Salzfreie Kalkschutzanlage im Praxiseinsatz

Vorzeigeobjekt für umweltfreundliche Gebäudetechnik

Im AWS Solutions Hub im niederösterreichischen Asparn an der Zaya schützt eine salzfreie Entkalkungsanlage die Trinkwasserinstallation zuverlässig vor Kalkablagerungen. Das Projekt zeigt, wie moderner Kalkschutz auch bei hoher Wasserhärte wartungsfrei, druckverlustarm und ohne chemische Zusätze umgesetzt werden kann.

Der AWS Solutions Hub wurde 2023 von Schauspieler Arnold Schwarzenegger und Monika Langthaler, Geschäftsführerin des AWS Solutions Hub, eröffnet. Das Gebäude-Ensemble befindet sich etwa 50 km nördlich von Wien in Asparn an der Zaya. Das Areal wurde unter anderem entwickelt, um die Umsetzbarkeit umweltfreundlicher Gebäudetechnik zu demonstrieren.

So wird das Grundstück durch eine eigene Photovoltaik-Anlage inkl. Speichersystemen mit Strom versorgt. Die Anlage besteht aus 297 Paneelen, welche ca. 130 kwp Strom produzieren. Diese Menge reicht für die Versorgung von bis zu 40 Haushalten. Daher befinden sich auf dem Gelände auch zwei Speicherbatterien, die eine Kapazität von 60 kWh aufweisen.

Heizung und Warmwasser werden durch eine Kombinationsanlage der Solarfocus GmbH aus St. Ulrich / Steyr erzeugt. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Solarthermie und Pelletkessel.  Gleichzeitig dient der AWS Solutions Hub als Ort des Austauschs für Tagungen, Workshops oder Vorlesungen.

Salzenthärtung mit ökologischen Nachteilen

Mit einer Gesamtwasserhärte von knapp 30 °dH liegt Asparn an der Zaya in einer Region mit besonders kalkhaltigem Trinkwasser. Auch wenn Kalk aus hygienischer Sicht unbedenklich ist, wirkt sich eine hohe Wasserhärte negativ auf Haushaltsgeräte sowie auf die Trinkwasserinstallation in Gebäuden aus. Kalkablagerungen führen langfristig zu Funktionsstörungen, Schäden und damit zu zusätzlichen Kosten für Reparaturen oder den Austausch von Geräten. Zudem steigt der Energieverbrauch. Bereits eine Kalkschicht von 2 mm kann bei der Warmwasserbereitung einen Mehrenergiebedarf von rund 12 % verursachen.

Zur Reduzierung von Kalk werden häufig Enthärtungsanlagen mit Salz (Ionentauscher) eingesetzt. Diese Technik erfordert jedoch den regelmäßigen Einsatz großer Mengen Regeneriersalz. In einem Einfamilienhaus können pro Jahr mehr als 100 kg Salz verbraucht werden. Das im Salz enthaltene Chlorid gelangt dabei über das Abwasser in Oberflächengewässer, da es in Kläranlagen nicht entfernt werden kann.

Salzfreie Wasseraufbereitung

Da der AWS Solutions Hub als Mehrzweckgebäude konzipiert ist und daher stark schwankende Wasserverbräuche aufweist, entwickelte der Hersteller Aqon Pure ein Kalkschutzanlagen-
konzept, das diese variierenden Anforderungen unterbrechungsfrei abdeckt. Besonderer Fokus lag dabei auf einem zuverlässigen Betrieb auch bei Spitzenverbräuchen sowie auf einem möglichst geringen Druckverlust. Die Kalkschutzanlagen von Aqon Pure arbeiten nach dem Verfahren der Impfkristallbildung. Zentrales Merkmal dieses Verfahrens ist, dass anstatt Kalk dem Wasser zu entziehen, mit den im Wasser befindlichen Härtebildnern Calcium und Magnesium mikroskopisch kleine Kalkkristalle gebildet werden. Diese Kristalle haben ein geringeres Anlagerungsverhalten und werden bei jeder Wasserentnahme ausgeschwemmt. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass dabei kein Salz benötigt wird.

Schneller Einbau und wartungsfreier Betrieb

Installiert wurde am Hauswasseranschluss eine Kalkschutzanlage des Typs „AQON PURE home +“. Die Anlage ist für Mehrfamilienhäuser mit bis zu vier Wohneinheiten ausgelegt und ermöglicht einen Nenndurchfluss von bis zu 3,6 m³/h. Trotz dieser Leistungsfähigkeit liegt der Druckverlust bei lediglich 0,3 bar. Dies ist insbesondere bei gleichzeitiger Nutzung mehrerer Wasserentnahmestellen und Küchengeräte von Vorteil. Der maximale Spitzendurchfluss der Anlage beträgt 4,5 m³/h.

Mit einer Baulänge von 40 cm lässt sich die „AQON PURE home +“ auch bei begrenzten Platzverhältnissen in bestehende Trinkwasserinstallationen integrieren. Für den Einbau muss lediglich die Trinkwasserleitung auf die Länge der Anlage getrennt und mit passenden Übergangsstücken wieder verbunden werden.

Die Montage erfolgte zeitsparend durch eine einzelne Fachkraft eines SHK-Betriebs. Einschließlich Inbetriebnahme und abschließender Kontrolle betrug die Einbauzeit rund 2,5 Stunden. Ein weiterer Vorteil ist der vollständig wartungsfreie Betrieb der Kalkschutzanlage. Dadurch müssen bei der Planung von Veranstaltungen keine Wartungsintervalle berücksichtigt werden.

Im AWS Solutions Hub in Asparn wurde die Installation über eine zusätzliche Rohrleitungsschleife realisiert, da der vorhandene Trinkwasserleitungsabschnitt zu kurz war. Die Einbaulage ist dabei unerheblich. Die Anlage kann senkrecht, waagrecht oder in beliebigem Winkel installiert werden. Zudem ist sie unabhängig vom verwendeten Rohrleitungsmaterial einsetzbar, da es zu keiner korrosionschemischen Veränderung der Trinkwasserqualität kommt, wie sie beispielsweise bei Enthärtungsanlagen mit Salz auftreten kann. Damit eignet sich das System auch für ältere Gebäude und Trinkwasserleitungen

Die Anlage arbeitet unabhängig vom aktuellen Wasserverbrauch. Ob einzelne Zapfstellen genutzt werden oder mehrere Entnahmestellen gleichzeitig in Betrieb sind, hat keinen Einfluss auf die Funktion. Maßgeblich ist lediglich der maximale Durchfluss. Auf Grundlage der möglichen gleichzeitigen Wasserentnahme empfiehlt Aqon Pure stets eine Anlagengröße, die auch bei hohen Verbräuchen einen möglichst geringen Druckverlust sicherstellt. So bleibt die Wassernutzung jederzeit uneingeschränkt.

Erstes Fazit

Zu den ersten Erfahrungen sagt Monika Langthaler: „Schon nach kurzer Zeit sind die Küchengeräte sichtbar weniger verkalkt – vom Teekocher bis zum einfachen Kochgeschirr. Mittel- und langfristig wird sich das positiv auf die Lebensdauer der Geräte und Utensilien auswirken – und das ganz ohne Chemie.“

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