Sanitär & Wasser | Installationssysteme & -materialien | 13.06.2018

Praxisgerechtes
Entwässerungssystem

Bodengleiche Duschen in Neubau und Sanierung

Bodengleiche, durchgeflieste Duschen mit einer designstarken Duschrinne zur leistungsstarken Entwässerung sind der Inbegriff des modern gestalteten Bades. Nicht selten bringen Eigenheimbesitzer solche Anregungen für ihr eigenes Zuhause aus dem Urlaub mit, inspiriert beispielsweise von gestylten Wellness-Bädern in Hotels. Dass dieser Wunsch dann im privaten Spa realisiert werden kann, dafür sorgt Viega (www.viega.de) mit passgenauen Duschrinnen für nahezu jede bauliche Gegebenheit: Mit dem modularen Duschrinnensystem „Advantix“, basierend auf zwei Edelstahl-Grundkörpern, können Fachhandwerker selbst im Bestand die Wünsche ihrer Kunden optimal erfüllen.

  • Variabel bei der Installation: Die schallentkoppelten Montagefüße sind höhenverstellbar. Der Ablauf kann um 180° gedreht werden, so dass die Ablaufleitung unter der Duschrinne verlegt werden kann. Das ist gerade bei geringen Bodenhöhen ideal, wenn die Estrichüberdeckung knapp bemessen ist. Quelle: Viega

  • Attraktives Design: Duschrinnen als Wand- oder Bodenablauf, passend zum individuellen Ambiente, das kennzeichnet den Style moderner Bäder. Quelle: Viega

  • Flexibel auf der Baustelle: Das Baukastensystem der „Advantix“-Duschrinnen von Viega umfasst Edelstahlgrundkörper für den Wand- und Bodeneinbau in fünf verschiedenen Längen. Der Ablauf kann bauseits an die entsprechende Bodenaufbauhöhe angepasst werden. Quelle: Viega

  • Alle Anforderungen der Bauherren erfüllt: Nach der Installation ist nicht nur der Fliesenanschluss optisch perfekt gelungen, sondern die Duschrinne lässt sich durch die vollständige Entnahme des Geruchverschlusses auch noch einfach reinigen. Quelle: Viega

  • Klare Trennung der Gewerke: Über den besandeten Flansch der Duschrinne hinaus stellt Viega für Abdichter oder Fliesenleger ein komplett abgestimmtes Set für die qualifizierte Abdichtung im Verbund zur Verfügung. Quelle: Viega

An die Gestaltung von Bädern werden im Neubau wie bei der Sanierung unterschiedlichste Anforderungen gestellt – und manche davon scheinen sich auf den ersten Blick fast schon zu widersprechen. Wie zum Beispiel die Entwässerung bodengleicher Duschen. Sie soll in der Regel designstark, aber unauffällig sein, möglichst hohe Entwässerungsleistungen bieten und sich idealerweise harmonisch in jeden Fliesenbelag einfügen, wann auch immer der irgendwann ausgesucht werden wird …

Diese Anforderungen im Vorfeld beim Kunden abzufragen, kann für den ausführenden Fachhandwerker schon zu einer Herausforderung werden. Denn gleichzeitig muss er ja unter anderem die baulichen Gegebenheiten analysieren, sich anschließend mit den ebenfalls am Neu- oder Ausbau beteiligten Gewerken abstimmen und nicht zuletzt die diversen Normen und Richtlinien bei der Montage der bodengleichen Entwässerungslösung beachten. Hilfestellung erhält er dabei von Viega mit dem Baukasten-System der „Advantix“-Duschrinne, die für eine ebenso flexible wie fachlich einwandfreie Montage im Neubau wie in der Sanierung entwickelt wurde. Und dazu gibt es noch ein paar weitere Tipps auf dem erfolgreichen Weg zum neuen Bad mit bodengleicher Dusche:

1. Abstimmung mit dem Kunden

Skizziert der Kunde die Wünsche für sein neues Bad – ob bei einem Neubauprojekt oder einer Bestandssanierung – sind einige Fragen schon direkt mit Blick auf die Entwässerungslösung zu stellen:

  • Welche Duschanlage mit welcher Durchflussmenge ist gewünscht? Das bestimmt die benötigte Ablaufleistung der Entwässerung.
  • Welche Entwässerung gefällt dem Kunden? Ein schlichter Punktablauf oder eine designorientierte Duschrinne? Das beeinflusst die Bodengestaltung.
  • Wie groß und wo im Raum soll der Duschplatz sein? Wo im Boden oder auch an der Wand ist demnach die Entwässerung ideal platziert? Das legt Form und Länge einer Duschrinne fest.
  • Welcher Bodenbelag ist gewünscht? Die Materialstärke der Fliese stellt Anforderungen an den Aufbau der Duschrinne oder des Ablaufs.
  • Welches Rost-Design bevorzugt der Kunde?

