Sanitär & Wasser | Abwasser | 19.07.2017

Flachdachentwässerung

Sicherungsschellen verhindern Wasserschäden

Meistens werden sie erst zu spät entdeckt: Versteckte Mängel, die einen Wasser­eintrag im Attikabereich verursachen. Im Durchbruchbereich der Attika sind sie nur schwer zu orten. Oft entwickelt sich der Schaden im Verborgenen, bis er sich unübersehbar in Form eines veritablen Wasserschadens zeigt. Wer seine Konstruktion allerdings mit Sicherungsschellen fixiert, der muss keine unliebsamen Undichtigkeiten fürchten.

  • Die „SitaAttika“ Sicherungsschelle schafft eine sichere Verbindung von Gully und Rohr.

  • Auch bei Starkregenereignissen kann der „SitaDSS Indra“ mit dem „SitaMore“ Anstauelement für die Notentwässerung nicht vom Rohr rutschen.

  • Auch von außen vorbildlich: gesicherter Fallrohranschluss mit SitaAttika-Rohrsystem und Fassaden-Abdeckplatte aus Edelstahl.

Entwässerung durch die Attika. Scheint einfach, ist aber nicht ohne Tücke. Die Gefahr ist, dass Undichtigkeiten sehr spät bemerkt werden. Nicht fachgerechte Installationen rächen sich und bringen oft hohe Folgekosten für die Sanierung mit sich. Und Fehlerquellen gibt es reichlich, angefangen bei der unsachgerechten Eindichtung des Gullykörpers. Die meisten Fehlerquellen lassen sich aber im Bereich der Anschlüsse orten, also im Übergangsbereich vom Gullystutzen auf das Entwässerungsrohr. Der Sachverständige Herbert Gärtner präzisiert: „Hierbei ist darauf zu achten, dass die fast waagerechten Entwässerungsrohre ausreichend lang sind, damit diese im Wandaufbau keine Verbindungsstellen enthalten.“ Werden die Entwässerungsrohre gestückelt verarbeitet, weil man etwa gerade noch Reststücke auf Lager hatte, so ergeben sich in den Rohranschlussbereichen zusätzliche Risikozonen. Rohrstückelungen sollten auf jeden Fall vermieden werden.

Probleme während der Installion

Der Trend geht zu immer dickeren Wärmedämmpaketen, innen und außen an der Attika. Attikadicken von 40 bis 50 cm sind heute keine Seltenheit mehr. Damit verlängert sich auch der Bereich der Kernbohrung, die Strecke des schwer einsehbaren „Tunnels“, durch den die Entwässerungsrohre geführt werden müssen. Oft schiebt der Handwerker den Gullystutzen auf das Rohr und beides zusammen vom Dach aus durch die Attika. Wenn diese Konstruktion dann noch nachjustiert wird, kann sich eine ungesicherte Muffenverbindung schon lösen. Noch ungünstiger ist es, wenn das Rohr von Anfang an etwas schief aufgesteckt wurde und diese schon fragile Verbindung beim Einbau noch weiter ausgerichtet wird. Dann kann die Dichtung in der Muffe von Anfang an nicht richtig dichten. Manchmal ist die Durchdringung etwas eng, es gibt vielleicht eine Verschmutzung, so dass die Konstruktion etwas hin und her geschoben werden muss, und schon hat sich die Muffe gelöst. Besondere Achtsamkeit erfordern Situationen, in denen der Dachdecker bereits den Gully eingedichtet hat und der Sanitärinstallateur von außen die Rohrleitung anschließen muss. Diese Konstruktion erfordert viel Feingefühl, denn einsehbar ist der Anschlussbereich im Herzen der Attika nicht mehr. Wenn dann noch von außen gezogen und nachjustiert wird, kann die Muffenverbindung unbeabsichtigt gelockert bzw. gelöst werden. Schon ist das Rohr vom Gully abgezogen bzw. so weit abgezogen, dass die Dichtung nicht mehr richtig greifen kann.

 

Termin- und Kostendruck

Zeitdruck bei der Montage und Kostendruck bei Angeboten stellen latente Gefährdungspotenziale dar. Um bei Auftragszuschlägen zu punkten, werden Montagezeiten knapp kalkuliert. Viele Handwerker ersparen sich den Einsatz von Sicherungsschellen, weil die ihr Angebot im Vergleich mit den Wettbewerbern teurer machen. Eine Sicherungsschelle, die die Anschlussprobleme sicher beheben würde, kostet je nach Rohrdurchmesser zwischen ca. 26 und 35 Euro. Multipliziert mit der Anzahl der zu verbauenden Gullys kann sich der Posten Sicherungsschelle schnell zu einer bemerkenswerten Summe addieren. Hier kann man nur empfehlen, dem Bauherrn bewusst zu machen, dass sich diese Zusatzinvestition auf jeden Fall lohnt, dass das scheinbar teurere Angebot auf lange Sicht gesehen das günstigere ist. Ein Vorteil, der sich in Relation zu der Breite der Attika vergrößert. Denn je länger das Entwässerungsrohr in der Durchdringung, desto instabiler die Konstruktion, desto größer die Hebelwirkung, die es auf den Gullystutzen ausübt.

