Monitoringlösungen erweitern das SHK-Leistungsspektrum

Neue Sita-Marke Varuna setzt auf vernetzte Dachüberwachung

Mit Varuna hat Sita eine neue Marke für die digitale Überwachung von Flachdächern eingeführt. Die Lösungen ermöglichen es auch SHK-Betrieben, ihr Leistungsspektrum um Monitoring und Service zu erweitern. Welche Einsatzmöglichkeiten sich daraus ergeben und worauf es in der Praxis ankommt, erläutert Produktmanager Christian Behr im Gespräch mit der SHK Profi-Redaktion.

Herr Behr, Sita Bauelemente hat mit Varuna eine neue Marke für digitale Flachdachüberwachung gegründet: Was genau ist Varuna und wie funktioniert das System?

Varuna als neue Marke ist spezialisiert auf innovative digitale Produkte zur Überwachung und Absicherung von Flachdächern. Unser Ziel ist es, Fehlfunktionen oder Schäden am Flachdach frühzeitig zu erkennen, bevor Schlimmeres passiert. Die SHK Profi-Redaktion sprach mit Produktmanager Christian Behr.
Bild: Sita

Die SHK Profi-Redaktion sprach mit Produktmanager Christian Behr.
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Für welchen Vertriebsweg haben Sie sich für Varuna-Produkte entschieden?

Die Produkte der Marke Varuna werden direkt an den Nutzer des Systems vermietet. Das bietet für den Anwender den Vorteil, dass ihm während der Nutzungsphase der komplette Service für die Devices zur Verfügung steht und er das Gerät am Ende bequem zurückgeben kann.

Varuna richtet sich in erster Linie an Dachdecker, Facility Manager und Gebäudebetreiber, passt aber ergänzend auch gut in das Portfolio der SHK-Handwerker bzw. Klempner / Spengler. Wie können letztere ihren Kunden gegenüber für den Einsatz digitaler Überwachungssysteme argumentieren?

Auch letztgenannte Berufsgruppen können von den Produkten der Marke Varuna profitieren, indem sie von einem reinen Handwerker zum Serviceanbieter für ihre Kunden werden. Bedeutet, sie sorgen nicht nur durch ihre fachgerechte Arbeit für eine funktionierende Entwässerung, sondern durch das Monitoring auch für eine Überwachung mit Frühwarnsystem, wenn etwas nicht mehr so läuft, wie geplant. Nach dem Motto: „Wir liefern nicht nur Dachentwässerung – wir sorgen auch dafür, dass sie dauerhaft funktioniert.“

Welchen Mehrwert bietet die zusätzliche Technik?

Dazu gehören unter anderem eine Portfolio-Erweiterung, eine stärkere Kundenbindung, neue Umsatzquellen durch Wartungsverträge, die Differenzierung vom Wettbewerb, das Reduzieren von Haftungsrisiken, proaktive anstatt reaktive Einsätze, eine Erweiterung des Kundenbestands und vieles mehr. Windsogsicher montiert: Zwei Gewichte sorgen für die nötige Auflast - ohne die Dachhaut zu beschädigen.
Bild: Sita

Windsogsicher montiert: Zwei Gewichte sorgen für die nötige Auflast - ohne die Dachhaut zu beschädigen.
Bild: Sita

Welche Schadensbilder oder Reklamationen im Bereich Flachdachentwässerung waren aus Ihrer Sicht der Auslöser für die Entwicklung des digitalen Regenwächters – und welche Probleme soll er vor allem frühzeitig erkennen?

Das Ziel des Regenwächters ist es, einen Wasseranstau auf dem Dach zu melden, ohne, dass jemand selber auf das Dach steigen muss oder eine Drohne in den Himmel schickt. Dadurch wird vermieden, dass die statische Belastung auf das Dach unnötig beansprucht wird sowie Anschlüsse nicht mit Wasser überstaut werden.

Sehen Sie Varuna als Baustein für neue Wartungs- oder Serviceverträge? Welche Rolle könnten SHK-Fachbetriebe bzw. Klempner / Spengler künftig in der laufenden Überwachung und Instandhaltung spielen?

