Nutzerorientierte Armaturenlösungen
Komfort und Hygiene trotz eingeschränkter Handfunktion
Hände sind für die alltäglichen Abläufe unverzichtbar – doch Millionen Menschen in Deutschland leben mit gesundheitlich bedingten Einschränkungen der Handfunktion. Gerade in öffentlichen und halb-öffentlichen Sanitärbereichen sowie in Wohnungen Betroffener sind daher barrierefreie, sichere und hygienisch bedienbare Armaturen essenziell. Hersteller bieten speziell entwickelte Armaturen an, die auf die unterschiedlichsten Einschränkungen der Hände und des Bewegungsapparates eingehen.
Ob zuhause, im Krankenhaus oder Pflegeheim: Ergonomisch durchdachte Armaturen erleichtern Menschen mit körperlicher Einschränkung die Bedienung.
Bild: Schell
Das Feld der Krankheitsbilder, welche die Funktionsfähigkeit der Hände beeinträchtigt, ist groß: Rheumatoide Arthritis etwa, eine entzündliche Erkrankung der Hände, betrifft in Deutschland rund 0,6 bis 0,8 % der Bevölkerung; bei über 90 % der Betroffenen sind die Hände befallen. Polyarthrose, welche von dem schmerz-haften Abbau des Gelenkknorpels gekennzeichnet ist, tritt besonders häufig bei Frauen über 40 auf. Hinzu kommen neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson, bei denen Bewegungen zittrig oder verlangsamt werden, ebenso wie diabetische Neuropathien, die die Feinmotorik stören. Auch Schlaganfälle, Verletzungen, degenerative Muskelerkrankungen oder Fehlbildungen wie Dysmelien führen dazu, dass Bewegungen wie Greifen, Drücken oder Drehen im Alltag nicht selbstverständlich möglich sind.
Ergonomische Griffe für Armaturen
Wenn Hände an Kraft verlieren, Bewegungen unsicher werden oder Steifigkeit vorliegt, ist eine einfache Bedienung von Armaturen entscheidend. Zweigriff-Armaturen, welche häufig einen festen Griff und eine leichtgängige Drehbewegung der Hände und Handgelenke voraussetzen, sind hier nicht geeignet. Eine klassische Lösung ist hier der Einhebelmischer mit spezieller Ergonomie: Einhebelmischer, welche verlängert und mit einer offenen Form versehen sind, können auch bei geringer Handkraft oder mit eingeschränkter Beweglichkeit leicht betätigt werden. Durch die verlängerte Hebelwirkung genügt schon wenig Kraft, um die Armatur zu bedienen. Damit eignen sich solche Modelle sowohl für barrierefreie Bäder im Privatbereich als auch für den Einsatz in Pflegeeinrichtungen oder Kliniken. Auch bei Duscharmaturen ist auf ein ergonomisches Design sowie eine leichtgängige Betätigung zu achten. Ein Flügelgriff anstelle eines einfachen Drehgriffes oder ein Einhebelmischer sind hier die beste Wahl.
Während die „ThermoProtect“-Technologie bei der Duscharmatur „MODUS MD-T“ von Schell für Verbrühungsschutz sorgt, schützt die „IsoBody“-Technologie Nutzer vor Verbrennungen durch ein überhitztes Gehäuse. Zudem ermöglichen die Flügelgriffe eine leichte Betätigung der Armatur, auch bei motorischen Einschränkungen der Hände.
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Berührungslose Armaturen bei vollständigem Funktionsverlust
Nicht immer können Hände den Hebel überhaupt bedienen – etwa bei schweren Verletzungen, nach Amputationen oder bei starken Fehlbildungen. Hier bieten elektronische, berührungslose Armaturen eine sinnvolle Alternative. Der Wasserfluss startet automatisch, sobald die Hände in den Sensorbereich geführt werden, und stoppt ebenso selbstständig. Dies entlastet Betroffene und senkt gleichzeitig das Risiko von Kreuzkontaminationen für alle Nutzer. Im professionellen Umfeld, etwa in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen, sind berührungslose Lösungen zudem ein fundamentaler Baustein der Infektionsprävention.
Verbrühungsschutz bei verlangsamter Reaktionszeit und gestörter Thermorezeption
Eine oft unterschätzte Gefahr besteht für Menschen, die Temperaturänderungen verzögert oder gar nicht wahrnehmen können. Fachlich wird dies als Thermhypästhesie oder Thermozeptionsstörung beschrieben. Diese Symptomatik kann etwa im Zusammenhang einer Diabeteserkrankung oder bei degenerativen Nervenerkrankungen in Erscheinung treten. Schon 45 °C heißes Wasser kann bei längerer Kontaktzeit Hautschädigungen hervorrufen, ab 60 °C drohen bereits nach wenigen Sekunden Verbrennungen zweiten oder dritten Grades.