„Arbeitende“ Flachdächer

Aber auch nach der Montage zahlt sich eine fachgerechte Ausführung aus. Das Dach „arbeitet“ u. a. unter Temperatureinfluss gerade im Frühjahr oder Herbst – Jahreszeiten, die durch große Tag-Nacht-Temperaturunterschiede gekennzeichnet sind. So scheint zum Beispiel die Sonne morgens schon kräftig auf die eine Gebäudeseite, während die andere Seite noch im Schatten liegt. Die sonnengewärmte Seite dehnt sich aus, die nachtkühle Schattenseite noch nicht. Generell wird die Temperaturentwicklung auf einem Flachdach oft unterschätzt. Wenn die Sonne kräftig scheint, können hier Temperaturen bis zu 90 °C erreicht werden. Es kommt zu einer sogenannten „thermischen Dehnung“. Nachts, wenn die Temperaturen fallen, zieht sich die Konstruktion wieder zusammen. Diese Spannungsunterschiede führen zu Bewegungen, die sicher aufgefangen werden müssen.

Sicherheit ganz vorn

Keine Verbindung ohne Sicherungsschelle! Das ist ein wichtiges Element auf dem Weg zu einer reklamationsfreien Entwässerung durch die Attika. Bei einer herkömmlichen Freispiegelentwässerung ist der Füllungsgrad einer verzogenen Leitung mit 0,7 vorgegeben. Bei Starkregenereignissen aber können sich an Gullys enorme Wassermengen sammeln, die zu nahezu voll gefüllten Rohren führen. Die Verbindung gerät extrem unter Druck, so dass die Gefahr besteht, dass Gully und Rohr auseinandergleiten. Eine Sicherungsschelle bringt hier ein zusätzliches Plus an Sicherheit. Noch sicherer wird die Gesamtkonstruktion, wenn hier ein geprüftes System eingesetzt wird, bei dem alle Module perfekt ineinandergreifen. Aber auch das beste System kann nur fehlerfrei arbeiten, wenn die Grundregeln einer fachgerechten Flachdachentwässerung nach DIN 1986-100 respektiert werden. Dazu gehört u.a. eine standortbezogene Auslegung der Haupt- und Notentwässerung, mindestens zwei Prozent Gefälle und vor allen Dingen, kein Gegengefälle. In dieser DIN ist u.a. die halbjährliche Wartung der Dachgullykörper vorgeschrieben. Wenn halbjährlich auf dem Dach nachgeschaut würde, könnte so mancher Schaden frühzeitig verhindert oder entdeckt werden.

 

Fazit

Undichtigkeiten in der Attika sind ärgerlich, teuer und ganz einfach zu vermeiden. Wer in diesem Bereich auf ein geprüftes System setzt, bei dem Gully und Rohranschlüsse perfekt aufeinander abgestimmt sind, und seine Arbeit prinzipiell mit einer Sicherungsschelle fixiert, der ist auf der sicheren Seite. Die Sita Bauelemente GmbH (www.sita-bauelemente.de) gibt bei Verwendung der „SitaAttika“ Sicherungsschelle sogar eine Dichtheitsgarantie.

Auswahl der richtigen Dichtung

Dichtungen spielen eine zentrale Rolle bei der lückenlosen Konstruktion. So genannte Rollringe sollten auf jeden Fall vermieden werden. Wie ihr Name schon assoziieren lässt, können sie wegrollen, womit sie ihre Dichtaufgabe/Funktion im Anschlussbereich nicht mehr ausführen können.

Bei Sanierungsfällen finden sich immer wieder Rollringdichtungen, die schon halb im Gullytopf hängen oder bereits ganz hineingerutscht sind. Funktionstüchtige Dichtungen bekommen besondere Relevanz, wenn der Übergang vom Gully auf das Fallrohr in der Mitte der Attika verortet ist. Sachverständiger und Dachdeckermeister Herbert Gärtner: „Gerade diese Stoßstelle ist ein sensibler Bereich, der handwerklich sehr schwer wegen des beschränkten Handlings dauerhaft dicht und fachgerecht herzustellen ist. Die exakte Position des Gummirings ist nach der Montage kaum noch überprüfbar.“ Sita z. B. verwendet prinzipiell keine Rollringe, sondern ausschließlich Lippen- oder Profildichtringe, die mit ihrer Lippe bzw. hakenförmigen Überlappung zusätzlich gegen den „Rolleffekt“ gesichert sind.

Autor: Susanne Kasparek
Sita Bauelemente GmbH
Rheda-Wiedenbrück

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    Bildquelle: Wosilat Fotografie

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