Tipps und Tricks für die Solarthermie

Einfache Kollektormontage

Die Modulkollektoren von Tisun können vom firmeneigenen Montageteam per Kran montiert werden, sind durch ihre handlichen Größe und dem geringen Gewicht aber auch geeignet, direkt vom ausführenden Installateur mit oder auch ohne Kran montiert zu werden. Stefan Manglberger, Teamleiter technischer Kundenservice bei Tisun (www.tisun.de), hat Montagetipps für Installateure parat.

Der Montage sollte eine gründliche Besichtigung zur Überprüfung der Dachart, der Zufahrt, des Kranstandorts und der Ist-Situation vorausgehen. Die Auswahl des richtigen Befestigungs-Materials ist entscheidend für eine reibungslose Montage. Bei Dacharten wie Schiefer, Eternit oder Elastomer ist die Zusammenarbeit mit Dachdeckern zu empfehlen.

Installateure sind meist nicht gewohnt am Dach zu arbeiten, deshalb muss auf die Sicherheit besonders geachtet werden. Um das Risiko des Absturzes von Monteur und Material zu verringern, sollte das Dach vor der Montage mittels Stufenziegel oder Dachhacken begehbar gemacht werden. Zur Standardausrüstung von Tisun-Monteuren gehören Sicherheitsgeschirre mit Leinen, Falldämpfer und Schutzhelme.

Ortstechnische Vorgaben müssen beachtet werden: Dazu gehört zu klären, ob eventuelle Straßensperren, behördliche Genehmigungen oder Stromabschaltungen bzw. Isolierungen nötig sind. Bei Großanlagen empfiehlt sich der Einsatz von Großflächenkollektoren. Es sind weniger Verbindungen nötig, wodurch bei der Montage Tagesleistungen von 300 m2 beziehungsweise von 100 m2 bei Aufständerung möglich sind. Der reduzierte Verbindungsaufwand und die industrielle Fertigung bieten zusätzliche Qualitätssteigerungen.

Zu beachten ist, dass bei einer aufgeständerten Montage ein Verschattungsabstand gewählt wird, der auch an einem 21. Dezember mittags keine Verschattung entstehen lässt. So liefert die Anlage über das ganze Jahr einen vollen Ertrag.

Wartungsräume für Reparaturen und eventuell ein Abstand zum Dach bei Schneerutsch von den Kollektoren müssen berücksichtigt werden.

Für die Verrohrung eignen sich die Materialien Kupfer-, Stahl- und Edelstahlwellrohre am Besten. Durch die hohen Temperaturen empfiehlt sich das Hartlöten, beim Weichlöten sind unbedingt die Herstellerangaben zu beachten. Bewährt hat sich auch der Einsatz von Klemmring-Verschraubungen, bei weichen Materialien sollten Stützhülsen und Drehmomentschlüssel eingesetzt werden. Die Dichtmaterialien müssen generell temperatur-, druck- und glykolbeständig sein. Im Freien geführte Verrohrungen müssen UV- und witterungsbeständig isoliert werden. Beschädigungen durch Tiere können durch Alublechmantel-Isolierungen verhindert werden. Bei längeren Strecken sollte der kalte Rücklauf den weiteren Weg geführt werden. Zu beachten sind auch die Ausdehnungsmöglichkeiten, sofern diese nicht durch den Hersteller mittels Dehnungsschleifen und flexible Rohre vorgesehen sind. Bei Großanlagen erleichtern zusätzliche Entlüftungs- und Spüleinrichtungen die Inbetriebnahme.

Bei der Inbetriebnahme ist Folgendes zu beachten: Abdrücken nur mit Luft, keinesfalls mit Wasser wegen der Frostgefahr. Wasser und Frostschutz sind vor dem Befüllen gut mischen. Den Vordruck des Solarausdehnungsgefäßes (SAG) und den Anlagendruck anpassen, wobei der Anlagendruck geringfügig höher als der SAG-Druck im kalten Zustand sein sollte. Die Einbaulage des SAG muss dabei beachtet werden. Die Inbetriebnahme sollte nur im kalten Zustand durchgeführt werden.

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