Heizung/Energie | Solar/Wärmepumpen/Festbrennstoffe | 11.04.2017

Effiziente Betonkerntemperierung

Umbau eines Kultur- & Tagungszentrums

Nach dreijähriger Umbauzeit eröffnete im Juni 2016 das Marburger Erwin-Piscator-Haus seine Pforten. Das runderneuerte Kultur- und Tagungszentrum beherbergt einen großen Saal mit Theaterbühne für das hessische Landestheater, das soziokulturelle Zentrum KFZ, ein Restaurant, die Touristen-Information und den Veranstaltungsservice. Zusätzlich nutzt die Martin-Luther-Schule Räume des Veranstaltungszentrums. Rund 43 Mio. € investierte die Stadt in die Modernisierung des Objektes.

  • Im Juni 2016 eröffnete in Marburg nach drei Jahren Umbauzeit das Erwin-Piscator-Haus seine Pforten Foto: Roth Werke

  • Die Bauform zeichnet sich durch Transparenz, Großzügigkeit und Offenheit aus: Ein lichtdurchfluteter Aufgang und hohe Wände aus Sichtbeton sind die neuen Markenzeichen.

    Foto: Roth Werke

  • Die Betonkerntemperierung von Roth sorgt ganzjährig für Wohlfühltemperaturen im Erwin-Piscator-Haus im Marburger Stadtzentrum.

    Foto: Roth Werke

Die Neugestaltung des Erwin-Piscator-Hauses im Zentrum Marburgs sollte bauphysikalisch deutlich über die Anforderungen der aktuellen EnEV hinausgehen. Der Bauherr – die Universitätsstadt Marburg – will damit einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Betrieb sicherstellen. Ein Baustein zur Erreichung dieses Ziels ist die Installation energiesparender Verteilsysteme für Wärme und Kühlung. Die eingebauten Systeme der Roth Werke (www.roth-werke.de) sind maßgeschneiderte Lösungen zur Temperierung der jeweiligen Gebäudeteile des Kulturbaus.

Für das Foyer kam die Roth-Betonkerntemperierung „Isocore Basic“ zum Einsatz und trägt den besonderen Belastungsanforderungen zu jeder Jahreszeit Rechnung. Der Fachbetrieb Bahn Flächenheizungen aus Hattersheim installierte rund 1.300 m der Betonkerntemperierung. Damit sind im Erwin-Piscator-Haus rund 10.000 m Roth-Systemrohr „Duopex S5 20 mm“ verlegt. Die Betonkerntemperierung deckt die Grundlast der Kühllast im Sommerbetrieb. Lastspitzen zur Gewährleistung der Raumtemperatur kompensiert die RLT-Anlage. Die Regelung erfolgt in Abhängigkeit von der Außentemperatur bei Überschreitung des festgelegten Grenzwertes.

Flächentemperierung

Zur Flächentemperierung in Theatersaal, Garderobe, Theater- und Abendkasse, KFZ, Lager, Foyer, Aktionsräumen, Shop und Gastraum kamen rund 1.700 m² Roth-„Flipfix“-Tacker-System zum Einsatz. Es eignet sich für Einsatzbereiche mit bauseitig eingebrachten Dämmungen wie etwa EPS- und PU-Materialien sowie mineralische Dämmstoffe. Das System besteht aus der „Flipfix“-Platte, den Roth-Original-Tacker-Klips mit Rohranhebefunktion und den Roth-Systemrohren. Auf der Baustelle wird die „Flipfix“-Platte einfach aufgeklappt und ist in kurzer Zeit abfallfrei verlegt. Der Zick-Zack-Falz stellt eine praxisgerechte Ausrichtung der einzelnen Platten gegeneinander sicher. Die Verbindung der Stoßfugen erfolgt mit Klebeband – so entsteht schnell eine geschlossene Dämmschichtoberfläche.

Die Installation übernahm Büürma Haustechnik aus Gleichen. Das System ergänzt im Gesamtkonzept des Erwin-Piscator-Hauses in idealer Weise die Betonkerntemperierung. Im Theatersaal befindet sich außerdem eine RLT-Anlage. Die Wärme liefert die Nahwärmeversorgung der Stadtwerke. Die Kühlung erfolgt über eine Kälteanlage als Kaltwassersatz und eine Sole-/Wasser-Wärmepumpe.

Kostengünstige Betriebsweise

Die Betonkerntemperierung nutzt die massiven Bauteile des Baukörpers, wie etwa Betondecken und -wände, als thermischen Speicher für die ganzjährige Gebäudetemperierung im Heiz- und Kühlfall. Hierfür wird das wasserführende Rohrsystem in der Rohbauphase direkt in die Betonbauteile integriert. Entsprechend den objektspezifischen Anforderungen, der gewünschten Nutzung und Betriebsweise ermöglichen verschiedene Roth-Systemlösungen die bedarfsgerechte Positionierung der Rohrregister im thermisch aktivierten Bauteil. Vor allem öffentliche Gebäude mit großen Gebäudespeichermassen, wie das Erwin-Piscator-Haus, eignen sich ideal für die Systemlösung. Niedrige Systemtemperaturen im Heizfall sowie relativ hohe Kühlwassertemperaturen im Sommerbetrieb erlauben die Einbindung regenerativer Energieerzeuger wie Solar- und Wärmepumpensysteme und damit eine energieeffiziente und kostengünstige Betriebsweise.

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    Bildquelle: Reinhard Feldrapp/vor-ort-foto.de

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