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Betrieb | Fuhrpark | 27.02.2019

Fahrbericht: Bulliges Arbeitstier

„Französischer“ Pick-up

Mit dem „Alaskan“ will jetzt auch Renault im wachsenden Pick-up-Markt mitmischen. Mit einer Zuladung von bis zu 932 kg und einer Anhängelast von bis zu 3,5 t ist der „Alaskan“ aber alles andere als ein Lifestyle-Auto, sondern vielmehr ein echtes Nutzfahrzeug.
 

  • Unser Testwagen: Der „Renault Alaskan“ mit 140 kW starkem dCi Twin-Turbo-Diesel ermöglicht eine  Zuladung von bis zu 932 kg und zieht eine Anhängelast von bis zu 3,5 t. Quelle: Olaf Meier

  • Auf die 2,46 m² große Ladefläche passt leicht eine Europalette, die mit bis zu 500 kg belastbare Heckklappe kann die Ladefläche zusätzlich verlängern. Quelle: Olaf Meier

  • Das C-Channel-Verzurrsystem besteht aus drei Schienen an den Seitenwänden und der hinteren Kabinenwand, die mit verschiebbaren Verzurrschlitten ausgestattet sind. Quelle: Olaf Meier

  • Die hintere Sitzreihe bietet ausreichend Beinfreiheit und ermöglicht auch auf längeren Touren bequemes Sitzen. Quelle: Olaf Meier

  • Die optionale Laderaumabdeckung aus Aluminium schützt die Ladung vor Witterung und Langfingern. Quelle: Olaf Meier

Der „Renault Alaskan“ macht mit seiner Länge von 5,40 m und einer Höhe von über 1,8 m schon rein optisch ordentlich Eindruck. Und nicht nur die Dimensionen spiegeln das Bullige des Pick-up wider, auch mit seinen Gewichten und Lasten macht der „Alaskan“ klar: Er ist kein hippes Fahrzeug für Leute, die gerade mal ein Surfbrett transportieren wollen. Sondern ein echtes Nutzfahrzeug mit einem Leergewicht von 2,1 t, einer möglichen Zuladung von 932 kg und einer Anhängelast von bis zu 3,5 t.

Robuste Konstruktion

Der Nutzfahrzeug-Charakter findet sich auch in der Konstruktion des Pick-up wieder: Die Basis bildet ein steifes Kastenrahmenchassis aus hochfestem und korrosionsgeschütztem Stahl. Diese Konstruktion ermöglicht nicht nur die hohe Nutzlast, sondern ist auch besonders verwindungssteif, was insbesondere für den Einsatz im Gelände und im Anhängerbetrieb wichtig ist. Die Hinterachse ist als hochbelastbare Starrachse ausgeführt, die über eine Mehrlenker-Hinterradaufhängung mit Schraubenfedern mit der Karosserie verbunden ist. So soll einerseits die für ein Nutzfahrzeug erforderliche Robustheit gewährt werden, zum anderen aber der Fahrkomfort deutlich besser sein als bei einem klassischen Transporter. Das allerdings fällt bei der Testfahrt nicht sonderlich auf: Unbeladen „hoppelt“ das Heck des Nutzfahrzeugs über jede Fahrbahnunebenheit. Mit unserer Testladung von 15 60-Liter-Säcken Rindenmulch liegt der „Alaskan“ deutlich ruhiger und komfortabler auf der Straße.

Flexible Ladefläche

Er ist halt ein Arbeitstier, das zum Transport von Lasten entwickelt wurde. Dafür steht eine 1.581 mal 1.560 mm große Ladefläche zur Verfügung, auf die also auch eine Europalette passt. Die Pritsche lässt sich durch die mit 500 kg belastbare Heckklappe verlängern. Für die Sicherung der Fracht sorgt ein C-Channel-Verzurrsystem. Es besteht aus drei Schienen an den Seitenwänden und der hinteren Kabinenwand, die mit verschiebbaren Verzurrschlitten ausgestattet sind. Sinnvoll ist die wasserdichte Ladeflächenjalousie aus Aluminium, die optional verfügbar ist: Mit ihr kann die Pritsche wie ein Kofferraum genutzt werden, Werkzeug und Baustoffe sind vor Witterung und Langfingern geschützt. Heckklappe und Ladeflächenjalousie sind abschließbar, unpraktisch dabei ist allerdings, dass die Heckklappe nicht in die Zentralverriegelung integriert ist und die Jalousie einen anderen Schlüssel benötigt als die Kabinentür.

