Sanitär & Wasser | Installationssysteme & -materialien | 06.03.2013

Bodengleiche Duschplätze

Einbau einer Stahl- Email-Duschwanne

Hürden einer barrierefreien Montage

  • Installation des Einbau-System-Rahmens Die Spezialablaufgarnitur ist platziert. Nun wird der Einbau-System-Rahmen „ESR II“ in die vorbereitete Aussparung eingesetzt

  • Abdichtung Verklebung des Vlies-Butyl-Bandes zur Abdichtung des Übergangs zwischen Estrichkante und Ablaufrinne des Einbau-System-Rahmens „ESR II“

  • Kriechwasseranschluss & Rahmenfüße Der fertig abgedichtete Einbau-Systemrahmen „ESR II“. Gut zu erkennen sind der Kriechwasseranschluss und die am Rohboden fixierten Rahmenfüße

  • Verlegehilfe Die mitgelieferten, schwarzen Verlegehilfen ermöglichen ein optimales Verfliesen bis an den Rand des Einbau-System-Rahmens „ESR II“

  • Duschwanne wird eingesetzt Die „Conoflat“ wird einfach und schnell eingesetzt, anschließend mit der Ablaufgarnitur verbunden und nur außen herum silikoniert. Eine spätere Revision ist immer sichergestellt

  • Duschwanne wird eingesetzt Die „Conoflat“ wird einfach und schnell eingesetzt, anschließend mit der Ablaufgarnitur verbunden und nur außen herum silikoniert. Eine spätere Revision ist immer sichergestellt

Die sich zunehmend verändernde demografische Entwicklung sowie die aktuelle neue DIN 18040-2 zur barrierefreien Badgestaltung stellen Architekten, Fachplaner und den ausführenden Installateur ständig vor neue Herausforderungen. Immer öfter werden von Auftraggebern bodengleiche Duschplätze gefordert und das Angebot an Lösungen nimmt unüberschaubare Dimensionen an. Doch gerade im hoch belasteten Nassbereich der Dusche ist eine Lösung gefragt, die nicht nur gut ausschaut, sondern über Jahre, oft auch Jahrzehnte, zuverlässig ihre Aufgabe erfüllen muss.
Der Installateur möchte seinen Kunden, wenn bodengleiche Duschplätze gefordert sind, eine optimale, schöne und dauerhafte Lösung anbieten. Ein Material hat sich bereits seit Jahrzehnten mit seinen robusten Eigenschaften bewährt: das Stahl-Email.

Aufbauhöhe & Wasserdichtigkeit

Zwei Themen spielen die Hauptrolle bei der Installation eines bodengleichen Duschplatzes: Aufbauhöhe und dauerhafte Wasserdichtigkeit. Der erste Fallstrick in Bezug auf die Aufbauhöhe lauert schon in den Maßangaben der unterschiedlich am Markt angebotenen Systeme. Hersteller von Duschrinnen und Linienentwässerung werben oft mit der geringen Aufbauhöhe ihrer Produkte, die zwischen ca. 65 bis 75 mm angegeben wird. Das liest sich zunächst sehr erfreulich, doch sollte man als Planer oder ausführender Installateur berücksichtigen, dass dieses Maß nur für den tiefsten Punkt  der Duschfläche gilt. Das zusätzlich benötigte Gefälle der Duschfläche oder die Aufbauhöhe der Fliese ist in diesem Maß oft nicht berücksichtigt. Schnell erhöht sich die tatsächlich benötigte Aufbauhöhe  um 30 bis 40 mm zu den Außenrändern hin. Eine weitere beliebte Möglichkeit zur Reduktion der Aufbau­höhe ist die Verwendung flacher Ablaufsysteme mit reduzierter Sperrwasserhöhe. Die Sperrwasserhöhe aller Geruchsverschlüsse ist nach DIN 1986-100 genormt und beträgt für Schmutzwasserabläufe
50 mm. Wird dieses Maß unterschritten, befindet man sich außerhalb der Norm. Ein Problem, wenn normkonformes Bauen vertraglich vereinbart oder per Landesbauordnung vorgeschrieben ist. Spätestens wenn durch Austrocknung oder Rücksaugung geringer Sperrwassermengen Geruchsbelästigungen durch Gase aus den Fallrohren auftauchen, gerät man in Erklärungsnot. Die Physik lässt sich eben nicht austricksen.

Beispiel zeigt, wie es geht

Am Beispiel der „Kaldewei Conoflat“ werden nun die wichtigsten Einbauschritte für die sichere und erfolgreiche Installation einer emaillierten Duschfläche aufgezeigt.

In der Renovation ist zunächst die Einbausituation zu klären. Mittels einer einfachen Bohrung durch den Estrich bis auf den Rohboden ermittelt man die vorhandene Estrichhöhe und erhält ein Gesamtmaß für die Aufbauhöhe der Duschwanne bis zur vorhandenen Fliesenoberkante samt Einbau-System-Rahmen „ESR II“ und Ablaufgarnitur. In Abhängigkeit der vorgefundenen Situation ist nun der Einbau vorzubereiten. Zunächst muss der vorhandene Estrich im Bereich der Duschwanne abgetragen werden. Die „Conoflat“ hat im Bereich des Ablaufs eine Aufbauhöhe von ca. 60 mm, die relevante Gesamtaufbauhöhe inklusive Gefälle beträgt bei allen Duschwannengrößen am Duschwannenaußenrand 117 mm. 7 mm lassen sich sofort einsparen, indem man den Abstand zwischen Rohboden und Siphonunterseite auf 3 mm reduziert oder den Rohboden unterhalb der Garnitur um das entsprechende Spaltmaß abträgt, so dass man in der Praxis ein Maß von 110 mm erhält. Die Kaldewei-Spezialablaufgarnitur erfüllt dabei die geforderte Sperrwasserhöhe von 50 mm und das Abwasser kann seitlich mittels Rohr abgeführt werden. Für eine noch geringere Aufbauhöhe ist die senkrechte Spezial­ablauf­garnitur zu verwenden. Dazu ist eine entsprechend dimensionierte Kernbohrung in den Boden erforderlich, welche den Siphon und den Schlauch des Kriechwasseranschlusses aufnimmt. Mittels dieser Methode lässt sich eine minimale Gesamtaufbauhöhe von nur 49 mm realisieren. Das Abwasser wird dann senkrecht durch die Ablaufgarnitur und weiter unterhalb des Rohbodens abgeführt.

