Projekt „Nachfolgenetzwerk: Offensive Unternehmertum“

Weil die Unternehmergeneration im Handwerk zunehmend älter wird, sollen mit dem neuen „Nachfolgenetzwerk: Offensive Unternehmertum“ mehr Nachwuchskräfte für die Übernahme eines Handwerksbetriebs sensibilisiert werden. „Es gibt viele zukunftsfähige und wirtschaftlich attraktive Unternehmen, die praktisch nur darauf warten, in die Zukunft geführt zu werden“, betont Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart. Für das Projekt, das die Handwerkskammern Region Stuttgart, Freiburg und Karlsruhe umsetzen, hat das Bundeswirtschaftsministerium Fördermittel von 788.000 € zur Verfügung gestellt.

Die Inhaber oder Geschäftsführer von über 6.000 Handwerksbetrieben in der Region Stuttgart sind aktuell älter als 55 Jahre. Der großen Zahl an übergabereifen Betrieben stehen jedoch immer weniger Menschen gegenüber, die zu einer Betriebsübernahme bereit sind. Auch die Bereitschaft zur Übernahme innerhalb der Familie sinkt. „Steuern wir hier nicht gegen, wird der Rückzug vieler Gewerke aus der Fläche, den wir momentan schon beobachten können, auch den Rückgang der Ausbildungsleistung und der Nahversorgung beschleunigen“, warnt Hauptgeschäftsführer Thomas Hoefling. Dieser Entwicklung möchte die Handwerkskammer Region Stuttgart gemeinsam mit den Kammern aus Freiburg und Karlsruhe entgegenwirken. Deshalb soll das „Nachfolgenetzwerk Baden-Württemberg“ mit verschiedenen Schwerpunkten in den teilnehmenden Kammern die Motivation und Sensibilisierung sowie auch die Vorbereitung auf den großen Schritt Betriebsnachfolgelösung eng begleiten.

Der Schwerpunkt des Projekts der Stuttgarter Kammer ist deshalb die gezielte Information und Sensibilisierung von jungen Menschen in allgemeinbildenden Schulen, den Meisterschulen aber auch in Studiengängen mit dem Schwerpunkt „Unternehmertum / Entrepreneurship“. „Wir wollen Personen finden, die eine Karriere im Handwerk anstreben und sie für die Branche begeistern. Auch Jungmeistern sollen die Chancen einer Existenzgründung durch Betriebsnachfolge zielführend aufgezeigt werden“, erklärt Hoefling. Zudem sei es notwendig, auch in den Schulen in den Abschlussklassen auf die Karrieremöglichkeiten im Handwerk aufmerksam zu machen. „Schüler sollen erkennen, dass die Option Chef und Unternehmer zu werden im Handwerk gang und gäbe ist.“ Aber auch Studenten und Studienabbrecher stünden im Fokus. „Die Möglichkeiten sich im eigenen Handwerksbetrieb zu verwirklichen sind groß“, weiß Kammerchef Hoefling.

Das Nachfolgenetzwerk Baden-Württemberg wird über die Initiative „Unternehmensnachfolge – aus der Praxis für die Praxis“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Weitere Informationen zum Projekt: www.nachfolgenetzwerk-handwerk-bw.de oder www.hwk-stuttgart.de/nachfolgenetzwerk

x

Thematisch passende Artikel:

Virtuelles Azubi Speed-Dating HWK Stuttgart

Die pandemiebedingten Absagen von Karrieremessen oder Berufsinfotagen an Schulen sorgen bei jungen Menschen derzeit für erschwerte Bedingungen bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz. Statt...

mehr

Initiative „Frauen im Handwerk“ gestartet

Hunderte von Frauen beweisen jeden Tag in Handwerksunternehmen, in Werkstätten und auf Baustellen, dass sie montieren, schrauben, bohren, sägen oder schweißen können. „Unser Ziel ist, dass wir...

mehr

Praktikumsdatenbank für Flüchtlinge

Neue Initiative „Integrationsbetrieb Handwerk“

Als weiteren Baustein im qualifizierten Beratungsangebot zu Fragen der Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beruf weist die Handwerkskammer Düsseldorf jetzt auf den neuen Internetservice...

mehr

Bundeskongress der Unternehmerfrauen

Werbung für das Handwerk

In ihrer Begrüßungsrede stellte Heidi Kluth fest, dass die Gründung von Arbeitskreisen und eines Bundesverbandes der Unternehmerfrauen im Handwerk (www.bv-ufh.de) vor über 25 Jahren alles andere...

mehr
Ausgabe 2008-5

Seminar für Frauen im Handwerksbetrieb

„Wir machen das Handwerk fit“ – unter dieser Devise schult der Abwasserspezialist Jung Pumpen (www.jung-pumpen.de) seit Jahren Unternehmer und Fachkräfte im Handwerk. Mit einem neuen...

mehr