Sicher, hygienisch und komfortabel

Geberit „FlowFit“ in der Praxis

Hinter dem Namen „FlowFit“ verbirgt sich ein Mehrschichtverbundrohrsystem des europäischen Marktführers für Sanitärprodukte, Geberit. Es lässt sich universell einsetzen und verspricht eine leichte Installationsweise. Mit nur zwei Pressbacken lassen sich acht Dimensionen von 16 bis 75 mm verpressen – das ermöglicht laut Hersteller unterbrechungsarme, wirtschaftliche Abläufe und spart Zeit bei der Montage. Der Installationsbetrieb Wilbrand Haustechnik nahm das System in einem Neubauprojekt in Dortmund unter die Lupe und bestätigt den Mehrwert des Versorgungssystems – insbesondere für Verarbeiter.

Das innovative Mehrschichtverbundrohrsystem besteht aus drei Lagen: Eine innere und äußere Schicht aus Polyethylen (PE-RT II) betten eine mittlere Lage aus Aluminium ein. So bietet die äußere Kunststoffschicht aus PE-RT II Schutz vor Korrosion und mechanischen Schäden. Die mittlere Aluminiumschicht macht das Rohr stabil und gleichzeitig biegefähig. Durch die PE-RT II-Innenwand sind die Leitungen korrosionsbeständig und lebensmittel­echt. SHK-Installateure und TGA-Planer können Geberit „FlowFit“ daher bedenkenlos für alle Trinkwasserqualitäten einsetzen.

Eine aufeinander abgestimmte und verbesserte Rohr- und Fittinggeometrie sorgt für einen optimierten Durchfluss und geringere Druckverluste. Das führt zu kürzeren Ausstoßzeiten und weniger Wasservolumen. Für einwandfreie Hygiene sorgen zudem Schutzkappen auf Fittings (inkl. Gewindefitting) und Rohrleitungen, welche die Bauteile bis zu ihrem Einbau innen staubfrei und sauber halten.

Einfachere Verarbeitung durch laterale Verpressung

Zu mehr Komfort und Sicherheit bei der Installation trägt die innovative laterale,­ also seitliche, Verpressung bei. Soll heißen: Die Pressstelle kann problemlos in jede gewünschte Position gedreht werden. Das verringert den Platzbedarf und macht den Pressvorgang auch an schwierigen oder engen Stellen problem­los möglich. Um sicher zu verpressen, muss die Pressbacke nicht mehr das gesamte Fitting umfassen, sondern greift ganz einfach um den Pressindikator. Die Pressbridge aus Edelstahl, die das Fitting umfasst, wird daraufhin zusammen­gezogen und die Verbindung dauerhaft dicht. Ein weiterer Vorteil: Das geringere­ Gewicht des Presswerkzeugs erleichtert laut Hersteller das Überkopfarbeiten. Selbst bei großen Dimensionen sind keine Pressschlingen und Zwischenbacken notwendig.

Handliches Presswerkzeug, unterbrechungsfreier Pressvorgang

Für die acht Rohrdimensionen von 16 bis 75 mm benötigt der Installateur nur noch zwei Pressbacken. Bei der Installation der „FlowFit“-Versorgungsleitungen in Ein- und Mehrfamilien­häusern, in denen nur Rohre mit Durchmessern bis 40 mm zum Einsatz kommen, reicht sogar eine. Die Pressbacken des Systems sind mit den Geberit Presswerkzeugen der Kompatibilitätsklassen [1] und [2] verwendbar. Als Alternative zum elektrisch betriebenen­ Pressgerät bietet Geberit für die kleineren Dimensionen 16 bis 40 mm eine Handpresszange an. Sie lässt sich einfach handhaben, findet in jeder Tasche Platz und erlaubt es, selbst größere Rohre mit wenig Kraftaufwand zu verpressen. Ein Entgraten und Kali­brieren der Rohre ist bei dem neuen System nicht notwendig. Der Entfall dieses Arbeitsschritts beschleunigt den Installationsprozess deutlich. Um dennoch deformierte Rohrenden leicht stecken zu können, bietet Geberit ein Kalibrierwerkzeug an.

Mehr Sicherheit bei der Installation

Für die zuverlässige Dichtheit der Leitungen sorgen mehrere Faktoren: Einer davon ist der Pressindikator, der nur abfällt, wenn eine Verbindung sicher und unlösbar verpresst ist. Die Form des Indikators lässt bei der Werkzeugführung keine Toleranzen zu, sodass es nur eine Möglichkeit gibt, das Presswerkzeug anzusetzen. Fehlerhafte Verpressungen sind dadurch nahezu ausgeschlossen. Zudem verfügt jeder Fitting über mehrere Sichtfenster, durch welche der Installateur erkennen kann, ob die Einstecktiefe stimmt. Die farbliche Übereinstimmung zwischen Pressindikator und Pressbacke minimiert zudem die Gefahr einer Verwechslung.