Bei Bestand und Neubau

Oft befinden sich Wohnungen im Bestand, die nach den Kriterien der DIN 18040-2 barrierefrei renoviert werden, im Erdgeschoss oder Hochparterre, so dass diese Ablauflösung mit Rohrleitung unterhalb der Kellerdecke kein Problem darstellt. Im Neubau kann durch die Anlage eines ausreichend hohen Estrichs die zuerst beschriebene Lösung mit seitlichem Ablauf realisiert werden.

Die Aussparung für den Einbau-System-Rahmen „ESR II“ ist gemäß der Montageanleitung vorzunehmen. Dabei verfügt der Einbau-System-Rahmen „ESR II“ über eine umlaufende Ablaufrinne mit Kriechwasseranschluss am Siphon. Dieses einzigartige Merkmal sichert die Abdichtung der umlaufenden Silikonfuge zwischen Wannenrand und Fliese gegen Durchfeuchtung. Sollten sich im Laufe der Zeit Haarrisse im Silikon bilden – sei es durch Alterung des Silikons oder Absenkung des Estrichs samt Fliese, so läuft durchsickerndes Wasser über diese Rinne in den Siphon ab.
Aus diesem Grund muss die Aussparung im Estrich auf Breite und Länge insgesamt 28 mm größer ausfallen als das Duschwannenmaß. Seit 2012 gestaltet sich die Montage des Einbau-System-Rahmens „ESR II“ für den ausführenden Installateur mittels einer mitgelieferten Schalungshilfe in diesem Punkte einfacher.

Verlauf des Siphonanschlusses

Ist die Aussparung fertig, werden Position und Verlauf des Siphonanschlusses wie zuvor beschrieben festgelegt. Nach dessen Anschluss kann eine erste Ablaufprobe durchgeführt werden.

Nun wird der Einbau-System-Rahmen „ESR II“ voreingestellt, in der Aussparung platziert und der Verbindungsschlauch an den Kriechwasseranschluss des Siphons angeschlossen. Mittels Wasserwaage und den höhenverstellbaren Rahmenfüßen wird der „ESR II“ schnell und exakt ausgerichtet und anschließend mit den beigelegten Befestigungen fixiert. Die Rahmenfüße können auch seitlich verschoben werden, falls bereits vorhandene Rohr­leitungen oder widerspenstige Erhebungen im Boden einen Versatz erforderlich machen. Der Übergang zwischen Estrich und Ablaufrinne des „ESR II“ wird nun mit dem Vlies-Butyl-Dichtband verklebt. Nun werden die Verlegehilfen oben auf den „ESR II“ eingesetzt. Wand und Boden können nun leicht und sicher bis an die Markierungen verfliest werden. Zuletzt wird jetzt die Duschwanne eingesetzt und mit dem Siphon verbunden. Abschließend wird die umlaufende Fuge dauerelastisch versiegelt und es steht dem Duschvergnügen nichts mehr entgegen.

Hygiene & Sicherheit

Zum Thema Hygiene und Sauberkeit: Der Kaldewei-Spezialsiphon ist über den trittsicheren emaillierten Verschlussdeckel einfach zu erreichen und gewährleistet für die Reinigung den Zugang zu allen Wasserbereichen des Siphons. Selbst das Abflussrohr kann mit angemessenen Reinigungsverfahren (z.B. Reinigungsspirale) gesäubert werden. Der Siphoneinsatz und der Siphonboden lassen sich mit Wasser ausspülen. Die emaillierte Duschfläche zeigt sich ohnehin in Bezug auf Hygiene und Reinigung vielen Materialien überlegen. Um weiteren Anforderungen an Komfort und Sicherheit (auch der DIN 18040-2) zu genügen, können die „Conoflat“-Duschflächen mit rutschhemmendem Antislip ausgestattet werden. Damit werden die Bewertungsgruppe B (nach DIN 51097) und Rutschhemmung R10 (nach DIN 51130) erfüllt.

Für die farbliche Anpassung an den Bodenbelag stehen neben den klassischen Sanitärfarben auch zwölf ausgewählte Matt-Emails der „Coordinated Colours Collection“ zur Verfügung.

Das Material Stahl-Email wird z.B. bei Kaldewei in seinen Eigenschaften permanent weiterentwickelt. Extrem beständig und schlagfest ist es seinen Makeln schon lange entwachsen: So erhielt Kaldewei 2011 den „Design Plus Award“ im Rahmen der Material Vision für sein innovatives Stahl-Email 3,5 mm in Verbindung mit der bodengleichen Dusche „Conoflat“.

Autor: Martin Dunisch,

Leiter Produktmanagement

Franz Kaldewei GmbH & Co KG,

Ahlen

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