Tipps und Tricks im Wärmepumpenmarkt (6)

Heizregulierungen sind wichtig

Um das Potential einer Wärmepumpe voll auszuschöpfen, müssen Einstellungs- und Einbindungsmöglichkeiten von Anfang an berücksichtigt werden. Wichtige Fragen wie notwendige Vorlauftemperaturen, Leistungsbedarf der Wärmepumpe und Nutzerverhalten gilt es im Vorfeld zu klären. Erst wenn diese Punkte berücksichtigt sind, lässt sich die Wärmepumpe für jeden individuellen Fall optimal bestimmen.

Das wichtigste Kriterium beim Einbau einer Wärmepumpe im Altbau ist die Vorlauftemperatur des Heizsystems. So ist beispielsweise bei vorhandener Fußbodenheizung eine Vorlauftemperatur von max. 40 °C optimal für den Einsatz einer Wärmepumpe. Bei Radiatoren und vorhandener Gasheizung gilt als obere Grenze 45 °C, bei einer Ölheizung 50 °C. Diese Informationen bilden die Grundlage für die Entscheidung über die Wärmepumpen-Konfiguration und deren notwendige Leistung. Sind noch höhere Temperaturen vom Heizsystem gefordert, ist eine bivalente Einbindung der Wärmepumpe anzuraten. Hierbei wird die Wärmepumpe singulär genutzt bis zu der Außentemperatur, bei der eine Vorlauftemperatur von maximal 50 °C vom Heizsystem benötigt wird. Bei noch kälteren Außentemperaturen wird auf den vorhandenen Kessel umgeschaltet. Für eine optimale Energieeffizienz ist es also wichtig, dass die Wärmepumpe die Vorlauftemperatur witterungsgeführt regelt. Damit können in der Übergangszeit Luft-/Wasser Wärmepumpen wie die „Altherma LuviType“ (www.altherma.de) ihre Teillasteffizienz durch die Anpassung der Kompres­sordrehzahl voll ausspielen. Dies gilt sowohl für Fußbodenheizungen als auch für Heizkörper.

Für eine maximale Einsparung bei gleichzeitig hohem Komfort ist vor allem bei Heizkörpern das Nutzerverhalten wichtig. Thermostatventile sollten möglichst voll geöffnet bleiben, so kann die Temperaturregelung durch die außentemperaturgeführte Vorlaufregelung erfolgen. Sollte es dem Nutzer dabei zu warm oder zu kalt sein, hat er die Möglichkeit, die eingestellte Kurve noch um bis zu 5 °C abzusenken oder anzuheben. Es sind möglichst viele Nutzungsinformationen vom Kunden zu erfragen, damit optimal beraten und die Heizkurve korrekt eingestellt werden kann.

Bei Gebäuden mit großen Fensterflächen auf der Südseite und offener Bauweise kann der Einsatz eines zentralen Raumthermostaten sinnvoll sein. Wird durch den solaren Ertrag der Fensterflächen das Gebäude soweit beheizt, dass keine weitere Energiezufuhr notwendig ist, können sowohl die Wärmepumpe als auch die Umwälzpumpe über das Raumthermostataus geschaltet werden. Zu beachten ist, dass dann für keinen Raum Heizenergie zur Verfügung steht, was unter Umständen tagsüber mit Komforteinbußen in anderen Zimmern verbunden sein könnte. Darüber muss der Nutzer unbedingt im Voraus aufgeklärt werden. Direkt am Raumthermostat kann auch bei der optionalen Kühlfunktion die Betriebsart „Heizen“ oder „Kühlen“ gewählt werden, ohne dass die Änderung an der Hydrobox selber erfolgen muss.

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