Bereits diese wenigen Vorgaben in punkto Hydraulik und Design machen klar, dass jede bodengleiche Dusche eine individuelle Lösung darstellt. Gerade bei den im Trend liegenden Duschrinnen steigt dadurch gleichzeitig die Varianten- und Größenvielfalt. Vorkonfektionierte oder sogar -gefertigte Duschrinnen sind allerdings oft unflexibel. Viega hat mit dem System „Advantix“ deshalb ein Baukasten-System entwickelt, das Fachhandwerkern eine zum individuellen Kundenwunsch standardisiert passende Lösung liefert.

Das modulare System besteht dabei im Wesentlichen aus zwei Grundkörpern aus Edelstahl – einer für die Bodenmontage, der zweite für die Wandmontage. Jeder Grundkörper ist in fünf Längen lieferbar: 750 mm, 800 mm, 900 mm, 1.000 mm und 1.200 mm. Damit ist praktisch jede gängige Duschen-Gestaltung abgedeckt. Zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten auf die jeweilige Einbausituation halten die Montage auf der Baustelle dennoch flexibel.

Übrigens: Mit dem alternativen Duschrinnen-System „Advantix Vario“ von Viega lassen sich auch Zwischenmaße bis hin zu über Eck verlaufenden Entwässerungslinien direkt vor Ort realisieren.

2. Ermittlung der baulichen Gegebenheiten

Einfluss auf die Montage nehmen zahlreiche bauliche Vorgaben. Die muss der Fachhandwerker vor der Installation ermitteln. Dazu gehören:

  • Welche Bodenaufbauhöhe steht zur Verfügung? Auf diese Aufbauhöhe (min./max.) muss der Ablaufkörper der Duschrinne passen. Geringe Bauhöhen beeinflussen zudem die Ablaufleistung und die Estrichüberdeckung der Anschlussleitung.
  • Wird die Duschrinne direkt auf dem Rohfußboden oder im Estrich fixiert? Das beeinflusst die Wahl des entsprechenden Montagematerials.
  • Nicht normgerechte Estrichstärken sind mit den entsprechenden Gewerken (meist Fliesenleger) abzustimmen und geeignete Maßnahmen zu treffen.
  • Wie weit ist die Sammelleitung vom Ablaufkörper entfernt? Abhängig von der Anschlusshöhe am Ablaufkörper und der Leitungsstrecke ist das Gefälle anzulegen.
  • Ist eventuell ein senkrechter Abgang von der Duschrinne mit Kernbohrung durch eine Decke notwendig? Dafür ist ein entsprechender Ablaufkörper erforderlich; im Geschosswohnungsbau ggfs. mit zugelassener Bandschutzabschottung.
  • Sind erhöhte Schallschutzanforderungen zu berücksichtigen?

Im Neubau sind diese baulichen Rahmenbedingungen recht einfach festzustellen. Bei Badsanierungen im Bestand sind sie hingegen nicht immer offensichtlich. Im Gegenteil: Solche Projekte bringen fast immer handfeste Überraschungen mit sich. Die „Advantix“-Duschrinne lässt sich jedoch sogar vor Ort noch auf die jeweiligen Gegebenheiten anpassen. So stehen zum Beispiel drei Abläufe zur Verfügung, die mit jedem Edelstahl-Duschrinnenkörper kombiniert werden können: Der Standardablauf mit waagerechtem Abgang kann beispielsweise flexibel um 180° gedreht angeschlossen werden. Das vereinfacht die Leitungsführung zur Sammelentwässerung. Außerdem ist so die Verlegung der Anschlussleitung unter der Duschrinne möglich – ein Vorteil, wenn aufgrund einer geringen Bodenaufbauhöhe die Estrichüberdeckung am Duschrinnenanschluss knapp ausfällt.

Bei reduzierter Bodenhöhe kann der Standardablauf außerdem direkt auf der Baustelle gekürzt und als niedriger Sanierungsablauf genutzt werden. Zusätzlich gibt es für die „Advantix“-Edelstahl-Duschrinnen zwei senkrechte Abläufe, mit und ohne Geruchverschluss. Damit kann die Anschlussleitung direkt durch die Decke geführt werden.

3. Brand- und Schallschutz-Anforderungen erfüllen

Durchdringt die Ablaufleitung eine feuerwiderstandsfähige Decke, steht im Viega Sortiment die „Advantix“-Rohrdurchführung R 120 zur Verfügung, die die notwendigen Brandschutzbestimmungen erfüllt:

  • Die Rohrdurchführung enthält ein Brandschutzelement aus einem intumeszierenden Material. Es quillt bei Hitze auf und verschließt so die Bauteilöffnung brand- und rauchdicht.
  • Der Verwendbarkeitsnachweis liegt als allgemein bauaufsichtliche Zulassung (abZ) vor und ist ebenfalls für Mischinstallationen zugelassen – also den Anschluss von Abläufen und Leitungen aus Kunststoff an Entwässerungsrohre aus Metall oder Guss.