Komfortable Kabine

Der „Alaskan“ ist in Deutschland zunächst nur als Variante mit Doppelkabine verfügbar. Die bietet Platz für bis zu fünf Personen. Die Beinfreiheit im Fond beträgt 59 cm und bietet damit auch größeren Menschen ausreichend Sitzkomfort. Auf den vorderen Plätzen ist der „Alaskan“ mit so genannten „Zero Gravity”-Sitzen ausgestattet, bei denen spezielle Schäume sich optimal an die Konturen von Fahrer und Beifahrer anpassen und den Druck des Körpers gleichmäßig über die gesamte Sitzfläche verteilen. Tatsächlich sind die Sitze sehr bequem und man vergisst, dass man in einem Nutzfahrzeug sitzt. Überhaupt macht die Innenausstattung einen durchaus hochwertigen Eindruck. Das liegt auch, aber nicht nur, an der Lederpolsterung, über die unser Testwagen in der Ausstattungsvariante Intens verfügt.

Sehr hilfreich beim Manövrieren des großen Pick-up ist der Around View Monitor, der die Rückfahrkamera ergänzt. Mit Hilfe von vier vernetzten Nahbereichskameras stellt das System das Fahrzeug aus der Vogelperspektive dar und erlaubt so einen realistischen Rundumblick beim Parken und Rangieren. Hierdurch werden selbst Hindernisse sichtbar, die sich unterhalb der Fensterlinie befinden und vom Fahrer nicht erkannt werden können. Sehr hilfreich beim Heranfahren an Randsteine oder beim Ankoppeln eines Anhängers. Für letzteres ist der Around View Monitor um eine Zoomansicht ergänzt, so dass sich der Kugelkopf leichter an die Deichsel des Trailers rangieren lässt (das gilt nur für den „Alaskan“ mit optionaler Anhängerkupplung).

Leistungsstarker Antrieb

Auch beim Antrieb ist der „Alaskan“ ein echtes Nutzfahrzeug: Als Motorisierung dient ein Common-Rail-Diesel mit 2,3 l Hubraum. Das aus dem „Renault Master“ bekannte Vierzylinder-Triebwerk steht in Leistungsstufen mit 120 kW und 140 kW zur Verfügung. Beim dCi 190, mit dem unser Fahrzeug ausgestattet ist, liegt das maximale Drehmoment von satten 450 N m bereits bei einer Drehzahl von 1.500 Umdrehungen pro Minute an. Diese Kraft ermöglicht die Twin-Turbo-Technik: Zwei unterschiedlich große Turbolader komprimieren je nach Drehzahl einzeln oder zusammen die Ansaugluft. So liefert der Motor bei niedrigen Drehzahlen ein kraftvolles Drehmoment und im oberen Drehzahlbereich mehr Leistung. Verbrauchen soll der Pick-up dabei laut Renault im Schnitt 6,3 l Diesel – das ist allerdings sehr optimistisch: Bei unserer Testfahrt lag der Verbrauch deutlich darüber, und auch der ADAC ermittelte für den baugleichen „Nissan Navarro“ einen Verbrauch von 8,2 l. Der „Alaskan“ mit Doppelkabine verfügt serienmäßig über einen zuschaltbaren Allradantrieb. Auf asphaltierten Straßen fährt der Pick-up mit Hinterradantrieb. In leichtem Gelände oder bei nachlassender Traktion lässt sich während der Fahrt bei Geschwindigkeiten bis 100 km/h per Drehregler durch den Wechsel in den „4H”-Modus der Allradantrieb aktivieren. Dann schließt die Klauenkupplung, und die Antriebskraft verteilt sich im festen Verhältnis von 50:50 auf Vorder- und Hinterachse. Für schweres Gelände wie Sand oder Matsch steht das Fahrprogramm „4LO” zur Verfügung, das bei stehendem Fahrzeug zuschaltbar ist. Dann tritt das serienmäßige Untersetzungsgetriebe in Aktion und erhöht das Untersetzungsverhältnis von 1:1 auf 1:2,7. Das heißt: An den Rädern steht 2,7-mal mehr Drehmoment zur Verfügung. Der „Renault Alaskan“ ist mit dem dCi 160 ab einem Basispreis von 31.010 € (zzgl. MwSt) zu haben, unser Testfahrzeug mit dCi 190 und zahlreichen Zusatzausstattungen kostet 38.520 €.

Autor: Olaf Meier
Mönchengladbach

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