Heizung & Energie | Solar/Wärmepumpen/Festbrennstoffe | 05.12.2018

Wärme aus Pellets

Behaglichkeit im Mehrfamilienhaus

Umgeben von zahlreichen Waldgebieten und Naturparks liegt die beschauliche Gemeinde Schermbeck im idyllischen Münsterland. Dort erstand René Willnat im Jahr 2013 ein von sechs Familien bewohntes Mehrfamilienhaus in Vollziegelbauweise und schaffte es, durch umfassende Sanierungsmaßnahmen den Energiebedarf um 75 % zu reduzieren.

  • Seit der Komplettsanierung im Jahr 2014 steht in Schermbeck ein modernes Effizienzhaus 70 mit einem Jahresprimärenergiebedarf von gerade einmal 24 kWh pro m² und Jahr. Das entspricht ca. einem Viertel des ursprünglichen Wertes. Quelle: ÖkoFEN, Mickhausen

  • Im Zuge eines ganzheitlichen Gebäudekonzepts ließ Bauherr René Willnat (links) die thermische Gebäudehülle aufstocken sowie eine Solarthermieanlage auf dem Dach und eine Pellet-Brennwertheizung im Keller installieren. Quelle: ÖkoFEN, Mickhausen

  • Das Mehrfamilienhaus im idyllischen Münsterland wurde 1963 ursprünglich in Vollziegelbauweise errichtet. Vor der Renovierung stellten die Wärmeverluste über die Gebäudehülle eine regelrechte Katastrophe dar. Quelle: ÖkoFEN, Mickhausen

  • Um das Sechs-Familienhaus heute mit Wärme zu versorgen, benötigt die Pellet-Brennwertheizung von ÖkoFEN sechs Tonnen des CO2-neutralen Brennstoffs – das entspricht Heizkosten von gerade einmal rund 1.200 € im Jahr. Quelle: ÖkoFEN, Mickhausen

Das in der 14.000-Seelen-Gemeinde Schermbeck im Münsterland gelegene Mehrfamilienhaus mit einer Wohnfläche von ungefähr 360 m² wurde 1963 ursprünglich als Betriebsleiterwohnung einer Ziegelei errichtet. Dabei verwendete man nur Produkte aus der eigenen Herstellung, was dem Haus zwar einen ansprechenden Vollziegel-Look verlieh, aus energetischer Sicht jedoch erhebliche Nachteile mit sich brachte. „Als ich das Haus Ende 2013 kaufte, stellten die Wärmeverluste über die Gebäudehülle eine regelrechte Katastrophe dar“, bilanziert Bauherr René Willnat. Ein Großteil der Wärme wurde sprichwörtlich „zum Fenster hinaus“ beziehungsweise über die durchlässigen Außenwände und das Dach nach draußen geheizt. Mit seiner Firma Wohnbehagen, einem Zimmerei- und Holzbaubetrieb, der sich auf ökologische Effizienzhäuser spezialisiert hat, machte Willnat es sich schließlich zur Aufgabe, den Altbau fit für heutige Energiestandards zu machen und nahm in diesem Zuge eine Komplettsanierung vor.

Pellet-Brennwertheizung

Bei der Sanierung war dem gelernten Bautechniker ein ganzheitliches, ökologisches Konzept wichtig, um den ehemaligen „energetischen Dinosaurier“, wie er es nennt, in ein nachhaltiges modernes Effizienzhaus 70 zu verwandeln. Herzstück dieses neuen Konzeptes ist eine Pellet-Brennwertheizung von ÖkoFEN (www.pelletsheizung.de) mit 15 kW Leistung, die von einer großzügig bemessenen Solarthermieanlage auf dem Dach unterstützt wird. Dabei konnte der Bauherr nicht nur auf die staatlichen Förderprogramme zurückgreifen, sondern auch ein rundum modernes und behagliches Zuhause schaffen – ohne die Mieter des sanierten Wohnhauses finanziell zusätzlich zu belasten. „Die Einsparungen bei den Heizkosten sind so immens, dass die Bewohner trotz einer sanierungsbedingten Mieterhöhung unterm Strich nicht mehr zahlen als vor dem Umbau“, erzählt Willnat.

Im ersten Schritt wurde hierzu die thermische Gebäudehülle aufgestockt. Statt der unzeitgemäßen Einfachverglasung wurden dreifachverglaste Fenster eingebaut, die ehemals monolithische Fassade mit einer Wärmedämmung versehen und große Luftschichten im Mauerwerk ausgefüllt. Schließlich wurde auch das Dach aufgedoppelt und über die Außenwände zusätzlich wärmegedämmt. Heute steht in Schermbeck nun das genaue Gegenteil der früheren „energetischen Katastrophe“, nämlich ein modernes Effizienzhaus 70 mit einem Jahresprimärenergiebedarf von gerade einmal 24 kWh pro m² und Jahr. Das entspricht in etwa einem Viertel des ursprünglichen Wertes.

