Bad & Design | Unternehmen & Markt | 26.04.2017

Erlebniswelt Bad

So individuell, so vielfältig

Bei der ISH Water war neben der Welt der Installationstechnik – der SHK Profi berichtet ab Seite 34 darüber – ein weiterer Schwerpunkt die Erlebniswelt Bad. Mittlerweile gibt es vielfältige Möglichkeiten im Bereich der Badausstattung. Sich auf wenige Trends zu reduzieren, hieße die Vielfältigkeit der Gestaltung zu unterschätzen. Hier stellen wir Ihnen einige Megatrends vor, die sich auch in den Produktwelten der ausstellenden Unternehmen widerspiegelten.

  • Den künftigen Weg des individuellen Bades untersucht das Trendforum „Pop up my Bathroom“. Die Erkenntnis, dass private Bäder je nach favorisierter (Stil-)Richtung und persönlicher Vorliebe stets anders aussehen (müssen), schlägt sich auch in acht exemplarischen Inszenierungen nieder. Im „Digital Bathroom“ verschmelzen klassische Badprodukte und interaktive Flächen zu einer harmonischen Einheit. Quelle: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Karsten Jipp

  • Welche Tendenzen das individuelle Bad prägen, und welche Möglichkeiten es aktuell bereits bietet, beschreiben und zeigen acht Inszenierungen des Trendforums „Pop up my Bathroom“. Hier das  Konzept „Fashion Bathroom“. Quelle: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Karsten Jipp        

  • Die Erlebniswelt Bad zog zahlreiche Besucher an. Dabei konnten unterschiedliche Konzepte und Gestaltungsmöglichkeiten erlebt werden. Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Pietro Sutera

  • Bad 4.0: Mit Hilfe einer 3D-Brille konnten die Fachbesucher die Konzeptentwürfe der Studenten der Hochschule für Gestaltung in Offenbach erleben. Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Pietro Sutera

  • Ob einfach nur für die menschlichen Bedürfnisse oder als entspannende Wohlfühloase, Bäder werden zukünftig noch individueller. Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Pietro Sutera

Wer sich mit Megatrends beschäftigt, kommt an ihr garantiert nicht vorbei – der Individualisierung. Sie steht u. a. für eine ausgeprägte Vielfalt an Lebensstilen, Arbeitsformen, Familienmodellen, Konsummustern und auch Wohnkonzepten. Neue Freiheiten und Optionen ermöglichen immer persönlichere Entscheidungen in der Privatsphäre. Zumindest in der Theorie kann jeder sein Leben nach eigenen Vorstellungen gestalten. Und: Der Wunsch nach Selbstverwirklichung wächst weiter, prognostizieren Zukunftsforscher wie Matthias Horx. Doch was heißt das alles für Gegenwart und Zukunft des Badezimmers? Detaillierte Antworten lieferte das Trendforum „Pop up my Bathroom“. Eine Kernaussage der von der Messe Frankfurt und der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) getragenen Initiative: „Heute denken die Menschen nicht mehr daran, was normalerweise in ein Bad gehört, sondern daran, was sie für sich brauchen.“ Das mündet logisch in die Erkenntnis, dass private Bäder je nach favorisierter (Stil-)Richtung und persönlicher Vorliebe stets anders aussehen (müssen). Um welche Tendenzen es sich handelt, und welche Möglichkeiten das individuelle Bad aktuell bereits bietet, beschreiben und zeigen acht Inszenierungen. Jede greift unter dem Dach des zentralen Individualisierungs-Themas einen speziellen Trend auf, erläutert VDS-Geschäftsführer Jens J. Wischmann. Die folgenden Kurzporträts blicken hinter die Kulissen.

Fashion Bathroom

Die Verbindung von Langlebigkeit und Mode im Bad geht doch. Die individuelle Gestaltungslust lässt sich z. B. mit leicht austauschbaren Accessoires und Kleinmöbeln in jedem Bad gut ausleben. Auch nicht deckenhoch geflieste Wände kommen dank trendiger Tapeten und angesagter Farbtöne kreativ daher. Das Spektrum erstreckt sich von der gesamten Grau-Palette über zartes bzw. kräftiges rosé bis zu nordischem Flair bei Farben und Materialien. Metalleffekte setzen bei Accessoires, Blenden und Oberflächen optische Akzente. Selbst Stoff macht um den Nassbereich keinen Bogen mehr, sondern präsentiert als softe (und natürlich wasserfeste) Wannenverkleidung.

