Rund-um-Service für Pumpen

Finger weg vom Starkstrom!

Partnerschaft füllt die Lücke

Die Installation von Pumpen gehört mit zum Leistungsumfang der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Der Anschluss an das Stromnetz fällt jedoch in den Verantwortungsbereich von Elektro-Fachkräften, und für Wartung und Reparatur ist im Regelfall der Werkskundendienst gefragt. Bei Störungen und Ausfällen kommt es zudem auf schnelle Hilfe an. Das Konzept der KSB-Pumpen-Partner hat sich zu einem bundesweiten Servicenetz entwickelt, das sich dem SHK-Handwerk zur Seite stellt. Diese Kooperation kann auch das Geschäft mit Pumpentechnik fördern.

Die Installation von Pumpensystemen ist bei zahlreichen privaten, gewerblichen oder öffentlichen Bauobjekten Bestandteil des Auftrags. Zu den damit verbundenen Arbeiten zählen neben dem Einbau und der Verbindung mit dem Leitungssystem auch der elektrische Anschluss für die Pumpen und die zugehörigen Schalt- und Steuerungsbauteile. Elektrische Anschlussarbeiten dürfen jedoch nur durch eine Elektrofachkraft ausgeführt werden. Auch reicht dafür die Zusatzqualifikation „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten im SHK-Handwerk“ nur soweit aus, wie die anzuschließende Pumpe nur Einphasen-Wechselstrom benötigt. Bei Pumpen für 3~400 V könnte der SHK-Betrieb somit ohne die Mitwirkung eines zusätzlichen Elektro-Fachunternehmens keine komplette Leistung erstellen.

Unterstützung vom Pumpen-Partner

Auf Unterstützung können SHK-Fachhandwerksbetriebe durch die Zusammenarbeit mit KSB-Pumpen-Partnern bauen. Diese stehen mit bundesweit rund 80 Fachunternehmen dem Gebäudetechnik-Handwerk als Partner für Inbetriebnahme, Wartung und Reparatur von KSB-Pumpen zur Verfügung. Die KSB Aktiengesellschaft war der erste Pumpenhersteller, der einen bis dato bedarfsweise agierenden Werkskundendienst zu einem deutschlandweiten Servicenetz für Gebäudetechnik und Industrie ausgebaut hat. Die Redaktion traf sich zu einem Gespräch mit Walter Weishaar, dem Leiter der PumpenPartner-Organisation im KSB-Werk Frankenthal:

Walter Weishaar: „Für die Aufstellung und die Montage von Pumpensystemen wie zum Beispiel Abwasserpumpen oder Druckerhöhungsanlagen ist ohne Zweifel zunächst die Kompetenz des SHK-Fachmanns gefragt. Der elektrische Anschluss muss jedoch durch eine qualifizierte Elektrofachkraft erfolgen. Zwar kann dies der SHK-Installateur mit der entsprechenden Zusatzqualifikation teilweise auch selbst ausführen. Aber eben nur teilweise, denn Druckerhöhungsanlagen oder Entwässerungspumpen in höheren Leistungsbereichen arbeiten mit Dreiphasen-Wechselstrom. Damit fallen Arbeiten an Starkstromanlagen an, die ausnahmslos nur von Elektroinstallateuren ausgeführt werden dürfen.“
 
Walter Weishaar: „Es kommt dabei auf die Leistungsabgrenzung der Gewerke an. Bei öffentlichen oder gewerblichen Bauobjekten ist der Regelfall, dass die Leistung des ausführenden Elektrofachbetriebs mit dem Verlegen der elektrischen Zuleitung bis vor das Gerät endet. Was mit dem freien Kabel­ende passiert, liegt im Aufgabenbereich des Gewerks, das die Pumpe liefert. Das heißt, der SHK-Auftragnehmer muss sich um den Anschluss der Pumpe selbst kümmern. Er steht letztlich auch in der Gewährleistungspflicht für die von ihm installierte Anlagentechnik. Damit hat er die Wahl, entweder den vor Ort tätigen Elektrohandwerker mit dem Anschluss oder aber einen autorisierten Partner des Herstellers zu beauftragen. Dieser verfügt über das notwendige Produktwissen, um die Anlage in Betrieb zu nehmen und auf einwandfreie Funktion zu prüfen – eine umfassende Leistung, die der SHK-Unternehmer von vornherein in seiner Kalkulation berücksichtigen kann.“
Walter Weishaar: „Eine direkte Wettbewerbssituation stellt sich im Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung nicht dar. Unsere Pumpen-Partner sind generell Fachfirmen mit elektrotechnischer Qualifikation, die das SHK-Handwerk als Dienstleister oder auch als Subunternehmer unterstützen können. Die Vertragspartner sind vorwiegend handwerklich strukturierte Betriebe im Bereich Elektromaschinenbau. Die Vertragspartner sind verpflichtet, einen Notdienst rund um die Uhr verfügbar zu halten. Falls eine Reparatur aufgrund benötigter Ersatzteile oder größerer Defekte nicht sofort durchgeführt werden kann, können sie im Notfall auch eine Ersatzpumpe einsetzen.“
Walter Weishaar: „Mehr noch, durch diese Zusammenarbeit kann ein SHK-Fachbetrieb seinem Kunden echten Mehrwert bieten, indem er Kompetenz aus einer Hand anbietet und der Pumpen-Partner in dessen Auftrag tätig wird. Damit kann der SHK-Unternehmer seinem Kunden zum Beispiel einen Servicevertrag für eine Entwässerungs-Pumpenanlage anbieten. Die damit verbundenen Arbeiten umfassen hauptsächlich Leistungen, die nicht zum Fachbereich Sanitär und Heizung gehören: Demontage und Abklemmen von der Stromversorgung unter Einhaltung der entsprechenden Vorschriften für Arbeiten an Stromanlagen, Zerlegen der Pumpe, Austauschen von Dichtungen und Laufrädern, elektrische Messungen, Prüfen und Reparieren des Elektromotors, und natürlich der Wiedereinbau einschließlich Funktionskontrolle. Zusammen mit einem Pumpen-Partner hat der Gebäudetechnik-Handwerker zum Beispiel auch die Möglichkeit, einen Industriekunden beim Energiesparen zu unterstützen, indem er bestehende oder neue Pumpenanlagen mit der von uns entwickelten Pumpendrehzahlregelung ‚PumpDrive‘ ausrüstet – bis hin zur Automatisierung mit ‚PumpExpert‘.“

Walter Weishaar: „Indem er einfach unseren Außendienst anspricht; auch bietet die KSB-Website www.ksb.de die Möglichkeit, den Pumpen-Partner über die Postleitzahl zu finden. Gerne hilft aber auch die Zentrale im Werk Frankenthal weiter.“

Vielen Dank für das Gespräch.

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