Verleihung der „Ofenflamme 2015“

Ofenbauer zeigen ihr Können

Unter dem Motto „Wir zeigen, was wir können“ gingen über 240 Einreichungen aus acht europäischen Ländern zur erstmaligen Verleihung der „Ofenflamme 2015“ ein. Gesucht wurden handwerklich erstellte Feuerstätten mit dem gewissen Etwas.

Für die vierköpfige Fachjury sollte es keine leichte Entscheidung werden, als nun erstmalig die „Ofenflamme 2015“ gesucht wurde. Doch schließlich setzten sich die Anlagen von David Muhl, Frank Willnat und Gerold Wucherer/Helmut Christian durch.

Kreativität, handwerkliche Präzision und ein besonderes Gespür für Formen und Farben zeichnen die drei Gewinner des europäischen Design-Preises für individuelle Feuerstätten aus, die ein Preisgeld von je 1.000 € erhielten. Die Jury vergab zusätzlich zwei Sonderpreise, die mit jeweils 500 € Preisgeld dotiert waren – einen für „Trend“ und einen für „Kreativität“. Die Auslobung erfolgte erstmals und ist ein Gemeinschaftsprojekt des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) mit der Zeitschrift „Kamine & Kachelöfen“ und Unterstützung der Vereinigung europäischer Kachelofenbauerverbände (VEUKO).

Beeindruckende Feuerstätten 

„Die drei unterschiedlichen Stilrichtungen der Gewinner lassen die Bandbreite erahnen, die durch den handwerklichen Freiraum im Ofenbau möglich ist“, betont Kurt Jeni, Vorsitzender der Jury und Chefredakteur der Zeitschrift „Kamine & Kachelöfen“. Apropos „Freiraum“, Publizist Frank A. Reinhardt (www.textfreiraum.de) war selbst als erfahrener Juror bei Designwettbewerben erstaunt, „mit welcher Präsenz und Ausdruckskraft einige Feuerstätten in Szene gesetzt sind“. „Die Kombination aus Funktion und Gestaltung ist die Kunst im Ofenbauerhandwerk“, ergänzt Michael Hieckmann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kachelofenwirtschaft und ebenfalls Mitglied der Jury.

Die Gewinner 

David Muhl aus Freudenberg ist einer von drei Gewinnern der „Ofenflamme“. Die kubische Form des vierseitigen Kamins wird umspielt von der sich abzeichnenden Rundung der Wendeltreppe. Die Beleuchtung und das vom Boden aufgenommene Natursteindekor runden das Gesamtbild der Anlage ab. Eine gemeinsame Einreichung von Gerold Wucherer und Helmut Christian aus Strass im Strassertal/Stockerau (Österreich) zählt ebenfalls zu den Gewinnern. Eine liegende Walze aus blauer Keramik mit organisch asymmetrischer Form beschreibt den Ofen in dem alten Bauernhaus wohl am besten. Der dritte Gewinner der Ofenflamme 2015 ist Frank Willnat: Hier handelt es sich um einen Säulenofen, der aus einer beheizten Sitzbank hervorragt und eben von dieser aus auch befeuert wird. Das satt glänzende Grün der Ofenkacheln stellt einen starken Kontrast zu dem überwiegend in Weiß und hellem Holz gehaltenen Raum dar, der neben dem Ofen noch durch das königsblaue Sofa besticht.

Sonderpreise 

Erwähnenswert sind auch die beiden Gewinner der Sonderpreise für Kreativität und Trend, Benjamin Zweifel und Andreas Zapfe. Benjamin Zweifel aus Wiedlisbach in der Schweiz bewies seine Kreativität, indem er einen alten Stollenwagen restaurierte und zur offenen Feuerstätte umfunktionierte. Das Besondere dabei ist: Die alte Lore kann von der Terrasse des Bergrestaurants auf Schienen in den Gastraum unter einen Kamin gefahren werden, der wie ein Eingang eines früheren Bergstollens aussieht. Andreas Zapfe aus Altdorf zeigt einen aktuellen Trend mit klaren Linien auf, untermalt durch ein kräftiges Rot, das im Raum wieder aufgegriffen wird. Integriert ist ein drehbarer Ofeneinsatz der Firma „Firetube“, deren betonierte Ofenbank gleichzeitig auch als Raumteiler fungiert. Insgesamt eine gelungene Symbiose aus Funktionalität und modernem Design.

Aus Sicht der Ausrichter war der Design-Preis „Ofenflamme 2015“ ein voller Erfolg, der zur nächsten ISH 2017 fortgeführt und weiter ausgebaut werden soll.

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