Um Fittings einzusparen, können auch Biegungen vorgenommen werden. Die Mehrschichtverbundrohre bis 20 mm lassen sich mithilfe von Biegefedern biegen, für die Dimensionen 16 bis 32 mm wird ein Biegewerkzeug verwendet werden.

Breites Sortiment für jede Bauaufgabe

Die Rohre stehen in mehreren Varianten zur Verfügung: „­FlowFit“ ist als Mehrschichtverbundrohr als Stangen- oder Rollenware erhältlich und kann wahlweise als Rolle nackt, Schutzrohr oder vorgedämmt ausgewählt werden. Darüber hinaus gibt es „FlowFit“ auch als Vollkunststoffrohr. Für den Einsatz in geschlossenen Kreisläufen (z. B. im Heizungsbereich) ist ebenfalls ein Mehrschichtverbundrohr als Stangen- oder Rollenware, sowie je nach Bedarf vorgedämmt und exzentrisch verfügbar. Dank dieser Variantenvielfalt und einer Auswahl von mehr als 450 Fittings aus Polyphenylensulfon (PPSU) sowie Gewindeteilen aus bleifreiem Rotguss und bleifreier Silizium­bronze lässt sich so gut wie jede Sanitärinstallation in der Haustechnik lösen. Zugelassen ist das System für die Heizungsinstallation von 0 bis 80 °C, für die Trinkwasserinstallation von 0 bis 70 °C sowie für einen Betriebsdruck bis zu 1 MPa (10 bar). Es erfüllt die zu erwartenden strengeren Vorgaben der europäischen Chemikalienverordnung REACH 2021. Zudem verfügt die Produktgruppe über das DVGW Baumusterprüfzertifikat DW-8801DL0200.

Durch den Einsatz von vorgedämmten Rohren lassen sich im Bauprozess Zeit und Kosten einsparen, da so die Installation in einem Arbeitsgang gelingt. Zum Sortiment gehört auch eine innenliegende Zirkulation, mit der die Wärmeeinwirkung auf die Kaltwasserleitung reduziert werden kann. Zudem wird im Schacht ein geringerer Platz benötigt. So sind kleinere Schachtabmessungen realisierbar. Der Energiebedarf für die Zirkulation minimiert sich ebenfalls durch die Einbettung des Rohres im Warmwasser.

Erfahrungen aus der Praxis

Der Mehrwert, den „FlowFit“ liefert, wurde jüngst in einem Neubauprojekt im Dortmunder Stadtteil Huckarde unter Beweis gestellt: Zwischen dem Jahr 2019 und 2021 entstand dort ein Mehrfamilienhaus, bei dem der Fokus auf komfortablem und barrierearmem Wohnen liegt. Bauherr, Planer und Installateur in Personalunion Robert Wilbrand verwendete in allen Bädern sowie bei den Versorgungs- und Entwässerungsleitungen im Haus Produkte von Geberit. Das Versorgungssystem setzte er im Rahmen dieses Projekts erstmalig ein. „Die Erwartung an neue Systeme ist immer hoch, speziell wenn sie innovativ sein sollen“, so der Bauherr. Was die Werbung versprach, wollte er auf jeden Fall selbst testen: Erleichterungen bei der Installation, schnelle Verarbeitung bei engen Platzverhältnissen, kein Wechsel von Pressbacken, sichere Verarbeitung bei schlechten Sichtverhältnissen, Schutz vor Staub und Schmutz im Rohrsystem – genau das richtige für seine Baustelle.

Um das Installationssystem auch in der Praxis kennenzulernen und den Einbau vornehmen zu können, sahen sich die Monteure der Wilbrand Haustechnik GmbH zunächst Montagevideos an. „Es ist klasse, dass wir über einen QR-Code an der ­Verpackung Videos zum Produkt aufrufen konnten. So haben wir uns ­einen ersten Eindruck verschafft“, erläutert Wilbrand. „Auf der Baustelle haben wir zusätzlich eine ausführliche Einführung von unserem Geberit-Außendienstmitarbeiter erhalten, der uns den Einbau exakt erklärt und demonstriert hat. Da blieben keine Wünsche offen“, ergänzt er.

