Sanitär & Wasser | Abwasser | 15.02.2013

Rückstauschutz

Wenn Junior es den Alten zeigt

Austausch eines veralteten Kellerablaufes

  • „ACO Junior“ Kellerablauf mit Rückstauverschluss für fäkalienfreies Abwasser, zur Montage oberhalb der Kanalisation Alle Bilder: ACO Passavant GmbH

  • Schritt 1: Der alte Kellerablauf wird mit einem Trennschleifer entfernt

  • Schritt 2: Die aufgetrennten Einzelbestandteile werden mit Hammer und Meißel bearbeitet, bis die Aussparung passt

  • Schritt 3: Die Aussparung wird für den Einsatz des „ACO Junior“-Ablaufes passend vorbereitet

  • Schritt 4: Das Gehäuse des Ablaufs wird eingesetzt

  • Schritt 5: Die Rückstaueinheit wird eingesetzt

  • Schritt 6: Drehbares Einsatzstück wird für optimale Anpassung an das Fliesenraster eingesetzt

  • Schritt 7: Ränder und Spalten werden verspachtelt, damit der Ablauf seinen optimalen Sitz hat

  • Schritt 8: Eingebauter Kellerablauf „ACO Junior“

  • Vorher Ein alter Wasserablauf ohne Rückstauschutz ist im Keller oder in der Waschküche ein Einfallstor für Wasser aus der Kanalisation

  • Nachher Mit dem schnell und einfach zu installierenden Bodenablauf „ACO Junior“ ist das Gebäude aufgrund des integrierten Rückstauschutzes gegen Überschwemmungen gewappnet

Spätestens seit dem BGH-Urteil von 2004 ist klar, dass Rückstauschutz Privatsache ist. Die Verantwortung für einen Rückstauschutz liegt damit beim Hausbesitzer oder Bauherren. Doch neben der Rechtslage zwingt auch der Klimawandel Hausbesitzer zum Handeln. Denn die meisten Abwassersysteme sind auf durchschnittliche Regenmengen ausgelegt. Inzwischen haben Sommergewitter aber das Zeug dazu tieferliegende Gebäudeteile wie z.B. Keller zu überschwemmen. Wenn aber Rückstau zur Normalität wird, mit der Hausbesitzer täglich rechnen müssen, dann erhält das Thema Rückstauschutz oberste Priorität.

Wie kommt es zu Rückstau?

Zu einem Rückstau kommt es meistens dann, wenn sich erhebliche Regenmengen oberhalb der Rückstauebene – in der Regel die Straßenoberkante – anstauen und über die öffentliche Kanalisation nicht in der üblichen Geschwindigkeit abfließen können. Wenn dann die Kapazität der Kanalschächte erschöpft ist, fließt das Wasser gemäß dem Prinzip der kommunizierenden Röhren in die umliegenden Gebäude zurück, die ebenfalls an die Kanalisation angeschlossen sind. Diese Gebäude entgehen nur dann der Überschwemmung, wenn sie mit einem aktiven oder passiven Rückstauschutz ausgestattet sind. Aktiver Rückstauschutz erfolgt über Abwasserhebeanlagen, die Entwässerungsgegenstände unterhalb der Rückstauebene gegen Rückstau sichern, passiver Rückstauschutz funktioniert durch den Einsatz von Rückstauverschlüssen, die in moderne Bodenabläufe integriert sind. Weitere mögliche Ursachen für Rückstau sind Kanalverstopfung, Querschnittsverengung, defekte Pumpwerke oder verstärkter Abwasserzufluss.

DIN-genormter Rückstauschutz

Um sich wirksam gegen die Rückstaugefahr zu wappnen, gibt es mittlerweile eine ganze Reihe geltender DIN-Normen. Maßgebend für den passiven Rückstauschutz ist die DIN-EN 13 564. Sie definiert in ihrem ersten Teil die Anforderungen an Rückstauverschlüsse für Gebäude. Sie müssen temperaturbeständig sein und dürfen unter Einfluss von häuslichem Abwasser keinen Verschleiß zeigen. Im Rückstaufall müssen Rückstauverschlüsse selbsttätig schließen und nach Ende des Rückstaus den ungehinderten Wasserablauf gewährleisten. Zudem dürfen die Klappen bei Rückstau nicht aufschwimmen. Da es sechs verschiedene Typen von Rückstauverschlüssen gibt, variieren die allgemeinen Anforderungen je nach Bauart. Um der DIN 13 564 zu entsprechen, müssen Rückstauverschlüsse strenge Prüfverfahren durchlaufen. Sind Rückstauverschlüsse bereits ins häusliche Ablaufsystem integriert, müssen diese laut DIN 13 564 Teil 3 und DIN 1986-3 zweimal jährlich von Fachpersonal gewartet werden. Zu diesen Wartungsarbeiten gehören unter anderem das Entfernen von Schmutz und Ablagerungen, die Prüfung und gegebenenfalls der Austausch von Dichtungen sowie eine Kontrolle der Abdichtmechanik. Auch die Normen DIN EN 12 056, DIN EN 752 und DIN 1986 (3, 30, 100) liefern wertvolle Empfehlungen zur Rückstauthematik. Für Abläufe in Gebäuden und Abläufe mit Leichtflüssigkeitssperren ist die DIN 1253-5 maßgebend.