Entweder können dadurch neue Serviceverträge mit dem Kunden abgeschlossen oder bestehende Verträge aufgewertet werden, indem Objekte gezielt angefahren werden können, wenn z. B. ein Ablauf verstopft ist. Dies dient dem Handwerker dazu, effizienter zu arbeiten und schneller handeln zu können. Der Regenwächter ersetzt nicht die vorgeschriebene Flachdachwartung; er ergänzt sie sinnvoll.

Welche Voraussetzungen müssen bei der Montage und Inbetriebnahme beachtet werden? Und welche typischen Fehlerquellen gilt es, zu vermeiden?

Die Anforderungen an die Montage sind sehr gering. Der Regenwächter wird bereits einsatzbereit ausgeliefert und einfach auf die Abdichtung gestellt. Ein gesonderter Blitzschutz ist nicht erforderlich. Mittels Bautenschutzmatte und zwei Steinen erfolgt die Lagesicherung des Geräts. Die Positionierung auf dem Dach findet z. B. an kritischen Punkten – wie an einem Flachdachgully – statt, der sich in unmittelbarer Nähe eines Baumes befindet. Anschließend werden am PC die Verortung auf dem Dachplan im Dashboard vorgenommen sowie die Alarmgrenzen eingestellt. Bei unerwünschtem Wasseranstau sendet der neue Varuna Regenwächter Alarm.
Bild: Sita

Bei unerwünschtem Wasseranstau sendet der neue Varuna Regenwächter Alarm.
Bild: Sita

Da SHK-Betriebe heute auch Photovoltaik-Anlagen installieren oder begleiten: Gibt es typische Situationen, in denen PV-Anlagen die Entwässerungssituation auf Flachdächern verschärfen – und kann Varuna hier als Ergänzung zur sicheren Dachbewirtschaftung dienen?

Der Regenwächter sorgt dafür, dass zusätzliche Belastungen durch stehendes Wasser frühzeitig erkannt und behoben werden können. Insbesondere auf Bestandsdächern, die mit einer PV-Anlage nachgerüstet werden, kann dies von Vorteil sein. 10 cm Wasseranstau bedeuten eine zusätzliche Belastung von 100 kg/m² auf das Tragwerk.

Welche Zielsetzung verfolgen Sie langfristig mit der neuen Marke Varuna? Welche Entwicklungen streben Sie an?

Die Produktpalette der Marke Varuna wird in Zukunft weiter ausgebaut werden, um weitere Sensoriken anzubieten und das Flachdach zu digitalisieren. Das zweite Produkt, das es bereits seit kurzem gibt, detektiert beispielsweise Feuchtigkeit auf der Dampfsperre, bevor der Schaden im Gebäude sichtbar wird und das ganze Flachdach erneuert werden muss, was natürlich unseren präventiven Gedanken weiter unterstreicht.

Sensorbasierte Kontrolle von Dachentwässerung

Mit „Varuna“ hat Sita einen digitalen Regenwächter zur Überwachung von Flachdächern auf den Markt gebracht. Das System misst kontinuierlich den Wasserstand auf der Dachfläche und meldet Abweichungen bei definierten Grenzwerten in Echtzeit an mobile Endgeräte. Zum Einsatz kommt ein wetterfestes Gehäuse mit integrierter Messtechnik, das ohne Eingriff in die Dachabdichtung installiert wird. Die Datenübertragung erfolgt per Mobilfunk (NB-IoT) in eine Cloud-Anwendung, die über ein browserbasiertes Dashboard zugänglich ist. Dort lassen sich Parameter einstellen und Zustände wie Wasserstand, Akkustatus oder Temperatur überwachen. Bei Überschreitungen werden Benachrichtigungen per E-Mail oder SMS ausgelöst. Das System ermöglicht eine kontinuierliche Fernüberwachung und kann Begehungen gezielter planen. „Varuna“ wird als Mietmodell angeboten, bei dem Hardware, Software und Service kombiniert sind. Eine integrierte Photovoltaikversorgung unterstützt den energieautarken Betrieb.

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