Schulwaschräume

Anpacken statt verkneifen

Eltern-Engagement schafft WC-Sanierung

Das „stille Örtchen“ als beliebter Treffpunkt? An der Euregio Gesamtschule in Rheine lange Jahre undenkbar. Die Waschräume waren schmutzig, regelmäßig defekt, meist verqualmt und alles in allem unhygienisch. Diesen miserablen Zustand der Sanitäranlagen wollten Eltern und Schüler nicht mehr hinnehmen und setzten alle Hebel in Bewegung, damit die Schultoiletten gründlich saniert werden konnten. Ermöglicht wurde dies durch Sponsoren aus der Industrie und professionelle Helfer, die Sanitärräume zum Wohlfühlen gestalteten.

Toilettenpapierkügelchen an der Decke, angesengte Schlösser, fehlende Türklinken, verstopfte Abflüsse und Zigarettenkippen – ein häufiges Bild in schulischen WC-Anlagen. In Rheine führten diese abschreckenden Zustände sogar dazu, dass die meisten Schülerinnen und Schüler es sich in den Pausen verkniffen, die Sanitärräume aufzusuchen und lieber bis zuhause warteten.

Hilfsbereitschaft

bei Sanierung

Kirsten Weßling-Busjan, Vorsitzende der Schulpflegschaft, beschloss, dass etwas getan werden müsse. Sie holte die Direktorin, Lisa Reckmann-Bigge, weitere Eltern und die Schülervertretung mit ins Boot und konnte sich schließlich auch die Unterstützung der Stadt sichern. Gründliches Klinkenputzen und ein paar gute Beziehungen brachten der Schule Sponsoren und helfende Hände ein. So unterstützte unter anderem der Sanitärhersteller Grohe (www.grohe.de) das Engagement der Eltern mit Installationssystemen und Armaturen. Die Produkte zeichnen sich vor allem durch ihre Langlebigkeit und Funktionalität aus. Daher sind sie gerade für den Einsatz stark frequentierter Toiletten in Schulen und anderen öffentlichen Sanitäranlagen bes­tens geeignet.

Von anderen Herstellern erhielt die Schule in Rheine Fliesen, WC, Urinale und Waschtische, Türen, Spiegel, Leuchten und vieles mehr. Und damit nicht genug – auch professionelle Arbeitskraft wurde unentgeltlich oder zu Sonderkonditionen zur Verfügung gestellt. „Die Bereitschaft war überraschend groß“, so Kirsten Weßling-Busjan.

Sanitärräume unter Aufsicht

Dabei nahm das Projekt nach einer Begehung mit Vertretern der Stadt Rheine ganz neue Formen an. Statt nur Waschtische, WC und Urinale auszutauschen, entschieden sich die Verantwortlichen dafür, einen zuvor als Bücherlager genutzten Raum neben dem Mädchen-Waschraum in einen Jungen-Waschraum umzubauen. Dieser lag ursprünglich eine Etage tiefer, was jedoch eine Beaufsichtigung beider Waschräume in den Pausen unmöglich gemacht hätte.
Denn die Aufsichtskraft für die beiden renovierten Sanitäranlagen ist eine weitere Neuerung. Sie soll ein Auge auf die Waschräume haben, aber auch gegebenenfalls Anlaufstelle für Erste-Hilfe sein und die Kinder mit Pflastern oder Kompressen versorgen. Das neue Sanitärraumkonzept sieht vor, dass jede Familie pro Jahr 15 Euro für die Nutzung der Anlagen zahlt. Darin enthalten sind auch kostenloses Haarspray, Gel und Papierhandtücher.

„Unsere Schüler sind jetzt stolz auf ihre sauberen, modernen Toiletten und gehen wieder gerne dorthin“, sagt Schuldirektorin Reckmann-Bigge. „Was hier geleistet wurde, geht weit über reines Sponsoring hinaus!“

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