Sanitär & Wasser | Abwasser | 12.06.2013

Hebeanlagen: Was muss Beim Anschluss beachtet werden? (Teil 5/6)

Tipps zum Anschluss / Elektro, Druckleitung, Lüftungsleitung

In dieser sechsteiligen Serie erfahren Sie alles Wissenwertes zum Thema Hebeanlagen. Der fünfte Teil gibt Tipps zum fachgerechten Anschluss (Elektro, Druckleitung, Lüftungsleitung).

  • Rückstauschleife

Tipps zum Anschluss

Elektrischer Anschluss

Es gilt nicht nur die gültigen Errichtungsnormen im Bereich Abwasser einzuhalten, sondern auch die Herstelleranforderungen im Bereich der Elektroinstallationen; ein solcher Verweis ist z.B. bei jeder SFA Sanibroy-Montageanleitung unter Punkt „Elektroanschluss“ zu finden.

Der elektrische Anschluss darf nur von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden, es ist darauf zu achten, dass nicht überflutungssichere Anlagen oder elektrische Teile trocken und überflutungssicher installiert werden.

Wichtig ist hierbei die Beachtung der Schutzart (IP- für International Protection). Diese beiden Zahlen geben an, wie ein Gehäuse gegen Eindringen von Fremdkörpern oder Berührung (1.Zahl) oder gegen das Eindringen von Wasser (2. Zahl) abgesichert ist und somit in welcher Umgebung ein solches Gerät aufgestellt werden kann.

Tabellen mit den zugehörigen Bezeichnung sind einfach im Internet unter „IP – Schutzarten“ zu finden, verankert sind diese in DIN EN 60 529 (VDE 0470-1) und DIN 40 050 Teil 9.

Druckleitung

Die Druckleitung einer Hebeanlage ist grundsätzlich über die Rückstauebene zu führen! Es ist darauf zu achten, dass die Leitung aus druckfestem Rohr (min. 1,5-facher Druck der Pumpe) besteht und spannungsfrei mit so wenigen Umlenkungen wie möglich verlegt wird. Druckleitungen sind in eine belüftete Grund- oder Sammelleitung einzuleiten. Mindestnennweiten für Druckleitungen sind in Tabelle 2 der DIN EN 12 056-4 festgelegt, für Fäkalienhebeanlagen ohne Fäkalienzerteilung ist eine Mindestnennweite von DN 80 vorgesehen, bei Anlagen mit Zerteilung DN 32.

Zur Abwasserhebeanlage gehört druckseitig ein Rückflussverhinderer, eine Absperrung in der Druckleitung ist hinter diesem anzuordnen. Bei Abwasserhebeanlagen nach DIN EN 12 050-2 oder Hebeanlagen zur begrenzten Verwendung mit einer Druckleitung < DN 80 wird dies nicht vorgeschrieben, sollte aber zwecks Reparatur oder Wartung eingeplant werden. Auf der gesamten Länge sollte eine Mindestfließgeschwindigkeit von 0,7 m/s erreicht werden, um Ablagerungen vorzubeugen. In der Installationstechnik ist diese Angabe bekannt, allerdings ist bei Hebeanlagen zusätzlich zu berücksichtigen, dass diese 0,7 m/s bei einer manometrischen Förderhöhe der Pumpanlage von 0,4 bar zu erreichen sind.

Lüftungsleitungen

Entwässerungsleitungen müssen be- und entlüftet werden, der Grund hierfür ist es, einen Druckausgleich zu schaffen, da es in Abwasserleitungen zu einem Unterdruck zwischen 0,5 und 2,5 mbar kommen kann. Wird dem Rohrsystem nicht die richtige Menge Luft zugeführt, kann dies zum Absaugen des Sperrwassers in den Geruchsverschlüssen von Sanitärgegenständen führen und somit zu Geruchsbelästigungen. Auch bei einer falschen Anordnung von Umlenkungen und Reduzierungen kann es zu einem Luftabschluss kommen, welcher ein Absaugen des Sperrwassers oder Leersaugen der Leitung zufolge hat. Ungelüftete Einzelanschluss- oder Sammelanschlussleitungen dürfen nicht mehr als 4 m betragen und nicht mehr als drei Umlenkungen á 90° beinhalten. Bei mehreren Umlenkungen und einer Länge bis 10 m müssen diese Leitungen belüftet werden. Einzelanschlussleitungen können in Fließrichtung unmittelbar am Siphon belüftet werden; Sammelanschlussleitungen in Fließrichtung nach dem letzen anzuschließenden Objekt.

