Rückstausicherung und Alarmschaltgerät

Keine Angst

vor brauner Brühe

Kellerräume werden oft als Wohn-, Party- oder Werkräume genutzt. Liegen sie – wie meist – unterhalb der Rückstauebene, so sollten sie zuverlässig rückstausicher entwässert werden, da sonst eintretendes Wasser erhebliche Schäden an der Einrichtung und an sonstigen Gegenständen anrichten kann. Dabei bietet der Einsatz von so genannten „Alarmschaltgeräten“ zusätzliche Sicherheit.

Autor: Marco Koch, Jung Pumpen GmbH, Steinhagen

Sämtliche Ablaufleitungen von Entwässerungsgegenständen (Waschma­schinen, Duschen, Handwaschbecken etc.) in Gebäuden bilden durch den Anschluss an den Kanal ein verbundenes Rohrsystem. Staut sich das Ab­wasser im Kanal auf – z. B. durch starke Regenfälle oder bei einer Kanalverstopfung –, so drängt es gleichzeitig auch in die angeschlossenen Hausabflussleitungen zurück, so dass es im Gebäude bis maximal auf das Niveau der Straßenoberkante ansteigt. Wurde die Hausentwässerung nun nicht rückstausicher ausgeführt, steht der Keller mit samt Inventar schnell komplett unter Wasser, weil das Wasser am niedrigsten Punkt des Rohrsystems, z. B. einem Waschbecken oder einem WC im Keller, austritt.

Rückstausicherung

Bereits eine im Pumpensumpf montierte Schmutzwasserpumpe sorgt zuverlässig für eine dauerhafte Rückstausicherung und bringt fäkalienfreies Abwasser bei jedem Wetter auf den Weg in Richtung Kanal. Abhängig vom Fördermedium werden Pumpen oder spezielle Hebeanlagen, z. B. für fäkalienhaltige Abwässer, eingesetzt, die das Abwasser in robusten PE-Behältern sammeln und es mit speziellen Abwasserpumpen über das Niveau der Rückstauebene pumpen. Auch spezielle Lösungen für die Über- und Unterflurinstallation sorgen für eine zuverlässige Rückstausicherung. Der Einbau von Schmutz- und Abwasserhebeanlagen gilt unangefochten als beste und sicherste Variante der Rückstausicherung. Hier ist bereits durch die Führung der Druckrohrleitung mit einer Schleife über die Rückstauebene aus physikalischer Sicht die Sicherung gegeben. Schäden durch rückstauendes Wasser aus der Kanalisation sind damit faktisch unmöglich. Selbst wenn das Abwasser aus dem Kanal z. B. bei Starkregen zurück in das Rohrsystem eines Gebäudes drückt, können Räume, die durch eine Pumpe oder Hebeanlage gesichert sind, uneingeschränkt genutzt werden. Waschmaschine, WC und Dusche können ohne Probleme weiteres Abwasser in den Pumpensumpf oder die Hebeanlage abgeben. Zur Aufrechterhaltung der Funktionsbereitschaft dieser Anlagen fordern die allgemein anerkannten Regelwerke eine regelmäßige Wartung dieser Anlagen. Fachhandwerker können diese Forderung nutzen und ihren Kunden bereits bei Einbau dieser Anlagen den Abschluss eines Wartungsvertrages empfehlen.

Kontrolle ist sinnvoll

Sinnvoll ist es, Kunden auch auf die komfortable Funktionskontrolle mittels Alarmschaltgerät hinzuweisen. Alarmschaltungen dienen dabei beim Erkennen eines unzulässig hohen Wasserstandes mittels Kugeltauchschalter, Elektrode oder Staudrucksystem. Sie sind immer dann sinnvoll, wenn Pumpen in einem Behälter oder Schacht direkt am Stromnetz betrieben werden, die über keine separate Steuerung mit integrierter Alarmsignalisierung verfügen. Bei Ausstattung mit einem potentialfreien Kontakt kann die Alarmmeldung beliebig weitergeleitet werden. Besonders vorteilhaft ist der Einsatz dieser Alarmschaltgeräte immer dann, wenn an den Pumpenschacht oder -behälter Wasch- und/oder Spülmaschinen angeschlossen sind. Spezielle Alarmschaltungen mit Waschmaschinenstopp setzen zeitgleich eine akustische Störmeldung ab und stoppen die Stromzufuhr der angeschlossenen Haushaltsgeräte. Der automatische Abwasserzufluss wird damit unterbrochen und ein unbemerktes Überlaufen des Pumpenbehälters effektiv vermieden. Auch bei Stromausfall funktioniert das Alarmschaltgerät einwandfrei über einen integrierten Akku. Nicht nur in Kombination mit Pumpen oder Hebeanlagen kann der Einsatz von Alarmschaltgeräten sinnvoll sein. Auch in Erd- oder Obergeschoss aufgestellte Wasch- und/oder Spülmaschinen werden sicherer durch den Einsatz eines Alarmschaltgerätes. Darauf sollten SHK-Spezialisten ihre Kunden hinweisen. Sondertypen des Waschmaschinenstopps sind mit einer Spezial-Elektrode ausgestattet. Bei Kontakt mit auslaufender Flüssigkeit, wie sie z. B. aus einem undichten Wasserschlauch austritt, werden die angeschlossenen wasserführenden Geräte abgeschaltet und gleichzeitig ertönt eine Alarmmeldung – und das bereits bei einem Wasserstand von einem Millimeter.

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