Erfolgsfaktor Mensch

Es ist wieder „Zeit  zu starten“! Auch, wenn angesichts sommerlicher Temperaturen das Urlaubsgefühl noch überwiegt: Für weit über 10.000 Jugendliche in Deutschland beginnt in den nächsten Wochen ein neuer Lebensabschnitt im SHK-Handwerk. Mit Ausbildungsbeginn gehen sie einen ersten, bedeutenden Schritt in den Kreis der „Macher der Energiewende“. Das ist wichtig und dringend nötig, fehlen doch im Handwerk nach wie vor gut ausgebildete Fachkräfte, die unter anderem das Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 praktisch umsetzen sollen (Seite 8f). Zwar stiegen die Ausbildungszahlen in den SHK-Gewerken in den letzten Jahren stetig, doch noch immer meldet laut ZVSHK rund die Hälfte der Betriebe offene Stellen. „Die Ausbildung entwickelt sich stabil, aber zu langsam“, heißt es. Der Fachkräftemangel bleibe damit ein strukturelles Wachstumshemmnis – auch wenn sich die Lage zuletzt leicht entspannt habe. Bild: privat

Bild: privat

Sicher lässt sich das in einem gewissen Maße durch den Einsatz von KI, höhere Vorfertigungsgrade bzw. modulare Systeme, einfachere Installationstechniken oder standardisierte Produkte und Prozesse kompensieren, doch der Mensch bleibt im SHK-Handwerk der zentrale Erfolgsfaktor. Nur gut aus-gebildete Fachkräfte sind in der Lage, Kunden gezielt zu beraten und nach dem aktuellen Stand der Technik individuelle Lösungen zu planen sowie zu installieren.

Im Rückschluss bestätigt dies noch einmal die Bedeutung einer guten und zeitgemäßen Ausbildung in den SHK-Gewerken. Das erfordert einerseits eine kontinuierliche Überarbeitung der Inhalte, um aktuellen Anforderungen gerecht zu werden und andererseits strategische Rekrutierungsmaßnahmen. Dass viele Betriebe sowie die Berufsorganisationen dafür unter anderem mit der Kampagne „Zeit zu starten“ kräftig die Werbetrommel rühren, tut gut. Denn nur mit einem positiven Image und dem Aufzeigen von Karriere-Chancen im Handwerk lässt sich das Interesse potentialer und geeigneter Bewerber wecken. Letzteres klingt banal, ist aber angesichts der anspruchsvollen Berufsbilder dringend geboten. Nicht umsonst werden groben Schätzungen zufolge rund 30 % aller Lehrverträge noch vor Beendigung der Ausbildung wieder gelöst. Wer die Lehre erfolgreich absolvierten und später auf soliden Beinen arbeiten will, sollte über grundlegende Mathematikkenntnisse verfügen, Interesse an Physik und Technik haben sowie handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen. Gute Deutschkenntnisse gehören ebenso zur Voraussetzung, um in der Ausbildung mithalten zu können.

Auf das Gesamtpaket kommt es also an! In diesem Sinne wünsche ich allen voran den jungen Lehrlingen, aber auch den Betrieben, Lehrkräften, Eltern und Erziehenden einen erfolgreichen Start ins neue SHK-Ausbildungsjahr!

Herzlichst Ihre

Manja Dietz

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