Zentral und dezentral

Mikro-KWK-System für Privatkunden

Mit dem „HomePower“-Mikro-KWK-System steigt RWE Effizienz in Zusammenarbeit mit Vaillant Deutschland in den Markt für dezentrale Energieversorgung von Privatkunden ein. Dies stellten beide im Rahmen einer Pressekonferenz am 16. November 2011 im inHaus-Zentrum in Duisburg vor, in dem auch eine Demonstrationsanlage installiert ist. Die Kernelemente der stromerzeugenden Heizung sind ein „ecoPOWER 4.7“-Blockheizkraftwerk von Vaillant sowie eine von RWE entwickelte „ControlBox“, die das Energiemanagement des Kunden übernimmt.

Intelligente Regeltechnik

Die Anlage wird nach dem Strom- und Wärmebedarf des Kunden gesteuert. Die Regeltechnik wurde gemeinsam mit der Fraunhofer Gesellschaft Duisburg entwickelt. Stromspitzen, die nicht aus der Mikro-KWK-Anlage gedeckt werden können, werden durch den Bezug von Ökostrom ergänzt. Insgesamt soll sich der Primärenergieverbrauch eines Gebäudes um mehr als ein Drittel und der CO2-Ausstoß um bis zu 50 %­ reduzieren lassen. Zum Marktstart will RWE Effizienz zunächst bis zu 50 Anlagen in NRW installieren. Diese Anlagen werden messtechnisch besonders begleitet und ausgewertet. Sie eignen sich typischerweise für Kunden mit einem Wärmebedarf ab 60 000 kWh/a und können als Contracting-Lösung oder komplett erworben werden. RWE Effizienz plant, ab 2012 auch kleinere Mikro-KWK-Anlagen für Einfamilienhäuser anzubieten.

„Mit Contracting senken wir für den Hauseigentümer die Investitionsschwelle beim Ersatz seiner alten Heizung. Gleichzeitig wird er zum Stromerzeuger. Und zum Stromspeicherer. Denn das System kann auch zeitweise Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energien aus dem Netz zuhause einspeisen und zum Heizen einsetzen“, erläutert Ingo Alphéus, Vorsitzender der Geschäftsführung der RWE Effizienz GmbH. „Dabei setzen wir auf die Kraft-Wärme-Kopplungs-Technik unseres Partners Vaillant und das qualifizierte Fachhandwerk, unter Wahrung der etablierten Vertriebskanäle. Heiztechnikhersteller, Fachhandwerk und Energieversorger müssen an einem Strang ziehen, wenn die Energiewende zuhause funktionieren soll. Darum müssen auch die Privateigentümer mit ins Boot; wenn nur Kommunen und Industrie auf KWK-Technik setzen, ist das zu wenig“

 

Virtueller Kraftwerksteil

Das Mikro-KWK-System soll künftig auch als Teil eines virtuellen Kraftwerks zu höherer Stabilität des Stromnetzes beitragen. Auch heute kommt es z.T. zu einem Überangebot an Ökostrom. Das RWE-Mikro-KWK schaltet sich, gegenüber konventionellen wärmegeführten KWK-Anlagen, in diesem Fall ab und speichert den überschüssigen Strom in Form von Wärme. So wird das Netz entlastet und ein Beitrag zur Integration erneuerbarer Energien geleistet. Zudem kann Strom erzeugt und ins Netz abgegeben werden.

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