verschlammung“.

Tritt das Kondensat unkontrolliert aus, führt dies sehr oft zu extremen Feuchteschäden, auch im Estrich. Die Trocknung kostet nicht nur viel Nerven, sondern auch viel Geld. Die regelmäßige Kontrolle und Bedarfsreinigung der Kondensatleitung gehört deshalb zur Wartung zwingend dazu!

Autor:

Ronny Gedamke
Schornsteinfegermeister
Berlin

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