Die Waschtisch-Armatur „MODUS EH-T“ ist wahlweise mit offenem Bügelhebel oder Designhebel erhältlich. Der Hebel kann je nach Lebenslage und Bedarf problemlos ausgetauscht werden, auch gegen einen verlängerten „MODUS Care“- Bügelhebel.
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Unsere Hände: Mit ihnen nehmen wir Kontakt auf, unterstreichen unsere Gestik und benutzen sie als vielseitiges Werkzeug. Wer eingeschränkte Handfertigkeiten besitzt, dem helfen z. B. ergonomisch geformte Armaturen, die sich leicht greifen lassen, oder aber berührungslose Armaturen, deren Auslösung sensorgesteuert funktioniert.
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Hier greifen technische Schutzmechanismen wie die „ThermoProtect“-Technologie in der Waschtisch-Armatur „MODUS Care EH-T“ Armatur von Schell. Sie begrenzt die Auslauftemperatur auf maximal 38 °C und hält diese auch bei Druckschwankungen stabil. Fällt die Kaltwasserversorgung aus, stoppt der Wasserfluss automatisch. Ergänzt wird dies durch eine deutliche Warm-/Kalt-Kennzeichnung, die Fehlbedienungen vermeidet.
Doch auch ein erhitztes Gehäuse stellt eine Gefahr für vulnerable Personen dar. Damit nicht nur Verbrühungen durch zu heißes Wasser, sondern auch Verbrennungen durch ein heißes Gehäuse verhindert werden, eigenen sich Brausethermostate mit thermisch entkoppeltem Gehäuse. Diese sorgen dafür, dass sich das Gehäuse nicht erhitzt, sondern nahezu die Umgebungstemperatur beibehält, sodass ein Verbrennungsrisiko nahezu ausgeschlossen werden kann.
Hygiene im Vordergrund
Viele Krankheiten, die die Hände beeinträchtigen, wie beispielsweise Rheumatoide Arthritis, gehen mit einem schwachen Immunsystem einher. Für vulnerable Nutzergruppen ist deshalb die Trinkwasserhygiene besonders wichtig. Aerosolbildung im Bad kann Bakterien oder Viren verbreiten. Ein Beitrag zur Risikominimierung sind laminare Strahlregler. Sie mischen dem Wasser keine Luft bei, wodurch die Bildung von Aerosolen deutlich reduziert wird. Das Ergebnis: ein gleichmäßiger, spritzfreier Wasserstrahl, der sowohl hygienischer als auch komfortabler ist.
Grundsätzlich ist außerdem ein regelmäßiger Wasserwechsel für den Erhalt der Trinkwassergüte essenziell. Laut Trinkwasserverordnung muss durch den Verweis auf das Regelwerk spätestens alle 72 Stunden ein vollständiger Wasserwechsel erfolgen, um der übermäßigen Vermehrung von Legionella Spec. vorzubeugen. Diese Krankheitserreger stellen vor allem für Personen mit geschwächtem Immunsystem eine signifikante gesundheitliche Gefahr dar. Elektronische Armaturen mit automatischen Stagnationsspülungen oder ein Wassermanagement-System können dabei effizient den Erhalt der Trinkwasserhygiene sichern.
Berührungslose Waschtisch-Armaturen lassen sich besonders leicht bedienen: Die „XERIS E²-T“ mit integriertem Verbrühungsschutz („ThermoProtect“-Thermostat) erfüllt hohe Ansprüche an Ausstattung, Bedienkomfort und Design.
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Fazit
Barrierefreiheit bedeutet weit mehr als nur schwellenlose Zugänge und funktionale Aufzüge. Gerade in Sanitärräumen entscheidet die Gestaltung der Armaturen über Sicherheit, Komfort und Hygiene – und damit über die Lebensqualität der Nutzer. Ob ergonomische Hebel für Menschen mit schwacher Handkraft, berührungslose Armaturen bei Funktionsverlust, Thermostattechnik für gestörte Temperaturwahrnehmung oder laminare Strahlregler für immungeschwächte Personen: Hersteller können heutzutage praxisnahe Lösungen liefern, die Funktionalität und Sicherheit verbinden.
Normative Vorgaben für den Verbrühungsschutz
Normativ ist das Thema Verbrühungsschutz klar verankert: DIN 18040-1 und -2 schreiben für barrierefreie Sanitärbereiche Armaturen mit Einhebel- oder berührungsloser Bedienung in Verbindung mit Temperaturbegrenzung vor. Empfohlen wird, die maximale Wassertemperatur an der Auslaufarmatur auf 45 °C zu begrenzen. Damit ist der Verbrühungsschutz nicht nur Komfortmerkmal, sondern Teil der Verkehrssicherungspflicht von Betreibern.