Hebeanlagen nach 12 050-1 (zur unbeschränkten Verwendung) sind immer über Dach zu be- und entlüften. Allerdings ist die Einführung in Haupt- und Sekundärlüftungen statthaft, nicht jedoch der Anschluss an die zulaufseitige Lüftung von Fettabscheidern. Bei Fäkalienhebeanlagen nach Teil 1 ist ein Mindestdurchmesser der Lüftungsleitung von DN 50 bei einer Förderleistung bis 12 l/s vorgeschrieben. Bei Anlagen nach Teil 2 muss der Sammelbehälter ausreichend belüftet sein. Hebeanlagen nach Teil 3 müssen nur mit einer „ausreichenden“ Lüftung versehen werden, wobei für die Kleinhebeanlagen zur begrenzten Verwendung auch die geruchsfreie Lüftung in den Aufstellraum erlaubt ist, zum Beispiel: durch Aktivkohlefilter oder anderen Methoden.

Thematisch passende Beiträge

  • Abwasserentsorgung

    Für die Entsorgung des Abwassers eines ganzen Badezimmers und weiterer Räume bietet SFA Sanibroy die einmotorige Hochleistungs-Hebeanlage „Sanicubic 1 WP“ an: Tankvolumen 32 l, überflutungssicher, 1500 W Leistung und maximaler Volumenstrom von 12 m³/h. Bei einer ganzen Wohneinheit wählt man zwischen dem „Sanicubic 2 Classic“ oder „Pro“. Die automatisch arbeitenden Doppelhebeanlagen besitzen je...

  • Vorwandelement

    Der schnelle Bauablauf sowie ein erhöhter Schallschutz sind entscheidende Vorteile von Vorwandelementen. SFA Sanibroy und Grohe haben diese Installationsvorteile mit der neuen Vorwand­serie „Saniwall Pro UP“ erweitert: Die Komplettlösung aus Hebeanlage, Vorwandmodul und Glasverkleidung ist für die Montage eines wandhängenden WCs geeignet. Mit nur 500 mm Einbaubreite passt sie zudem in kleine...

  • Angriff auf die Internethändler

    SFA-Sanibroy (www.sanibroy.de) kennt die Problematik: „Der verstärkte Internethandel mit seinem Preisdumping macht dem Installateur zu schaffen und bringt ihn gegenüber seinem Kunden in eine gewisse Erklärungsnot“, so André Plonka, Vertriebsleiter von SFA-Sanibroy. Dabei sieht das Unternehmen darin ein Problem, „dass der Internethändler sehr oft aus dem ‚Wohnzimmer’ agiert, keine Lagerhaltung...

  • 40 Jahre SFA Sanibroy in Deutschland

    TV-Spots & Gewinnspiel

    Claude Perdriel, SFA Firmengründer und bis heute als Firmeninhaber im Unternehmen tätig, erweiterte Ende der 1950er Jahre mit der Entwicklung der Kleinhebeanlage die technischen Möglichkeiten der Sanitärindustrie. Um Wohnraum zu schaffen, wurden damals große Wohnungen in mehrere kleinere Wohneinheiten aufgeteilt. Die Erfindung der Kleinhebeanlage ermöglichte es dabei erstmals, neue Sanitärräume – unabhängig von Fallrohr und Kanalhöhe – zu schaffen.

  • Praxistipps für das SHK-Handwerk

    Zuverlässige Abwasserentsorgung auf kleinstem Raum

    Die Installation von Hebeanlagen ist für SHK-Fachbetriebe ein Geschäftsfeld, mit dem sich auch die Umsätze heben lassen. Im Bestand arbeiten oftmals veraltete Hebeanlagen, die unnötig hohe Betriebskosten verursachen – so findet sich Umsatzpotential in zahlreichen Kellern vom Einfamilienhaus über Wohnblocks oder Hotels bis zu Gewerbeobjekten und öffentlichen Gebäuden. Der Pumpenhersteller KSB...

alle News

News der TGA- und Kältebranche

Finden Sie mehr als 4000 Anbieter im EINKAUFSFÜHRER BAU - der Suchmaschine für Bauprofis!

SHK Profi-Newsletter
  • » Wichtige News aus Sanitär-, Heizungs- & Klimatechnik
  • » 12 x im Jahr
  • » jederzeit kündbar

Beispiele, Hinweise: Datenschutz, Analyse, Widerruf

Content Management by InterRed