Sanitär & Wasser | Installationssysteme & -materialien | 06.11.2018

Legionellen-Kontamination
vorbeugen

Wärmedämmung zur Prävention von Legionellen

Im Sommer steigt die Legionellen-Gefahr: Bedingt durch die Urlaubszeit stagniert Wasser über einen längeren Zeitraum in den Leitungen und haustechnische Installationen können so ungewollt zu einer Brutstätte für die gefährlichen Bakterien werden. Nach wissenschaftlichen Schätzungen erkranken allein in Deutschland jährlich 15.000 bis 30.000 Menschen an Legio­nellose, einer Lungenentzündung, die durch Krankheitserreger im Wasser übertragen wird. Mögliche Infektionsquellen sind nicht nur kontaminierte Klimaanlagen, Schwimmbäder oder Whirlpools, auch Fehler in der Planung und Installation von Sanitärinstallationen können zu einem gesundheitsgefährden­den Anstieg von Legionellen im Trinkwasser führen. Eine der wichtigsten Präventivmaßnahmen ist daher die korrekte Isolierung der warm- und kaltgehenden Trinkwasserleitungen mit geeigneten Dämmstoffen.

  • Eine korrekte Dämmung sorgt dafür, dass kalte Trinkwasserleitungen auch kalt bleiben. Quelle: Armacell

  • Dämmstoffe mit einer geschlossenzelligen Materialstruktur verhindern sicher die Entstehung von Tauwasser und Korrosionsschäden Quelle: Armacell

  • Im Wasser kann Gefahr lauern: Legionellen sind für das Auge nicht sichtbar. Quelle: Armacell

  • Mit „ArmaFlex“-Schläuchen lassen sich Leitungen schnell, einfach und sicher dämmen. Quelle: Armacell

Legionellen sind Bakterien, die über die zentrale Wasserversorgung in Trinkwas­sersysteme von Gebäuden gelangen können. Sie vermehren sich bevorzugt in stagnierendem Wasser bei Temperaturen zwischen 25 und 45 °C. Zur Gefahr werden die Bakterien, wenn sie in kleinen Tröpfchen (z.B. als Aerosol beim Duschen) eingeat­met werden. Insbesondere bei chronisch kranken, bettlägerigen und abwehrge­schwächten Menschen können sie eine schwere Form der Lungenentzündung (Legionellose) auslösen, die tödlich enden kann. Da die Symptome denen einer Grippe ähneln, wird die Krankheit häufig nicht korrekt diagnostiziert. Nach Schätzungen des Kompetenznetzwerkes für ambulant erworbene Pneumonien (CAPNETZ) geht man in Deutschland von etwa 15.000 bis 30.000 Fällen von Legionärskrankheit pro Jahr aus. Danach würden 95 % der Legionellose-Fälle trotz Meldepflicht nicht erkannt.

 

Maßnahmenmix

Zur Vermeidung eines gesundheitsgefährdenden Anstiegs von Legionellen im Trinkwasser gibt es eine Reihe betriebs-, bau- und verfahrenstechnischer Maßnah­men, die möglichst in Kombination zum Einsatz kommen sollten. Neben der Gewähr­leistung einer ständigen Zirkulation des Wassers im Leitungssystem muss die unzu­lässige Abkühlung von Trinkwarmwasserleitungen und Erwärmung von ­Kaltwasserleitungen verhindert werden. Nach DIN EN 806-2 dürfen Leitungen für kaltes Trinkwasser nicht neben Heizleitungen oder Leitungen für erwärmtes Trinkwasser verlaufen oder durch beheizte Bereiche wie z. B. Trockenschränke für Kleider oder Wäsche führen. Kaltwasserleitungen sind gegen äußere Wärmeeinwirkung durch genügenden Abstand von Wärmequellen oder durch eine entsprechende Dämmung zu schützen. Für Warmwasserleitungen gelten identische Anforderungen zum Schutz vor Kälteeinwirkung.

 

Leitungstemperatur halten

Die Mindestdicke des Dämmmaterials für Rohre und Zubehör hat sich nach den örtlichen oder nationalen Anforderungen zu richten. Besteht ein erhöhtes Legionellenrisiko, beispielsweise durch Verlegung von warm- und kaltgehenden Leitungen in einem gemeinsamen Kanal oder Mauerschlitz oder durch Leitungen ohne regelmäßige Zirkulation, sollten die Leitungen unbedingt ausreichend gedämmt werden. Die Firma Armacell empfiehlt hier den Einsatz einer so genannten 100 % Dämmung, d.h. einer Dämmschichtdicke die ca. dem Rohraußendurchmesser entspricht. Bei der Dämmung von Trinkwasserwarmleitungen wird so nicht nur der Legionellenprävention genüge getan, die Leitungen sind so auch vor unnötigen Energieverlusten geschützt.

 

Dämmstoffe schützen vor Tauwasser

Für die Dämmung kaltgehender Trinkwasserleitungen sollten aufgrund der Gefahr von Tauwasserbildung ausschließlich geschlossenzellige Dämmstoffe mit hohem Wasserdampfdiffusionswiderstand eingesetzt werden. Wie Schadensfälle in der Praxis zeigen, bieten offenzellige Dämmstoffe (ob mit oder ohne feuchtigkeitsundurchlässige Außenhaut) auf kaltgehenden Leitungen keine ausreichende Sicherheit gegen Durchfeuchtung infolge Diffusion. Sie stellen daher keinen wirksamen Schutz gegen Tauwasserbildung dar. Bei diesen Systemen wird der Wasserdampfdiffusionswiderstand auf eine Dampfbremse konzentriert. Selbst bei handwerklich sorgfältigster Ausführung sind Undichtigkeiten und Wassereintritt in die Dämmung oft nicht zu vermeiden. Dadurch besteht die Gefahr, dass der in der Luft enthaltene Wasserdampf in die Dämmschicht eindringt, hier kondensiert und den Dämmstoff innerhalb kürzester Zeit durchfeuchtet. Mit dem Anstieg von Feuchte im Material erhöht sich die Wärmeleitfähigkeit, die Dämmwirkung verschlechtert sich und höhere Energieverluste sind die Folge. Darüber hinaus kann es zu Korrosion und kostenintensiven Folgeschäden kommen.

 

Leitungen vor unzulässiger Abkühlung bzw. Erwärmung schützen

Aufgrund ihrer technischen Eigenschaften verhindern die Dämmstoffe „AF/ArmaFlex“, „SH/ArmaFlex“ und „Tubolit“ (www.armacell.de) eine unzulässige Abkühlung bzw. Erwärmung von Warm- und Kaltwasserleitungen und schützen die Anlagen gleichzeitig vor Energieverlusten. Die geschlossenzellige Materialstruktur verhindert zudem eine nicht zulässige Durchfeuchtung des Dämmstoffes und damit Korrosion an den Leitungen. „AF/ArmaFlex“, „SH/ArmaFlex“, und „Tubolit“ entspre­chen den Anforderungen der deutschen DIN 1988-200 und der Energieeinsparver­ordnung.

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