Viessmann: Power-to-Gas-Anlage in Betrieb genommen

Schlüsseltechnologie zum Gelingen der Energiewende

Am Viessmann-Unternehmensstammsitz in Allendorf (Eder) wird erstmals Methan, das mithilfe eines biologischen Verfahrens aus regenerativem Überschussstrom (z.B. Wind- oder Sonnenstrom) hergestellt wird, in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist. Die Anlage ging Anfang März in Betrieb. Die dazu notwendige Technik mit der Größe von drei Schiffscontainern wurde in die bestehende Biomethananlage integriert. Die weitere Ausbaustufe des Systems zur Erzeugung und Verarbeitung von maximal 400 m³ Nm³/h wurde bereits genehmigt.

Speicherprozess der Natur nachgebildet
Mit zunehmendem Ausbau von Wind- und Solarenergie werden in wind- und sonnenreichen Zeiten immer größere Mengen an Überschussstrom anfallen, die nicht in das Stromnetz eingespeist werden können. Die Entwicklung von Energiespeichern ist daher eine der größten Herausforderungen der Energiewende. Eine interessante Lösungsmöglichkeit stellt die Technologie „Power-to-Gas“ dar, die jetzt bei Viessmann (www.viessmann.de) angewandt wird. Mit diesem Verfahren kann aus überschüssigem Wind- und Solarstrom durch Elektrolyse aus Wasser Wasserstoff hergestellt werden, der direkt genutzt oder in einem zweiten Schritt zusammen mit Kohlendioxid aus einer Biogasanlage auf mikrobiologischem Wege zu Methangas umgewandelt wird.

Hohe Flexibilität  
Während in bisherigen „Power-to-Gas“-Projekten die Methanisierung auf chemisch-katalytischem Weg erfolgte, hat das Viessmann-Gruppenunternehmen MicrobEnergy das jetzt in großem Maßstab funktionierende Verfahren entwickelt, das eine Umwandlung des im Gärprozess in einer Biogasanlage anfallenden Kohlendioxids und des extern zugegebenen Wasserstoffs zu Methan auf mikrobiologischem Weg ermöglicht.

Kostensenkung
Durch die Nutzung vorhandener Biogas- und Klärgasanlagen können die Investitionskosten für „Power-to-Gas“-Anlagen deutlich gesenkt werden, da an den Standorten Transformatoren, Strom- und Gasnetzanschlüsse oftmals bereits vorhanden sind.

Förderung
Die Anlage wurde im Rahmen des Förderprojekts „BioPower2Gas“(www.biopower2gas.de) als „Power-to-Gas“-Demonstrationsanlage in Allendorf (Eder) errichtet. Die wesentlichen Projektziele sind die Erprobung des Elektrolyseurs und der biologischen Methanisierung (Stabilität, Langzeitstabilität), die vollständige Anlagenintegration in die Biomethananlage, das Erreichen einer stabilen und einspeisefähigen Gasqualität und der Nachweis der prozesssicheren dynamischen Fahrweise. Weiterhin soll der Regelenergiebetrieb und der Betrieb mit schwankenden Eingangsgasqualitäten (CO2, Feuchte, Temperatur, zyklisch und jahreszeitlich) erprobt werden. Um das hergestellte synthetische Speichergas vermarkten zu können, wird zudem die Qualifizierung des entstehenden synthetischen Methans für den Biokraftstoffmarkt im Rahmen von Bilanzierungs-, Nachweis- und Zertifizierungsverfahren durchgeführt.

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