Wärmezähler: Antworten zu häufig gestellten Fragen

FAQ beantwortet von Profis Montage, Wartung und Reparatur von Wärmezählern Eichung von Wärmezählern & neue HKVo

Montage, Eichaustausch und Co. – für SHK-Fachleute gehören Wärmezähler in der gebäudetechnischen Installation zum täglich Brot. Doch trotz aller Routine ist dies wahrlich ein komplexes Gebiet. Aktuelle Entwicklungstendenzen wie das Inkrafttreten der novellierten Heizkostenverordnung machen den Umgang mit den vielschichtigen Messgeräten nicht unbedingt einfacher. Nicht verwunderlich also, dass auch die Fragen komplexer werden, die die Hersteller an ihren Servicehotlines erreichen. Der Aufklärungsbedarf ist groß – die häufigsten Fragen rund um Einbau, Wartung, Eichaustausch und Arbeitsweise von Wärmezählern beantwortet die SHK Profi-Redaktion daher im Folgenden gemeinsam mit dem Markenhersteller für Wasser- und Wärmezähler, der Oldenburger Allmess GmbH.

Was ist bei der Dimensionierung von Wärmezählern zu beachten?

Ausschlaggebend für die Auslegung von Wärmezählern ist der Volumenstrom (m³/h). Dabei sind die Geräte nach dem dauerhaft auftretenden Nenndurchfluss Qn bzw. Qp zu dimensionieren. Dieser lässt sich dem Typenschild des Wärmezählers entnehmen. Im Idealfall arbeiten SHK-Handwerker bei der Zählerauslegung eng mit dem zuständigen Planer zusammen. Ebenfalls hilfreich: Übersichtliche Auslegungstabellen für die Auswahl des passenden Wärmezählers , die Unternehmen wie die Allmess GmbH zur Verfügung stellen (www.allmess.de). Generell ist zu beachten, dass die Dimensionierung von Wärmezählern immer auch einen Kompromiss bildet zwischen Messgenauigkeit und Druckverlust, den das Messgerät erzeugen darf. Die Messtoleranzen sind dabei abhängig vom Nenndurchfluss und der Genauigkeitsklasse durch die Eichfehlergrenzen vorgegeben. Die Druckverlustkurven wiederum können entsprechend Zählertyp und Nenndurchfluss den jeweiligen Datenblättern entnommen werden.

Animation Integral-MK UltraMaXX von allmess

Was sind typische Fehlerquellen beim Einbau von Wärmezählern?

Werden Wärmezähler nicht korrekt installiert, kann dies gravierende Folgen in Bezug auf die Messergebnisse haben. Bei der Montage ist daher vor allem auf den korrekten Einsatz der Temperaturfühler zu achten: Der blau markierte Temperaturfühler muss in die Rücklauf-Messstelle und der rote Temperaturfühler in die Vorlauf-Messstelle eingesteckt werden. Fatal kann es auch sein, wird bei der Montage des Wärmezählers die Fließrichtung nicht beachtet. Als Hilfestellung ist diese mit einem Pfeil auf der Innenseite des Einrohranschlussteils (EAT) gekennzeichnet. Der Wasserfluss sollte stets in Pfeilrichtung verlaufen.

Wie stelle ich die korrekte Funktionsweise eines Wärmezählers sicher?

Um sicherzugehen, dass bei Einbau und Inbetriebnahme keinerlei Fehler auftreten, sollte jeder Wärmezähler durch den Fachmann unmittelbar nach der Montage auf seine korrekte Funktionsweise kontrolliert werden. Hierbei ist es hilfreich, spezielle Montage- und Übergabeprotokolle einzusetzen, wie sie z.B. die Allmess GmbH jedem Zählermodell beifügt. Zur Durchführung einer Plausibilitätskontrolle vor Ort eignet sich zudem folgende Formel:

Q = V x Δt x K

V = Volumen m³

Δt = Temperaturdifferenz K

K = K-Faktor (i.d.R. ~1,1 zur Überschlagsrechnung)

Ist es möglich, Wärmezähler im Vorlauf zu montieren?