Auch einige allgemeine Kriterien sind beim Einbau von Rückstauverschlüssen zu berücksichtigen:

n Das Wasser muss im natürlichen Gefälle abgeführt werden können.

n Die Räume müssen von untergeordneter Nutzung sein.

n Der Benutzerkreis muss klein sein. Diesem muss ein WC oberhalb der Rückstauebene zur Verfügung stehen.

n Bei Rückstau kann auf die Benutzung der Ablaufstelle verzichtet werden.

 
Ideal für die Sanierung

Vielerorts müssen heute vorhandene, nicht mehr oder nur noch teilweise funktionsfähige Abläufe durch neue Abläufe ersetzt werden. Geeignet ist dafür der Kunststoffbodenablauf „ACO Junior“ mit integriertem Rückstauverschluss. Der Kunststoffbodenablauf gehört zur Typenklasse 5 und ist geprüft gemäß DIN 13 564. Er vereint viele Vorteile sowohl bei der Montage als auch im Gebrauch. Aufgrund seiner kompakten Produktmaße lässt sich der „ACO Junior“ schnell und mit wenig Stemmarbeiten montieren. Er passt in fast jede Aussparung, die ein demontierter Bodenablauf hinterlässt und eignet sich folglich gerade für Sanierungen.

 
Ausbau

Der Ausbau des alten Kellerablaufs funktioniert relativ einfach. Zuerst werden alle Innenteile, wie Schlammeimer, Geruchsverschluss, defekte Rückstaueinheit, sofern vorhanden, entnommen. Zurück bleibt der Grundkörper des Ablaufs. Die meisten älteren Modelle sind rechteckig, so dass sich gut mit dem Trennschleifer arbeiten lässt – natürlich immer mit Schutzkleidung und Schutzbrille. Der Ablauf wird an mehreren Stellen durchtrennt, mittels Meißel oder Bohrhammer zertrümmert und dann entnommen. Es verbleibt eine Aussparung in der Bodenplatte, die in den meisten Fällen ausreichend ist, um den neuen Ablauf einzusetzen.

 
Kunststoff oder Guss?

Im nächsten Arbeitsschritt gilt es zu untersuchen, welche Rohrleitung verlegt ist: eine Gussleitung oder eventuell schon eine Kunststoffleitung, wobei es sich in den meisten Fällen um KG-Rohre oder KG 2000-Rohre handelt. Bei den letztgenannten passt der Anschluss des „ACO Juniors DN 100“, ohne dass weitere Maßnahmen nötig wären. Wichtig ist in jedem Fall, die Muffe mit Dichtung zu überprüfen. Liegen Beschädigungen vor, muss sie abgetrennt und mit einer Überschiebmuffe erneuert werden. Bei Rohren aus andern Werkstoffen, wie z.B. Gusseisen, Beton, Faserzement oder anderen, ist mit Übergangsstücken zu arbeiten, die im Sanitärfachhandel erhältlich sind. In diesen Fällen ist die Ablaufleitung ausreichend freizulegen. Sobald sie vorbereitet ist, wird der Bodenablauf in die Muffe DN 100 gesteckt.

 
Die weiteren Schritte

Den Rohrstutzen des Ablaufs reinigen, die Dichtung des Rückstauaggregats mit Gleitmittel versehen, den Ablaufkörper gerade ausrichten, das Rückstauaggregat in den Rohrstutzen des Ablaufs stecken und anschließend den Geruchsverschluss mit integriertem Schlammeimer einsetzen, wobei auch hier auf Sauberkeit und Gleitmittel zu achten ist. Nun wird der Ablauf abgedeckt, um anschließend die Hohlräume an den Seiten bis zum Ablaufrand mit Mörtel zu verfüllen. Dann wird je nach Bodenaufbau ein Verlängerungsstück aufgesetzt, das mit umlaufenden Ringen gekennzeichnet ist, so dass ein gerader Schnitt erleichtert wird. Ist der Bodenaufbau sehr gering, lässt sich die Höhe bis zum Bodenbelag auch einfach mit dem serienmäßigen Aufsatzstück überwinden. Es ist drehbar, so dass es optimal an das Fliesenraster oder an einer Kellerwand ausgerichtet werden kann. Zuletzt wird das Aufsatzstück ebenfalls verfüllt und gut hinterfüttert, damit später keine Setzungen erfolgen können. Nach dem Aushärten des Mörtels ist der Einbau abgeschlossen und der Kellerraum mit einem DIN-gerechten Bodenablauf mit integrierter Rückstausicherung Typ 5 ausgestattet. Im Einsatz bietet der „ACO Junior“ eine hohe Abflussleistung von 1,6 l/s und eine einfache Reinigung aufgrund des herausnehmbaren Schlammeimers und Geruchsverschlusses.

Der kleine Kellerablauf „ACO Junior“ eignet sich für eine Dichtheitsprüfung der Rohrleitungen: Nach der Entnahme des Rückstauaggregats findet man eine Rohrleitung DN 100 ohne jegliche Querschnittsverengung vor, in die die Blase problemlos eingesetzt werden kann. Der Ablauf hat damit die notwendigen Eigenschaften, die eine sachgerechte Dichtheitsprüfung verlangt.

Autor: Tina Rasch,

ACO Haustechnik,

Stadtlengsfeld

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