Erleichterte Arbeitsprozesse inklusive

Das neue Versorgungssystem brachte den Monteuren auf der Baustelle viele Vorteile. Für die Installation der Leitungen im Bad benötigten sie lediglich eine Pressbacke. „Ein Werkzeugwechsel war bei den Rohrleitungen bis 40 mm Durchmesser nicht nötig, so dass wir bei den Verpressungen schnell vorangekommen sind“, erklärt der SHK-Experte begeistert. Eine Pressbacke übernimmt die Dimensionen 16 bis 40 mm, eine weitere die Dimensionen ­50 bis 75 mm. Laut Praxisbericht, ein zeitlicher Vorteil gegenüber anderen Presssystemen, denn der häufige Wechsel von Press­backen entfällt dadurch. Auch die Flexibilität beim Pressvorgang lobte der Handwerker. „Die Pressbride an den Fittings lässt sich nach Bedarf in Position drehen und das Presswerkzeug bequem von jeder Seite nutzen. Meine Mitarbeiter konnten so in nahezu jeder Lage, auch bei den engen Platzverhältnissen vor Ort, problemlos pressen und die Pressstelle so drehen, dass sie die Pressbacke bequem ansetzen konnten“, resümiert der Geschäftsführer des Dortmunder Installationsbetriebs. Das machte sich auch in der benötigten Zeit für die Installation bemerkbar: „Pro Bad hat der Einbau des Versorgungssystems weniger als einen Tag Arbeit in Anspruch genommen. Es waren deutlich weniger Arbeitsschritte nötig, da die Rohre bei ‚FlowFit‘ nicht mehr entgratet und kalibriert werden mussten. So konnten wir insgesamt schneller arbeiten als mit anderen Versorgungssystemen“, freut sich der Bauherr.

Trinkwasserschutz hat oberste Priorität

An die Sicherheit stellte Robert Wilbrand besonders hohe Anforderungen: „Wir sind für die Qualität des Lebensmittels Nr. 1, Trinkwasser, mitverantwortlich“, erläutert er die große Verantwortung als Bauherr, TGA-Planer und SHK-Installateur. Ein hygienisch einwandfreies System, das auf der Baustelle problemlos gelagert werden kann und nach der Installation sicher in der Anwendung ist, war daher Voraussetzung für den Einsatz im neuen Wohngebäude. Um zu vermeiden, dass Staub und Schmutz in das Rohrleitungssystem gelangen, sind alle Formstücke und Rohrleitungen des Systems mit Schutzkappen versehen. Das System sowie alle Zubehör­teile sind zudem durchgängig bleifrei. Auch bei der Dichtheit der Versorgungsleitungen geht der In­stallateur und Bauherr keine Kompromisse ein. Über ein Sichtfenster an den Pressfittings kann die Einstecktiefe der Rohre optisch kontrolliert werden. Der Pressindikator fällt erst dann ab, wenn der Pressvorgang erfolgreich war und das Rohr dicht ist: „Mich hat überzeugt, dass wir durch den Pressindikator eine hohe Verarbeitungssicherheit haben“, resümiert der Geschäftsleiter des Sanitärbetriebs aus Dortmund. Damit bei der Wahl des Presswerkzeugs Verwechslungen und damit eventuell fehlerhafte Verpressungen ausgeschlossen werden, haben Pressbacke und -indikator übereinstimmende Farben: 16 bis 40 mm sind blau, 50 bis 75 mm sind orange markiert.

Eindeutiges Testurteil

Robert Wilbrand setzt seit vielen Jahren die Systeme von Geberit ein: „Qualität, Anwenderfreundlichkeit und Langlebigkeit der Produkte spielen für mich eine entscheidende Rolle – da vertraue ich nicht nur auf etablierte Systeme, sondern auch auf Neuentwicklungen, die einem Planung und Installation vereinfachen. Als ich ‚FlowFit‘ das erste Mal gesehen habe, war ich sofort begeistert. Hier bleiben in puncto Workflow, Hygiene, Hydraulik und vor allem bei der sicheren Verarbeitung keine Wünsche offen“, fasst der SHK-Experte seine positiven Erfahrungen zusammen und ergänzt: „Geberit hat hiermit ein System entwickelt, das an Effizienz und Sicherheit seinesgleichen sucht. Das kann ich jedem weiterempfehlen.“

Einsatz bewährter Installationselemente

Neben der Neuentwicklung kamen auch ­bewährte Produkte­ zum Einsatz. Das flexible Vorwand-Installations­system Geberit „GIS“ beispielsweise wurde bei allen teilhohen Installationswänden montiert und das ­Tro­cken­bauelement „Duofix“ in den raumhohen Bereichen. Ausgestattet waren diese mit Installationselementen für die Dusche und den Waschtisch sowie mit einem „Sigma“-Unterputzspülkasten. Im Bereich der Steigstränge und im Keller wie auch für die Heizungsinstallation setzte der erfahrene TGA-Planer und SHK-Installateur aufgrund der extremen Korrosionsbeständigkeit auf Geberit „Ma­press“ aus Edelstahl. Die gesamte Hausentwässerung realisierte er mit dem hochschallgedämmten Abwassersystem „Silent-Pro“, das den Schallschutz im Hochbau nach DIN 4109 erfüllt und dank des Stecksystems einfach und schnell zu verarbeiten ist. Um den Brandschutz im Schacht nach DIN 4102 zu gewährleisten, wurde an allen Deckendurchbrüchen das Deckenverschlusssystem „FSH 90“ installiert. Es erfüllt die Brandschutzanforderungen und schützt vor der Ausbreitung von Rauch und Feuer. Die Montage kann ohne großen Aufwand von einem Installateur vorgenommen werden.

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