Heizung & Energie | Wärmeerzeuger | 26.02.2013

Aus der Sicht des Schornsteinfegers

Sauer ist nicht lustig!

Kondensat aus Brennwertheizungen

  • Kondensat versickert Kondensat fließt aus der Brennwertheizung …

  • … und versickert dann einfach im „Erdloch“

  • Kupfer & Kondensat Kondensatpumpe zwar vorhanden, aber das saure Kondensat hat die Ableitung aus Kupfer angegriffen

  • Kupfer aufgelöst Die Verbindung aus Kupfer wurde aufgelöst!

  • Aus den Augen, aus dem Sinn Ableitung des anfallenden Kondensates erfolgt hier durch die Außenwand…

  • …Hinter der Wand versickert es einfach im Erdreich

  • Kondensatleitung aus Kupfer bei Neuinstallation entgegen der Herstellerangaben

  • Kondensat aus dieser Brennwertheizung versickert im „Erdloch“

  • Kondensat aus dieser Brennwertheizung versickert im „Erdloch“

  • Kondensatpumpe zwar vorhanden, aber die Ableitung war aus Kupfer, die sich fast aufgelöst hat!

In deutschen Heizungskellern hält zunehmend die effiziente Brennwerttechnik Einzug. Leider wird dem Kondensat, das bei dieser Technik anfällt, häufig zu wenig Beachtung geschenkt. Schornsteinfegermeister Ronny Gedamke findet bei seiner Arbeit viel zu häufig Installationen, bei denen stiefmütterlich mit dem Kondensat umgegangen wird – Beschädigungen, Umweltbeeinträchtigungen, Feuchteschäden und Schimmelpilzbildung können die Folge sein.

Bei der Installation einer Brennwertheizung wird oftmals das anfallende Kondensat nicht nur vom Kunden unterschätzt. Gerade jetzt, wo zunehmend auf Brennwerttechnik umgerüstet bzw. modernisiert wird, stellt sich doch immer wieder die Frage, ob das Kondensat auch fachgerecht entsorgt bzw. abgeleitet werden kann. Da das Kondensat sehr „sauer“ ist (niedriger ph-Wert), dürfen natürlich auch nicht alle Materialien für die Ableitung verwendet werden. So ist z.B. Kupfer, wie auch in vielen Installationsanleitungen der Hersteller erwähnt, als Kondensatleitung nicht geeignet. Wenn die Materialien für das Abwassersystem innerhalb des Gebäudes weitestgehend unbekannt sind, dann ist in jedem Falle eine Neutralisation sinnvoll.

Kondensate aus Brennwertheizungen gelten auch aufgrund des Säure- und Schwefelgehaltes als wassergefährdende Stoffe. So ist es selbstverständlich, dass diese ins öffentliche Abwassernetz (bei Bedarf auch neutralisiert) geleitet werden müssen und nicht ins Erdreich versickern dürfen. Erst recht nicht, wenn es sich um ein Trinkwasserschutzgebiet handelt. Leider stelle ich immer häufiger bei Abnahmen von Brennwertheizungen fest, dass die Installationsvorschriften missachtet wurden und somit notwendige Neutralisationen oder gar Kondensatpumpen fehlen.
Selbst bei Brennwertheizungen im Einfamilienhausbereich kann die beachtliche Menge von 10 bis 12 l Kondensat pro Tag anfallen. Wenn also mehr als 3000 l im Jahr im Erdloch, welches sich im Kellerfußboden oder in der Fundamentplatte befindet, versickern sollen, kann es auch außerdem zu Feuchteschäden und Schimmelpilzbildung inkl. Hausschwamm kommen. Die Kosten für eine zusätzliche Kondensatpumpe sollten also von vornherein vom Heizungsbauer eingeplant und dem Kunden bei der Beratung verdeutlicht werden.

ph-Wert von Kondensatwasser aus Brennwertkesseln

Heizöl:
Standard-Öl 1,8 bis 3,7
Schwefelarm 2,2 bis 4,2
Erdgas: 2,8 bis 4,9      Vergleichswert Trinkwasser: 6,3 bis 9,5

Autor: Ronny Gedamke,

Schornsteinfegermeister,

Berlin

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