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Betrieb | Betriebsführung | 22.02.2018

Online-Finanzierung

Ein Überblick

Großhändler gewähren bei sofortiger Zahlung oft Nachlässe für Waschbecken, Dichtstoffe oder Geräteventile. SHK-Unternehmer, die größere Einkäufe nicht aus dem Cashflow zahlen können, haben das Nachsehen. Dabei bietet das Internet Möglichkeiten, Materialien vorzufinanzieren und so günstiger einzukaufen. Ob und welche Möglichkeit in Frage kommt, muss im Einzelfall entschieden werden. Der folgende Überblick gibt eine Hilfestellung.

Online-Finetrading

Einkaufsvolumen zwischen 500 und 20.000 € finanzieren Online-Finetrader vor. Basis ist ein Handelsgeschäft. Der Unternehmer verhandelt nach Abschluss eines Finetrading-Vertrags wie üblich Preis- und Liefermodalitäten mit seinen Lieferanten. Dann springt der Finetrader bei Vertragsabschluss als Zwischenhändler ein. Er erwirbt die Ware für einen Zeitraum von bis zu 150 Tagen. Nach Auftragsfreigabe und Bestellung durch den Finetrader wird die Ware geliefert – an die vom Besteller angegebene Anschrift. Während der Finetrader die Rechnung unverzüglich begleicht, hat der Unternehmer bis zu 150 Tage Zeit, die Summe an den Finanzdienstleister zurückzuzahlen. Auf diese Weise schont er seine Liquidität. Zudem gilt er quasi als Barzahler und kann Rabatte oder höheres Skonto verhandeln. Anbieter ist etwa interFin, die online Plattform der Deutschen Finetrading AG (http://dft-ag.de) Vorstand Dirk Oliver Haller erklärt das Procedere: „Bonitätsprüfung und Einreichen der Lieferanten-Rechnungen erfolgen online. Unternehmer müssen lediglich ihre Handelsregister- und Steuernummer hinterlegen.“ Ob der Deal zustande kommt, entscheidet InterFin innerhalb von 48 Stunden.

Online-Kreditmarktplätze

Wer Betriebsmittel über private Geldgeber vorfinanzieren will, findet auf Online-Kreditmarktplätzen passende Partner. Der Finanzdienstleister kapilendo (www.kapilendo.de) etwa vermittelt Summen zwischen 25.000 bis 2,5 Millionen €. Dabei setzt das Fintech-Unternehmen auf professionelle Firmendarstellungen auf einem virtuellen Kreditmarktplatz. Firma und Verwendungszweck der gewünschten Finanzierung erzielen so via Streuung über soziale Medien Aufmerksamkeit bei Geldgebern und potentiellen Kunden, verspricht der Crowd-Finanzierer. Überzeugt das Vorhaben genügend Investoren und ist es vollständig finanziert, sei das Geld binnen Tagen auf dem Konto. Tilgung und Zins laufen dann wie beim Bankkredit: konstante Raten bis Laufzeitende.

Zinssätze starten bei rund 2,5 %. Kapitalnehmer bei kapilendo sind typischerweise etablierte Wachstumsunternehmen sowie kleine und mittelständische Unternehmen – wie etwa die Solar Haustechnik Bischofswerda GmbH mit 13 Mitarbeitern und Sitz in der sächsischen Oberlausitz: Geschäftsführer Klaus Schneider nutzte die Plattform, um Materialien wie Waschbecken, Dichtstoffe und Geräteventile vorzufinanzieren. Die dazu benötigten 40.000 € kamen nach Livegang des Projektes innerhalb von 33 Sekunden von 84 Anlegern zusammen.

Online Kurzkredit

Wem eine Crowdfinanzierung zu öffentlich ist, der kann über Plattformen wie creditshelf (www.creditshelf.com) unbesicherte Kredite ab 100.000 bis 2,5 Millionen € anfragen. Hier werden Vorhaben einem geschlossenen Kreis vorgestellt, der aus mehr als 100 Investoren besteht. Innerhalb von 24 Stunden gibt es eine Rückmeldung zum Vorhaben, verspricht das Frankfurter FinTech. Nach Prüfung durch Analysten bieten die Investoren in einer geschlossenen Auktion um die Finanzierung des Projekts. Die zinsgünstigsten Gebote bekommen den Zuschlag. Mitmachen können Unternehmer ab einem Jahresumsatz von 2,5 Millionen €. Die Laufzeit eines Kredits liegt zwischen einem und zwölf Monaten. Üblicherweise verlangen Plattformen für Kurzkredite neben den Zinsen für die Investoren eine Gebühr von 1 bis 2 %, abgezogen bei Kreditauszahlung.

Online-Factoring

Online-Factoring ist eine weitere Möglichkeit, über das Netz an Geld zu kommen. Hier können Unternehmer Rechnungen einreichen, um Finanzlücken zu schließen. Nach kurzer Prüfung sei das Geld innerhalb von 24 Stunden überwiesen, werben mehrere Portale. Etwa die Factoring-Plattformen decimo (www.decimo.de) und fundflow (www.fundflow.de). Für Rechnungen bis 10.000 € reicht beim letztgenannten Portal eine Identifikation per Video-Telefonat und ein Gewerbeschein, Handelsregisterauszüge besorgt sich die Factoring-Firma anderweitig. Bei höheren Beträgen will fundflow eine Kopie der Jahresabschlüsse und eine aktuelle BWA vom Steuerberater, so Chef Joachim Kaune. Bei Decimo erklärt Gründer Andreas Dubrow liege der durchschnittliche Rechnungsbetrag derzeit bei rund 1000 €. Factoring-Plattformen erheben Gebühren oder verlangen Abschläge, von rund 3 %. Online abgewickelt, können Rechnungen eingereicht werden, die in der Regel bis in 60 Tagen beglichen sein sollen. Längere Zahlungsziele müssen meist separat ausgehandelt werden, so die Seitenbetreiber.

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