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Betrieb | Betriebsführung | 05.10.2018

Herausforderungen für das SHK-Handwerk

Kongress von ZVSHK & KFW in Berlin

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima/Gebäude- und Energietechnik (ZVSHK) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) baten Mitte September nach Berlin. Der Veranstaltungsort in der Hauptstadt und auch die Location im Haus von Microsoft waren dabei ein erster Fingerzeig, welche Bedeutung dieser Kongress am 17. September 2018 für die Branche hatte. Unter dem Titel „Herausforderungen der Digitalisierung für das SHK-Handwerk“ boten die Veranstalter einen vielschichtigen Themenmix, der zeigte, was bereits geht, was möglich ist und was noch getan werden muss.

  • In einer abschließenden Podiumsdiskussion sprachen Vertreter aus Handwerk, Großhandel, der Verbände, Unternehmen und der ARGE Neue Medien über die Herausforderung „Digitalisierung“. Quelle: srb

Erst sehr wenige Handwerksbetriebe können nach Building Information Modeling (BIM) arbeiten. Auch die Digitalisierung geistert als nebulöses Wort durch alle Branchen. Was die Begriffe genau bedeuten, wo die Abgrenzung liegt und was man jetzt genau tun müsse, darüber herrscht Unsicherheit.

Produktivität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit

Der Präsident des ZVSHK Friedrich Budde wies in seiner Kongress-Einführung darauf hin, dass man das Handwerk bei den aktuellen Themen nicht alleine lassen dürfe und die Betriebe auf Entwicklungen in der Branche vorbereiten müsse. Dementsprechend sei auch der Kongress zustande gekommen. Das Ziel sei, auch mit Blick auf den Fachkräftemangel, die Handwerksbetriebe dabei zu unterstützen, ihre Produktivität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu steigern. Für einen gesamtheitlichen Blick und vielfältige Lösungsansätze sorgten die nachfolgenden Vorträge.

Digitalisierung

Verschiedene Referenten ordneten BIM und Digitalisierung ein. So sei die Digitalisierung ein grundlegender Strukturwandel, der Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen beträfe, und vergleichbar mit Entwicklungen der Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert sei. BIM dagegen sei eine Arbeitsmethode im Bauwesen – vergleichbar mit der Einführung der Fließbandproduktion in der Automobilbranche.

Prof. Dr. Henning Vöpel, Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) zeigte in seinem Referat Chancen und Risiken der Digitalisierung für das Handwerk auf. Dabei mahnte er, dass eigene Geschäftsmodell im Kontext der Marktveränderungen im Auge zu behalten und sich nicht überholen zu lassen. Gefahr für das Handwerk sah er auch aus branchenfernen Bereichen – sogar ein Unternehmen wie Amazon könne Geschäftsfelder entwickeln, die das SHK-Handwerk vor eine neue Marktsituation stellt. Dabei verwies er darauf, dass z.B. Airbnb in kürzester Zeit die Vermietung von Unterkünften verändert habe.

Mit Blick auf die Kunden seien Flexibilisierung und Individualisierung entscheidend. Prof. Dr. Vöpel riet dazu, regional Plattformen zu bilden und einen starken Kundenbezug zu leben. Entscheidend für den zukünftigen Markterfolg seien nicht mehr Einzellösungen von alleine agierenden Betrieben, sondern Gesamtlösungen. Diese sollten aus Kundensicht von einem Ansprechpartner kommen, aber branchenübergreifende Lösungen bieten. Dazu sei eine funktionierende Vernetzung verschiedener Betriebe notwendig.

Wie sich Handwerksbetriebe optimal für eine digitale Zukunft aufstellen können, zeigte Andreas J. Cloer, Geschäftsführer der Gebro Herwig Haustechnik GmbH, anhand seines eigenen Betriebes auf. 2015 startete Cloer mit der Umsetzung. Im Prinzip ging es bei der Gebro Herwig Haustechnik GmbH darum, die Prozesse und Arbeitsabläufe darzustellen, zu optimieren und digital abzubilden, soweit dies wirtschaftlich sinnvoll war. Medienbrüche und händische Übertragungen von Daten müssen vermieden werden. Die Darstellung der Abläufe half bei der Kommunikation mit dem Programmierer für die Anpassungen an die Handwerkersoftware. Besonders wichtig sei bei den ganzen Veränderungen, die Mitarbeiter von Anfang an mit einzubeziehen. Dabei solle man auf Ängste und Nöte eingehen und ausreichend Zeit bei der Umsetzung und der Schulung der Mitarbeiter einplanen.

BIM

Dr. Sebastian Theopold, Geschäftsführer der Munich Strategy GmbH & Co. KG, stellte in seinem Vortrag Umfrageergebnisse zu BIM in der SHK-Branche vor. Dabei zeigte sich, dass nur 5 % der Befragten aus dem Handwerk nach BIM arbeiten. Hersteller (46 %) und Architekten / Fachplaner (37 %) seien schon etwas weiter – wobei Deutschland noch deutlich hinterherhinke. Die Niederlande, Großbritannien und Skandinavien seien schon deutlich weiter. Es wird erwartet, dass in 2030 bereits 75 % aller Bauvorhaben über BIM läuft – schon heute seien es 10 %. Die Gefahr bestehe laut Dr. Theopold, dass diejenigen, die dann nicht nach BIM arbeiten können, Schwierigkeiten haben an Aufträge zu gelangen.

Hilfen & Ansprechpartner

Die Veranstaltung zeichnete sich aber nicht nur dadurch aus, über die theoretischen Ansätze bei der Digitalisierung zu reden. Zahlreiche Vorträge hielten auch Ansprechpartner und Arbeitshilfen bereit.

So präsentierte Dr. Andreas Goerdeler, Unterabteilungsleiter „Nationale und europäische Digitale Agenda“, die Möglichkeit, sich als Betriebsleiter bei den bundesweit vertretenen „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren“ (www.mittelstand-digital.de) zum Thema Digitalisierung informieren zu lassen. Eine Förderung erfolge über das Programm „go-digital“. Auch das „Kompetenzzentrum Digitales Handwerk“ hält ein Angebot für SHK-Betriebe bereit. Unter www.bedarfsanalyse-handwerk.de können Handwerksbetriebe Auskunft über den Grad der Digitalisierung in ihrem Betrieb einholen bzw. sich Verbesserungspotentiale aufzeigen lassen. Auch Eckhard von Schwerin, Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) stellte heraus, dass die KFW Handwerksbetriebe bei der Finanzierung von Vorhaben unterstütze – sei es zur Digitalisierung des Betriebs oder für andere Projekte.

Weitere Informationen zu den Vorträgen finden sie auf der Website des ZVSHK (www.zvshk.de) unter der Veranstaltung „Herausforderungen der Digitalisierung für das SHK-Handwerk“.

Transferpartnerschaft „Digitales Handwerk“

Im Zuge der Veranstaltung wurde ein Vertrag zur Transferpartnerschaft „Digitales Handwerk“ zwischen ZVSHK und ZDH (Zentralverband des Deutschen Handwerks) geschlossen, so dass auch hier die Verbände in Zukunft noch stärker die Kräfte zur Unterstützung der Handwerksbetriebe bei der Digitalisierung bündeln.

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