Positive Erfahrungen

Im Zuge des ökologischen und nachhaltigen Gesamtkonzeptes sollte schließlich auch die alte Heizungsanlage komplett ausgetauscht werden. Bis zur Sanierung handelte es sich dabei um eine in die Jahre gekommene Flüssiggasheizung, da das Gebäude aufgrund seiner Abgelegenheit über keinen Gasanschluss verfügte. Die Wahl des neuen Wärmeerzeugers fiel Herrn Willnat dabei nicht schwer, wie er berichtet: „Weiterhin mit Flüssiggas oder anderen fossilen Brennstoffen zu heizen, kam für uns aus ökologischen Gründen nicht in Frage. Zudem konnten wir in unserem Firmenbüro in Gescher-Hochmoor bereits zehn Jahre positive Erfahrungen mit einem ÖkoFEN Pelletkessel sammeln. Zehn Jahre in denen die Heizung zur vollsten Zufriedenheit, zuverlässig und mit besten Effizienzwerten funktioniert. Diese positiven Erfahrungswerte wollten wir genauso an die Bewohner des Hauses in Schermbeck weitergeben und entschieden uns deshalb für einen Pellet-Brennwertkessel von ÖkoFEN.“

Solarthermie

Außerdem eignet sich die Pelletheizung hervorragend für eine Kombination mit der heizungsunterstützenden solarthermischen Anlage, welche ebenfalls im Zuge der Sanierung installiert wurde. Mithilfe von 22 m² Solarpanels auf dem Dach des Mehrfamilienhauses wird die Sonnenwärme für die Bewohner nutzbar gemacht. Zusammen bilden Solarthermie- und Pelletanlage ein hybrides Heizsystem, welches die jeweiligen individuellen Vorteile effizient vereint. Zentralstelle dieses Hybridsystems sind die beiden 750 l fassenden Pufferspeicher, welche zusammen mit Pelletkessel und Pelletlagertank im Heizungskeller auf engstem Raum Platz fanden. Dort wird überschüssig produzierte Wärme so lange gespeichert bis sie benötigt wird. Somit kann mit der Kraft der Sonne nicht nur das Warmwasser bereitgestellt werden, sondern in der Übergangszeit sogar geheizt werden. Nach Bedarf wird die Pelletheizung hinzugeschaltet und garantiert so einen stets grünen Energiemix mit perfekter CO2-Bilanz. „Und das alles bei minimalen Heizkosten, denn die Sonne schickt uns keine Rechnung“, wie Willnat treffend zusammenfasst.

Nachhaltig und effizient

Den umweltfreundlichen Brennstoff Holzpellets bezieht Willnat aus dem nahegelegenen Münster. Somit werden kurze Transportwege garantiert, was dem ökologischen Gedanken zusätzlich gerecht wird. Einmal befüllt, beliefert der platzsparende Gewebetank dank praktischem Vakuumsaugsystem den Heizkessel ein Jahr lang vollautomatisch mit Pellets. Um das Sechs-Familienhaus mit Wärme zu versorgen, benötigt die Pelletheizung dank intelligenter Brennwerttechnik lediglich sechs Tonnen des CO2-neutralen Brennstoffs. Das entspricht Heizkosten von gerade einmal rund 1.200 € im Jahr. Hersteller ÖkoFEN zählt mit seinen 15 Jahren Erfahrung zu den Vorreitern der Pellet-Brennwerttechnik, bei welcher zusätzliche Energie aus der Abwärme gewonnen und ein Wirkungsgrad nahe des physikalischen Maximums erzielt wird. Dass die langjährigen Bewohner auch nach der aufwändigen Renovierung nicht einmal zusätzliche Kosten tragen müssen, spricht für den Erfolg des Vorhabens von Bauherr René Willnat. „Nach einer kurzen Umgewöhnungsphase sind heute alle Mieter äußerst zufrieden mit der neuen Wohnsituation und berichten mir oft und gerne von der behaglichen Wärme in ihren neuen ‚alten‘ vier Wänden“, berichtet Willnat mit vernehmbarem Stolz und fügt hinzu: „Die Heizungsanlage von ÖkoFEN funktioniert erwartungsgemäß einwandfrei!“

Für René Willnats Holzbauunternehmen schließt sich über die Verwendung von Pellets im Schermbecker Mehrfamilienhaus einmal mehr der ökologische Holzkreislauf. Der Brennstoff entsteht als Nebenprodukt der Holzindustrie, weshalb kein einziger Baum für Pellets gefällt werden muss. Vielmehr tragen Holzpellets einen wichtigen Teil zur ganzheitlichen Nutzung des Rohstoffes bei. Auch bei der Dämmung wurde in Schermbeck Wert auf ökologische Produkte gelegt. Hier verwendete man mit Holzweichfaser und Cellulose natürliche Dämmstoffe, die ebenfalls aus Holz gewonnen werden. Und auch nach der Verfeuerung der Pellets endet deren Wertschöpfung noch nicht ganz, wie der Bauherr berichtet: „Einer der Mieter hat ein kleines Gemüsebeet zur Selbstversorgung im Garten hinter dem Haus angelegt. Daher nimmt er auch immer gerne die einfache Ascheentleerung vor, die nur zweimal in der Heizperiode erfolgen muss, und nutzt diese als Dünger für seine Pflanzen. Eine harmonischere Symbiose von Mensch und Umwelt kann ich mir wirklich nicht vorstellen.“

Staatliche Förderung

Dank kommunalen und bundesweiten Förderprogrammen, welche die Nutzung erneuerbarer Energien unterstützen, durfte sich René Willnat zudem über einen umfangreichen Zuschuss vom Staat freuen. So profitierte er nicht nur von einem günstigen Kredit der KfW, sondern auch vom Marktanreizprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sowie dem nordrhein-westfälischen Programm für Rationelle Energieverwendung, Regenerative Energien und Energiesparen – kurz „progres.nrw“. „Dank den vielfältigen Fördermöglichkeiten bekamen wir insgesamt knapp 10.000 € unserer Ausgaben vom Staat zurück, was die gesamte Sanierung und den Wechsel zu regenerativen Energien erheblich vereinfachte“, freut sich Willnat.

Autor: Beate Schmidt-Menig
ÖkoFEN Heiztechnik GmbH
Mickhausen

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