Niedertemperatur im Griff
Warum der Heizkörpertausch entscheidend ist
Beim Modernisieren von Heizungsanlagen sollten auch die Heizkörper berücksichtigt werden. Denn regenerative Wärmeerzeuger arbeiten besonders effizient mit niedrigen Systemtemperaturen – dafür müssen die Heizflächen entsprechend ausgelegt sein. Viele Austauschmodelle ermöglichen eine effiziente Wärmeabgabe und lassen sich ohne größere bauliche Eingriffe installieren. Im SHK-Profi-Interview erklärt Oliver Geithe von Zehnder, worauf Fachhandwerker beim Heizkörpertausch achten sollten.
Herr Geithe, wie bewerten Sie den Heizkörperaustausch als energetische Sanierungsmaßnahme?
Der Austausch von Heizkörpern ist eine sinnvolle Sanierungsmaßnahme, die in puncto Einsparpotential oftmals unterschätzt wird. So sind bei der Wärmeübergabe laut Angaben des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) Energieeinsparungen zwischen 15 bis 20 % möglich. Diese Energieeinsparung erreicht man dadurch, dass moderne Niedertemperatur-Heizkörper mit einer um 3 °C niedrigeren Betriebstemperatur das gleiche Wärmeempfinden im Raum erreichen im Vergleich zu den alten Heizkörpern. Die Energieeinsparung ist in etwa vergleichbar mit dem Fensteraustausch oder der Abdichtung des Kellerbereichs. Zudem läuft eine Erneuerung der Heizkörper relativ einfach, ohne viel Schmutz und Lärm ab – bei kurzer Amortisationszeit.
Wenn man sich nun zuerst für die Erneuerung der Heizungsanlage entschließt, können dann die alten Heizkörper auch später noch ausgetauscht werden?
Das wäre am falschen Ende Geld gespart. Die Heizungsanlage inkl. Wärmeerzeugung und -verteilung ist ein sensibles Gesamtsystem, bei dem alle Komponenten aufeinander abgestimmt sein müssen. Wird nun ein regenerativer Wärmeerzeuger installiert, dann sollten natürlich auch die Heizkörper mit niedrigen Systemtemperaturen kompatibel sein. Ansonsten kann die beabsichtigte Energieeinsparung schnell verpuffen: Hohe Vorlauftemperaturen, lange Reaktionszeiten oder ungleiche Wärmeabgabe wären mögliche negative Konsequenzen. Mit modernen Niedertemperatur-Heizkörpern ist man daher auf der sicheren Seite.
Worauf sollten SHK Profis beim Heizkörperaustausch unbedingt achten?
Zunächst sollten neue Heizkörper in puncto Baugröße und Leistung auf die jeweiligen räumlichen Bedingungen optimal ausgelegt werden. Dabei ist darauf achten, dass es sich auf jeden Fall um spezielle Austauschmodelle handelt, die millimetergenau auf die vorhandenen Rohrleitungen der alten Heizkörper passen. So entfallen mühsame Aufstemmarbeiten mit Schmutz, Lärm und zusätzlichen Kosten. Viele Heizkörperhersteller – wie auch Zehnder – bieten heute spezielle Austauschheizkörper an.
Apropos Zehnder: Welche speziellen Austauschheizkörper hat Ihr Unternhemen für Niedertemperatur-Anwendungen im Portfolio?
Da darf ich unseren „Nova Neo“ hervorheben, optimal ausgelegt auf die niedrigen Vorlauftemperaturen regenerativer Heizsysteme wie beispielsweise der Wärmepumpe. Zudem erzielt er durch zuschaltbare Lüfter gerade bei niedrigen Systemtemperaturen eine im Vergleich zu herkömmlichen Produkten bis zu dreifache Heizleistung. Dadurch verkürzen sich die energieaufwendigen Aufheizphasen deutlich – besonders relevant bei Kälteeinbrüchen.
Gibt es für Niedertemperatur-Heizkörper eigentlich auch eine Förderung?
Bei einer Erneuerung der Heizungsanlage inklusive Austausch der alten Heizkörper können Immobilienbesitzer verschiedene staatliche Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen. Solange die Vorlauftemperatur der neuen Heizungsanlage bei maximal 55 °C liegt, wird dabei auch der Einbau von neuen Heizkörpern gefördert.