Auch beim Schallschutz werden Anforderungen an Entwässerungen gestellt. Die neue Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) listet den Schallschutz ebenso wie in den Vorzeigeobjekten bekannter Resorts sogar neben dem Brandschutz direkt unter den Grundanforderungen an Bauwerke auf! Bei Planung und Montage von Duschrinnen ist daher wichtig, die Schallquellen und Übertragungswege zu kennen und entsprechende Schutzmaßnahmen vorzusehen:

  • Schallpegel aus Wasser-Fließ- und Prallgeräuschen entstehen beim Auftreffen des Wassers auf dem Boden, durch die Fließgeräusche der Brausearmatur sowie im Ablauf und der Anschlussleitung.
  • Schallpegel aus Benutzergeräuschen entstehen beispielsweise durch das Begehen des Duschbereichs mit Schuhwerk durch Pflegekräfte, das Abstellen oder Herunterfallen von Gegenständen wie Duschgel usw.

Zu den Schutzmaßnahmen gehört eine geeignete Trittschalldämmung aus Mineralwolle, EPS-Material oder – wenn nicht genügend Höhe dafür vorhanden ist – flache, Polyurethan-gebundene Gummifasermatten. Des Weiteren ist eine sorgfältige Entkoppelung von Estrich und Baukörper mit allseitig umlaufenden Randdämmstreifen aus PE-Schaum erforderlich. Die „Advantix“-Duschrinne hat zudem spezielle Montagefüße, die für eine Schallentkopplung zum Rohfußboden sorgen.

Zur Reduzierung von Wasser-Fließgeräuschen ist es sinnvoll, um Rohrleitungen eine körperschallentkoppelnde Schaumisolierung vorzusehen. Die Abläufe der „Advantix“-Duschrinne selbst erfüllen bereits konstruktiv erhöhte Schallschutzanforderungen. Nachgewiesen durch das Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Stuttgart liegt bei ihnen der gemessene Schalldruckpegel bei nur 21 dB(A). Damit unterschreiten sie die Vorgaben des Mindestschallschutzes nach DIN 4109:2016 deutlich und liegen sogar unter den nochmals verschärften Werten des erhöhten Schallschutzes gemäß VDI 4100, Schallschutzstufe 3.

Offensichtlich ist also, dass die Gewerke eng zusammenarbeiten müssen, um gerade die Brand- und Schallschutzanforderungen rund um die Bodenentwässerung zu erfüllen. Eine optimale Abstimmung ist jedoch auch in weiteren Bereichen entscheidend.

4. Abstimmung mit anderen Gewerken

Eine selbstverständliche Anforderung an Entwässerungen ist die dauerhafte Dichtigkeit. Für bodengleiche Entwässerungen gehört die Abdichtung im Verbund (AiV) zum Stand der Technik. Somit stellen insbesondere Duschrinnen eine Schnittstelle verschiedener Gewerke dar und erfordern eine sorgfältige Koordination der Arbeit im Vorfeld. Dazu gehört die Abstimmung mit dem Estrichleger:

  • Information, wenn die Estrichüberdeckung des Anschlussrohrs weniger als 35 mm beträgt. Eventuell ist dann eine Verstärkung aus Epoxidharz erforderlich.
  • Das Verwenden von Randdämmstreifen auch im Duschbereich explizit einfordern, damit Schallbrücken vermieden werden.

Zur Absprache mit dem Fliesenleger oder Abdichter zählt:

  • Die Unterfütterung der Duschrinne mit Mörtel verbindlich vereinbaren.
  • Die Montageanleitungen übergeben, damit die Montagehinweise der Hersteller beachtet werden.
  • Über Flanschart und -größe der Duschrinne für den Anschluss der AiV im Voraus informieren (die „Advanix“-Duschrinne hat einen besandeten 40 mm breiten Flansch).
  • Das Abdichtungszubehör von Viega übergeben und über die Möglichkeit informieren, die umlaufende Abdichtungsfläche auf 125 mm vergrößern zu können.

Zur Koordination mit dem Fliesenleger gehört:

  • Montagerahmen und/oder Natursteinset passend zur Fliesenhöhe bereitstellen.
  • Information, ob ein befliesbares Rost gewählt wurde.

Sind die Arbeiten zwischen den Gewerken klar vereinbart, erfüllen Bauzeit und Ausführungsqualität die Erwartungen der Bauherren.

Fazit

Duschrinnen gehören zum Standard des modernen Baddesigns. Die Montage nach dem Stand der Technik erfordert eine sorgfältige Produktwahl und Arbeitsvorbereitung. Das modulare System der „Advantix“-Duschrinnen vereinfacht bereits konstruktiv die Schnittstellenkoordination mit den Gewerken und das Erfüllen normativer Anforderungen. Eine zusätzliche Planungsunterstützung bietet Viega  mit dem Online-Tool „Advantix“-Konfigurator (www.advantix.viega.de). Mit der schrittweisen Abfrage der relevanten Planungsdaten ist eine Auslegung in nur fünf Schritten möglich. Das Ergebnis kann ausgedruckt und gespeichert werden. Als Vorabinformation für die weiteren Gewerke ist diese Unterlage außerdem der erste Schritt zur optimalen Schnittstellenkoordination.

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