„Bäder für Generationen“

Fachseminar zur Barrierefreiheit

Barrierefreiheit bedeutet Lebensqualität – gerade dann, wenn es drauf ankommt, z.B. im Alter. „Bäder für Generationen“ lautet eine Fachseminar-Reihe der HEWI Heinrich Wilke GmbH (www.hewi.com), die Anforderungen der DIN 18040 normgerecht und lösungsorientiert vermittelt. Seminarleiter Bernd Steltner erarbeitet aber nicht nur die wichtigsten Kriterien einer barrierefreien Badplanung mit den Teilnehmern, er vermittelt ihnen auch eine veränderte Wahrnehmung. Die SHK Profi-Redaktion war am 31. August 2016 beim HEWI-Fachseminar in den Räumlichkeiten der Karl Brand AG in Gütersloh vor Ort.

Das Schöne an Barrierefreiheit im Bad ist, wenn sie gut umgesetzt wurde, fällt sie nicht auf. Doch ansprechen möchte man als Fachhandwerker das Thema beim Kunden auch nur ungern, da es oft noch mit Tabus behaftet ist. Seminarleiter Bernd Steltner hat da ein klares Konzept, das er im folgenden Interview auf den Punkt brachte: „Barrierefreiheit muss mit Leichtigkeit verkauft werden. Die Ernsthaftigkeit steckt im Know-how“. Und das spiegelt sich auch im Fachseminar wider.

Zwei Ebenen

Anders als bei anderen Fachthemen hat die Badplanung unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit bzw. der Vermeidung von Barrieren zwei Ebenen, die professionell behandelt werden sollten. Auf der fachlichen Schiene müssen die Anforderungen der DIN 18040-2 gerade im Neubau Anwendung finden, wobei es im Bestand auf praktikable Lösungen ankomme, so Steltner.

Die zweite Ebene bestehe aus der Kommunikation. Dabei sei die richtige Wortwahl im Kundenkontakt entscheidend. Im Falle eines Badumbaus aufgrund von z.B. Krankheit und Unfall des Bewohners müsse der Fachhandwerker im Optimal-Fall möglichst alle Personen befragen, die Auskunft geben können, wie zukünftig die Badnutzung abläuft. Ansprechpartner können dabei der Betroffene selbst, der behandelnde Arzt, das Fachpersonal des Reha-Zentrums und die Pflegefachkraft sein, die den Betroffenen ggf. betreut.

Neue Wahrnehmung

Um die Teilnehmer in die Lage zu versetzen, nachvollziehen zu können, welche Probleme ein gehandicapter Badnutzer überhaupt hat, konnten die Teilnehmer Altersbrille (reduziert das Sehvermögen auf ca. 10 %), Rollstuhl oder Altersanzug (Begrenzung des Bewegungsapparats) selbst nutzen. Bei der von der Norm vorgeschriebenen Bewegungsfläche für Rollstühle (150 cm x 150 cm) wurde den Teilnehmern im Praxistest mit Rollstuhl sehr schnell klar, wie eng dieser Bereich ist. Ein wichtiger Faktor war dabei der Zugang zur Bewegungsfläche. Dabei zeigte sich, dass ein seitlicher Zugang deutliche Vorteile besitzt. Der Besuch der Badausstellung der Karl Brand AG im Altersanzug und mit Altersbrille zeigte deutlich auf, dass auch moderne Bäder oft versteckte Barrieren besitzen: kontrastarme Griffe an Türen und Duschen, Stolperfallen an Duschwannen und ungünstig positionierte Armaturen waren nur einige Hindernisse, die den teilnehmenden Fachhandwerkern dabei auffielen.

Fazit

Neben den Anforderungen der DIN 18040 vermittelt das HEWI-Seminar auch, worauf es gerade in der Praxis ankommt. Die Teilnehmer lernen und erleben, auf was sie bei der barrierefreien Badgestaltung achten müssen. Bernd Steltner lässt bei dem Seminarthema erst gar keine Berührungsängste aufkommen und lebt die Leichtigkeit, mit der Barrierefreiheit behandelt werden soll, direkt vor. Fragen und Problemstellungen werden so unkompliziert direkt und praxisnah geklärt. Ein weiterer Vorteil des Fachseminars sind die Informationen zu Finanzierung und Förderung.

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