In der Regel gilt: Die Durchflusssensoren eines Wärmezählers sollten in den Heizungsrücklauf eingebaut werden. Der Grund hierfür: die von den Rechenwerken vorgegebenen K-Faktoren für die Bewertung des spezifischen Wärmeinhaltes des Messmediums. Werden die Durchflusssensoren in den Vorlauf eingebaut, entsteht ein Rechenfehler. Zudem wird der Zähler dann außerhalb der durch die Eichung vorgegebenen Betriebsparameter verwendet. Es gibt jedoch auch Einbaubedingungen, die einen Zähler im Vorlauf vorsehen. Für solche Fälle ist jeder Zählertyp optional mit einer Vorlaufprogrammierung erhältlich.

Was ist bei einer Funktionsstörung des Wärmezählers zu beachten?

Eine Funktionsstörung muss nicht zwangsläufig auf einen gerätetechnischen Defekt hinweisen. In den meisten Fällen ist die Ursache anlagen- bzw. installationsbedingt. So können z.B. über die Heizungsanlage Verschmutzungen in den Zähler gelangen, die diesen blockieren. Um einen Gerätedefekt auszuschließen, sind daher zunächst Heizungsanlage und Installation genau zu überprüfen. Stellt sich dabei heraus, dass keine anlagen- oder installationsbedingte Ursache vorliegt, ist das betroffene Gerät inklusive Fehlerbeschreibung an den Hersteller zu senden. Allmess stellt seinen Fachhandwerkspartnern über den Fachgroßhandel in solchen Fällen ein entsprechendes Ersatzgerät zur Verfügung. Stellt sich bei der Prüfung heraus, dass der Ausfall durch den Hersteller zu vertreten ist, übernimmt dieser im Rahmen der Garantiebedingungen die Kosten für den Zähler sowie den Aus- und Einbau.

Wie lange ist die Eichgültigkeitsdauer von Wärmezählern und was muss ich hinsichtlich ihres Ablaufs berücksichtigen?

Die im Eichgesetz festgelegte Eichgültigkeitsdauer für Wärmezähler beträgt fünf Jahre. Nach Ablauf dieser Frist sind die Geräte im Rahmen des Eichaustauschs gegen neue Zähler zu ersetzen. Über diese Sachlage sollten Immobilienbesitzer bereits bei der Geräteinstallation informiert werden, denn nur, wenn diese nach fünf Jahren rechtzeitig ausgetauscht werden, sind Gebäudeeigentümer rechtlich abgesichert und können gewährleisten, dass der Energieverbrauch exakt erfasst wird. Praktisch: Werden Wärmezähler über Mietkonzepte wie den „Allmess MietService“ angemietet, profitieren SHK-Profis nicht nur in punkto Kundenbindung, sondern ersparen sich zudem die aufwendige Buchführung über fällige Eichaustauschtermine. Denn: Durch Teilnahme am Vermietungsgeschäft sichern sie sich gleichzeitig den Eichaustausch und werden rechtzeitig zum fälligen Zählerwechsel vom Hersteller informiert – regelmäßiger Zugang zum Gebäude auf vertraglicher Basis inklusive. Eine ideale Möglichkeit für interessante Folge­geschäfte wie beispielsweise einen Check der Heizungsanlage oder den Einbau eines Leckageschutzgerätes.

Warum reicht zur Nacheichung eines Wärmezählers ein Batteriewechsel nicht aus?

Die Batterien des Wärmezählers haben keinerlei Einfluss auf die vom Gesetzgeber geforderte Messgenauigkeit der Geräte, sondern stellen ausschließlich die Stromversorgung des Rechenwerks sicher. Um die Messgenauigkeit der Zähler zu gewährleisten und zu dokumentieren, müssen Zähler mit abgelaufener Eichgültigkeitsdauer daher komplett durch geeichte Neugeräte ersetzt werden.

