Weniger Dämmung, mehr Effizienz

KfW-40-plus Neubau ohne zusätzliche Dämmung

Die Kombination aus Bosch-Wärmepumpe und -Lüftungsanlage, ergänzt durch eine Photovoltaikanlage, ermöglicht die Umsetzung eines KfW-40-plus Neubaus im Berliner Speckgürtel ohne zusätzliche Dämmung der Außenwände. 

Für sein Eigenheim in Hoppegarten hatte Bauherr Christian Wolff Vorstellungen. Es sollte vor allem eines sein: nachhaltig. Mit einer modernen Wärme- und Lüftungslösung von Bosch ergänzt um eine Photovoltaikanlage inkl. Speicher erreicht die Stadtvilla des Wahlbrandenburgers den KfW-40-plus-Standard ohne eine besondere Dämmung der Außenwände.

Ein Zuhause für morgen schaffen

Das Domizil sollte kein beliebiges werden. „In diesem Haus wollen wir die nächsten Jahrzehnte leben. Unsere Vorstellungen waren deshalb sehr genau“, resümiert der Bauherr die Bauphase. Ein Ziegelhaus sollte es werden, so viel stand schon zu Beginn fest. Schließlich kommen hier natürliche und atmungsaktive Rohstoffe zum Einsatz. Weiterhin war die Energieeffizienz des künftigen Eigenheims ein entscheidender Faktor: „Wir wollten uns langfristig von den Strompreisen abkoppeln und autark sein. Der Umweltschutz spielte eine ebenso wichtige Rolle“, erklärt Christian Wolff. Weil ein solches Vorhaben nur schwerlich alleine zu bewältigen ist, suchte der Bauherr nach kompetenten Partnern. Diese fand er in Bernd Brandis von der KB-Brandis GmbH, Installateur- und Heizungsbauermeister Enrico Zimmermann sowie Bosch-Key-Account-Manager Gordon Zittlau.

Reiz und Herausforderung eines Effizienzhauses

Bauträger und Projektentwickler Bernd Brandis kennt sich mit energieeffizienten Häusern aus. Gebäude im KfW-55-Standard gehören zu seinem Standardprogramm. Die Stadtvilla am Rand von Berlin geht in Sachen Energieeffizienz mit dem KfW 40-plus-Standard einen deutlichen Schritt weiter. Voraussetzung hierfür ist ein Gebäude, dessen jährlicher Energiebedarf maximal 40 % des Referenzgebäudes beträgt und zusätzlich selbst Energie erzeugt und speichert. In der Regel ist dies nur mit einer entsprechenden Dämmung sowie einer nachhaltigen Energiegewinnung zu erreichen. Effizienzhäuser wie diese unterstützt die KfW-Bankengruppe mit zinsverbilligten Darlehen sowie einem Tilgungszuschuss von 15 % der Darlehenssumme.

Eine besondere Herausforderung bei diesem Projekt: Das Gebäude sollte in einschaliger Bauweise und damit ohne Außenwandwärmeschutz errichtet werden. Ein Vorteil daran ist die erhebliche Zeitersparnis. Die Außenwand wird in einem Schritt erstellt. Zusätzliche Arbeitsschritte, wie Außendämmung und Verklinkerung, fallen weg. Darüber hinaus ist dieser Verzicht vor allem in puncto Recycling entscheidend, da die spätere Entsorgung erhebliche Umweltbelastungen mit sich bringen würde.

Die Umsetzung des Bauprojekts im KfW-40-plus-Standard setzte schließlich die kompetente Zusammenarbeit verschiedenster Handwerksbetriebe voraus. Neben Experten in den Bereichen Rohbau, Putz und Dämmstoffen, waren Enrico Zimmermann und die Mitarbeiter seines Heiz- und Sanitärfachbetriebs wichtige Ansprechpartner während des Projekts. Da das Gebäude den Standard eines KfW-40-plus-Hauses erreichen sollte, stand die Wahl einer effizienten Wärmelösung im Vordergrund, die durch den Verzicht auf den Außenwandwärmeschutz erschwert wurde.

Nach intensiver Beratung waren die Empfehlungen seitens des Bauträgers sowie des Heizungsinstallateurs einstimmig: Die Kombination eines nachhaltigen Wärme- und Lüftungssystems aus dem Hause Bosch sollte fortan gesundes Klima in der Stadtvilla sicherstellen. Zum Einsatz kam unter anderem eine Erdwärmepumpe mit Pufferspeicher und Kühlstation sowie eine kontrollierte Wohnungslüftung. Von der Planung bis hin zur Entstehung stand Bosch Key-Account-Manager Gordon Zittlau sowohl dem Expertenteam als auch Bauherrn Christian Wolff beratend zur Seite.

Komponenten-Mix erreicht Höchstleistungen

Die Produktempfehlungen des Bosch-Experten: Die „Supraeco-Sole-Wärmepumpe STM60-1“ mit integriertem Warmwasserspeicher sowie der Kühlstation „NKS1“. Kombiniert wird das thermische System mit einem Pufferspeicher des Typs „Stora BH 120“, der über ein Fassungsvermögen von 120 l verfügt. Das zentrale Lüftungsgerät „Vent 5000 C“ rundet die Komponentenauswahl ab. Mit der Erdwärmepumpe „Supraeco STM“ profitieren die Hauseigentümer von einer kombinierten Heiz- und Warmwasserlösung, die nicht nur besonders leise arbeitet, sondern ebenso nahezu wartungsfrei ist. Die Solepumpe verfügt über Vorlauftemperaturen von bis zu 62 °C. Mit einer Leistung von 5,8 kW ist sie ideal auf den Wärmebedarf der Stadtvilla abgestimmt und gehört zu den effizientesten Erdwärmepumpen am Markt. Die natürliche Kühlstation ist eine passende Ergänzung zur „Supraeco STM“. Vor allem an heißen Sommertagen stellt sie mittels passiver Kühlung die stille und komfortable Temperierung der Wohnräume sicher. Durch Wärmerückgewinnungsgrade von bis zu 90 % ist der Energiebedarf der Wolffs mit der zentralen Lüftungsanlage „Vent 5000 C“ minimal.

Noch autarker mit Solarstrom

Für Christian Wolff kam nur die Tiefenbohrung in Frage. Seine Wärmelösung sollte außen nicht sichtbar sein. Zusammen mit Gordon Zittlau, Solarteur Jochen Drepper von Gexx AeroSol und Bauträger Bernd Brandis entschloss er sich außerdem dazu, die Wärmepumpe durch eine Photovoltaikanlage zu ergänzen. Ungenutzter Strom sollte anschließend nicht einfach dem Stromnetz hinzugefügt werden, sondern in einem Speichersystem gespeichert werden und so für eine spätere Nutzung durch verschiedene Verbraucher bereitstehen. Auf diese Weise versorgt sich der Hausherr künftig zu großen Teilen autark und erreicht zusätzlich den höchstmöglichen Nutzungsgrad seiner natürlich erzeugten Energie. Die Komponenten von Bosch arbeiten effizient und ressourcenschonend zugleich: „Anfangs ist alles ein bloßer Plan gewesen, die Umsetzung offen. Dank der flexiblen Komponenten von Bosch erreichen wir jetzt genau das, was wir uns vorgenommen haben: die Unabhängigkeit vom Stromnetz und noch dazu eine Heizlösung, die auch zukünftige Generationen schont“, fasst Bauherr Christian Wolff das Ergebnis zusammen.

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