Zwischen Wärmewende und Marktchancen: Sächsisches SHK-Handwerk positioniert sich

Einigkeit und Stärke zeigten die Innungsvertreter zur Mitgliederversammlung des Fachverbandes SHK Sachsen in Döbeln. Neben einem bewegenden Statement von Michael Hilpert standen ein Fachvortrag sowie die Arbeit zur Interessenvertretung der Mitglieder im Mittelpunkt der Tagung.

Zweimal im Jahr lädt der Fachverband SHK Sachsen zur Mitgliederversammlung ein.
Bild: Manja Dietz / Redaktion SHK Profi

Zweimal im Jahr lädt der Fachverband SHK Sachsen zur Mitgliederversammlung ein.
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Landesinnungsmeister Holger Mittlmeyer und Hauptgeschäftsführer Sven Fischer stellen zur Eröffnung der Mitgliederversammlung ein Statement von Michael Hilpert, Präsident des ZVSHK in den Vordergrund. Dieser wandte sich per Videobotschaft direkt an die Handwerksbetriebe. Mit den Worten: „Die Zeiten sind anspruchsvoll“, beschrieb er die derzeitige Situation und richtete sich an die Kollegen: „Die Wärmewende wird nur mit uns funktionieren. Zudem stehen in den kommenden Jahren 4 Millionen Bäder zur Sanierung an. Das ist kein Problem, sondern ein Markt. Die Menschen suchen nach Orientierung, die das SHK-Handwerk mit Fachkompetenz bieten kann.“ Zugleich sparte Michael Hilpert nicht mit Kritik in Richtung Berlin. Die Politik müsse endlich liefern und für Planungssicherheit sorgen. Besonders ging der ZVSHK-Präsident auf die hohen Strompreise ein. Wenn dieser dauerhaft zu teuer sein, werde die Wärmewende nicht in der gewünschten Form in Fahrt kommen.

Reaktionen seitens des sächsischen Handwerks

Hauptgeschäftsführer Sven Fischer bezeichnete die Verzögerungen bei der Umsetzung des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetztes als sehr unbefriedigend. Das schaffe kein Vertrauen, sondern schade dem Markt.
Bild: Manja Dietz / Redaktion SHK Profi

Hauptgeschäftsführer Sven Fischer bezeichnete die Verzögerungen bei der Umsetzung des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetztes als sehr unbefriedigend. Das schaffe kein Vertrauen, sondern schade dem Markt.
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Im Bericht des Vorstandes ging Holger Mittelmeyer ebenfalls auf die aktuelle Situation im SHK-Handwerk ein. Laut aktueller ZVSHK-Umfrage habe sich die Stimmung weiter ins Negative gedreht. So wird die Geschäftslage für die nächsten drei Monate mit -7,4 % weiter pessimistisch bewertet. Der Auftragsbestand beträgt zu Zeit 11,4 Wochen.

Der Fachverband ist gemeinsam mit seinen Schwesterverbänden und dem ZVSHK auf politischer Ebene aktiv, um die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten. Momentan steht dabei das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) im Mittelpunkt. Hauptgeschäftsführer Sven Fischer nahm bezüglich der Verzögerungen bei der Umsetzung kein Blatt vor den Mund: „Wir erleben derzeit eine sehr unbefriedigende Situation. Das schafft kein Vertrauen, sondern schadet dem Markt“, sagte er.

Landesinnungsmeister Holger Mittelmeyer übte zudem Kritik an der 1.000 Euro-Entlastungsprämie und bezeichnete diese als Scheinentlastung auf Kosten des Handwerkes.

Ein Beispiel für die engagierte interne Arbeit des Fachverbandes ist der digitale „SHK-Heizungsvergleich“. Dieser soll den SHK-Betrieben ein einfaches Tool zur sicheren und schnellen Kundenberatung bieten und exklusiv für Mitglieder erhältlich sein. Momentan wir an der Profiversion gearbeitet.

Derzeit arbeitet der Fachverband zudem an einem erweiterten Seminarangebot. Dazu gehört auch eine Kooperation mit dem Fachverband Elektro Sachsen/Thüringen. Da die Gewerke zahlreiche Berührungspunkte haben, unterstützen sich die Verbände gegenseitig und ermöglichen beispielsweise die Teilnahme an den jeweiligen Seminaren zu Mitgliederkonditionen. Interessant für SHK-Betriebe dürfte hier u. a. das Thema Asbest sein, zu dem der Fachverband Elektro Sachsen/Thüringen ein Seminar anbietet.

Fachinformationen für Klempner

Der Fachvortrag von Kay Schneider, Leiter der Regionalgruppe Ost von Prefa, richtete sich insbesondere an jene Beitriebe, die in den Gewerken Spenglerei/Klempnerei tätig sind. Prefa wurde vor 80 Jahren gegründet und verarbeitet bis heute ausschließlich Aluminium. Hauptsitz des Unternehmens ist Österreich. Neben den klassischen Dach- und Fassadenprodukten ist Prefa auch im Hochwasserschutz tätig. Auch erneuerbare Energien sind für Prefa in Form von Solarsystemen ein Thema. Mittlerweile werden unter anderem integrierte Dachplatten angeboten.

Videobotschaft von ZVSHK-Präsident Michael Hilpert. Im Vordergrund: Der Vorstand es FV SHK Sachsen mit Landesinnungsmeister Holger Mittlmeyer (Mitte) und Hauptgeschäftsführer Sven Fischer (2. V. l.).
Bild: Manja Dietz / Redaktion SHK Profi

Videobotschaft von ZVSHK-Präsident Michael Hilpert. Im Vordergrund: Der Vorstand es FV SHK Sachsen mit Landesinnungsmeister Holger Mittlmeyer (Mitte) und Hauptgeschäftsführer Sven Fischer (2. V. l.).
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