Wo erhalte ich für meinen Kunden einen Eichnachweis?

Dem Wunsch nach einer schriftlichen Bestätigung über die durchgeführte Eichung kann mit einem pauschalen Schreiben nicht nachgekommen werden, gestaltet sich die Eichung von Messgeräten doch als komplexer Prozess. Ausschließlich Zähler mit gültiger Bauartzulassung können durch eine staatliche Eichbehörde oder eine staatlich anerkannte Prüfstelle geeicht werden. Hierbei wird geprüft, ob der Zähler die im Eichgesetz definierten Eichfehlergrenzen einhält, anschließend wird das Gerät mit dem Hauptstempel, bestehend aus Prüfstellenzeichen und Jahreszahl sowie dem Hinweis „geeicht bis ...“, versehen. Darüber hinaus erlaubt der Gesetzgeber keine Angaben. Diese dürfen lediglich bei zusätzlich beantragten Prüfungen (z.B. Genauigkeitsprüfungen im Rahmen einer Befundprüfung) in Form von Prüfscheinen gemacht werden. Dazu ist die Vorlage der Geräte bei einer im Hause der Hersteller betriebenen Prüfstelle erforderlich.

Wo werden Messgeräte mit abgelaufener Eichgültigkeitsdauer entsorgt?

Wärmezähler, die im Rahmen des Eichaustauschs ausgebaut wurden, werden von Herstellern wie Allmess zurückgenommen. Dazu werden die Altgeräte einfach über den Fachgroßhandel an das Unternehmen zurückgesendet. Dieses kümmert sich dann um die fachgerechte Entsorgung und führt einen Großteil der Materialien dem Recyclingkreislauf zu.

Wie arbeiteten Ultraschallwärmezähler?

Wärmezähler, die nach dem Ultraschall­prinzip arbeiten, errechnen zur Regis­trie­rung des Volumenstroms über Rechenwerk, Temperaturfühlerpaar und Durchflusssensor anhand der Laufzeitdifferenz eines Ultraschallsignals die Strömungsgeschwindigkeit. Daraus ermitteln die Geräte wiederum den Durchfluss. Diese Messmethode ist verschleißfrei, denn die Zähler verfügen im Gegensatz zu mechanischen Geräten nicht über bewegliche Teile, die gestört werden können: Ein Zählerstillstand ist ausgeschlossen, da es keine Lagerelemente oder Flügelräder gibt, die sich abnutzen oder durch Ablagerung blockiert werden können. Das Ergebnis: Messgeräte, die besonders langlebig sind und selbst bei kritischem Heizungswasser eine präzise Messung gewährleisten. Praktisch: Wärmezählermodelle, die die Vorteile des Ultraschallverfahrens mit dem Messkapselsystem für einfachen Eichaustausch kombinieren, wie z.B. „der Integral-MK UltraMaXX“ von Allmess.

Können Ultraschallzähler auch im Bestand problemlos eingesetzt werden?

Da der Messkapsel-Ultraschallwärme­zähler von Allmess mit bereits in Bestandsbauten integrierten Einrohranschlussteilen kompatibel ist, muss bei der Wärmezähler-Nachrüstung oder beim Eichaustausch nicht die komplette Installation neu errichtet werden, wenn moderne Ultraschalltechnologie eingesetzt werden soll. So ist beispielsweise das Modell „Integral-MK UltraMaXX“ von Allmess aufgrund einer Ultraschall-Messkapsel und neuem Temperaturfühlerkonzept mit allen bislang installierten Einrohr­anschlussteilen (EATs) für Wärmezähler sowie Vorlauf-T-Stücken von Allmess kompatibel. Dies gewährleistet auch die Rückwärtskompatibilität des Geräts. Hierzu müssen lediglich der alte Zähler ausgebaut und die neue Zählerkapsel in das EAT eingeschraubt werden.

Sind Wärmezähler für die zentrale Warmwasser-bereitung ab 2014 Pflicht?

Ja, ab 1. Januar 2014 müssen Wohneinheiten mit mehr als zwei Parteien gemäß neuer Heizkostenverordnung (HKVo) über einen geeichten Wärmezähler zur Erfassung des Energieverbrauchs der ­zentralen Warmwasserbereitung verfügen. Daher sind die betroffenen Immobilien bis Ende des Jahres mit entsprechenden Messgeräten nachzurüsten. Für Neuanlagen greift die Gesetzesnovelle bereits: Hier muss der Energieverbrauch für die Warmwasserbereitung schon seit Januar 2009 nach dem individuellen Verbrauch mit geeichten Wärmezählern ermittelt werden. Detaillierte Informationen hierzu bieten spezielle Infobroschüren der Hersteller.

In welchen Fällen greift die Nachrüstpflicht für Wärmezähler nicht?

Wohneinheiten mit mehr als zwei Parteien und zentraler Warmwasserbereitung sind dann von der Nachrüstpflicht befreit, wenn die Erfassung der Energiemenge zur Warmwasserbereitung nur mit einem unzumutbaren Aufwand möglich wäre. In der Regel lassen sich die Geräte jedoch ohne größere bauliche Maßnahmen installieren. Weitere Ausnahmeregelungen werden in § 11 der HKVo aufgeführt.

Welche Zähler eignen sich besonders, um den Anforderungen der neuen HKVo gerecht zu werden?

Die novellierte HKVo fordert eine gerechte Abrechnung, was wiederum eine exakte Messung des Energieverbrauchs nach sich zieht. Diesem Anspruch werden moderne Ultraschallwärmezähler gerecht, denn die Geräte weisen nicht nur eine hohe Messgenauigkeit bei geringem Druckverlust auf, sondern arbeiten zudem durch Verzicht auf bewegliche Komponenten verschleißfrei und ausfallsicher.

Die Dirketlinks auf die in der Printausgabe angekündigten PDF-Dateien „Montage- und Übergabeprotokolle“, „Allmess MietService“ und auf die „Profi-News“, die weitere Informationen zum Thema Wärmezähler bereithalten, finden Sie hier direkt im Text.

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2012-04

Eichaustausch von Wärmezählern

Eine alltägliche Stress-Situation für den Fachhandwerker: Er kommt in ein Gebäude, um den turnusmäßigen Eichaustausch durchzuführen und weiß nicht, welcher Wärmezähler ihn erwartet....

mehr
Ausgabe 2015-08

Ultraschall-Wärmezähler

Neue Flansche erleichtern die Zählermontage: Wo vor Kurzem zwei Installateure für die Montage des Ultraschallwärmezählers „CF Echo II“ von Allmess benötigt wurden, reicht heute dank frei...

mehr
Ausgabe 2010-02

Nächster Meilenstein

Die Allmess GmbH präsentiert zur SHK Essen ihr neuestes Produkt – den „UltraMaXX“, einem Wärmezähler mit Ultraschall-Technik. Dabei kombiniert das Gerät Ultraschallmesstechnologie und...

mehr
Ausgabe 2009-07

Messkapsel- Wärmezähler

Bis zu 1,5 Mio. Wärmezähler müssen bis Ende 2013 in Deutschland eingebaut werden, um der novellierten Heizkostenverordnung Rechnung zu tragen. Mit dem Messkapsel-Wärmezähler „Integral-MK MaXX“...

mehr
Ausgabe 2009-03

Wärmezähler für Wärmepumpen

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA fördert effiziente Wärmepumpen für die Warmwasserbereitung und die Bereitstellung des Wärmebedarfs eines Gebäudes. Ein Kriterium für die...

mehr