Sophisticated Bathroom

Das moderne urbane Bad setzt auf Originalität und geschmackvolle Schlichtheit. Altes wird mit Neuem kombiniert. Der bewusste Stilmix bringt die individuelle Persönlichkeit des Bewohners zum Ausdruck und folgt der Devise „Hauptsache, nicht langweilig“. Authentische Materialien wie Stein, Keramik, Holz und Metall machen im Sophisticated Bathroom ebenso Furore wie die „gute alte“ Stahlemail-Wanne. Gleiches gilt für Möbel, die auch im Wohnzimmer stehen könnten.

Healthy Bathroom

Das Bad avanciert zum häuslichen Gesundheitszentrum. Wenn es die Raumgröße zulässt, beheimatet es sogar verschiedene Sportgeräte oder zumindest Yoga-Matte und Balance-Brett. Auf das individuelle Fitness-Workout folgt das für das ganzheitliche Wohlbefinden ebenso wichtige Pflege- und Entspannungsprogramm. Gezielte Hydrotherapie-Anwendungen wie Wechselbäder oder -duschen, Wassermassagen etc. finden gerne im Bad statt. Entsprechend ausgestattet, dient es außerdem zur Gesundheitskontrolle. Bei einer derartigen „Aufgabenflut“ ist es kein Wunder, dass gerade das Healthy Bathroom eine gut durchdachte Planung erfordert, die u. a. genug Stauraum vorsieht.

Comfortable Bathroom

Ebenso wie das Gesundheitsbad stellt das Komfortbad hohe Anforderungen an Planer und Industrie. Schließlich geht es um die Verzahnung diverser unterschiedlicher Funktionen. Gesundheits- und Körperpflege, Fitness und Entspannung, All das ist gewünscht und natürlich machbar. Damit rückt das Bad dann endgültig zum vollwertigen Wohnraum auf, der den individuellen Vorlieben und Bedürfnissen seiner Nutzer formal und technisch überzeugend Rechnung trägt. Bei einem altersunabhängigen Bad nach Maß spielt (deshalb) Ergonomie eine zentrale Rolle.

Digital Bathroom

Komplexe digitale Steuerungen wirken im Verborgenen. Ihnen sind nicht nur nette technische Spielereien und schöne Effekte zu verdanken, sondern mehr Komfort und Sicherheit. Damit dienen sie Generationen. Innovative Systeme ermöglichen z. B. die getrennte Positionierung von Wasseraustrittsstelle und Bedienung. Moderne und schlanke Technik passt sich individuell an unterschiedliche Nutzerbedürfnisse an – von der jeweils benötigten Ergonomie bis zur persönlichen Wohlfühl-Beleuchtung. Im App-Zeitalter werden Funktionen aus der Ferne gesteuert. So füllt sich die Wanne schon am Ende der schweißtreibenden Jogging-Runde. Klassische Badprodukte und interaktive Flächen verschmelzen zu einer harmonischen Einheit.

Nature Bathroom

Green Living bezeichnet einen Lebensstil, der über ein umweltbewusstes (Konsum-)Verhalten einen nachhaltigeren Umgang mit der Natur erreichen will. Im Bad lässt er sich ganzheitlich ohne Komfortverzicht praktizieren. Der verantwortungsvolle Einsatz von Energie und Wasser durch innovative Technologien und Produkte ist nur eine wichtige Facette. Bereits bei Entwicklung und Produktion achten Markenhersteller auf die Umweltschutz-Prämisse. Zudem punkten moderne Sanitärobjekte durch Langlebigkeit, die Verwendung natürlicher Materialien und eine den Verbrauch von Reinigungsmitteln reduzierende Ausstattung. Eines bleibt: Der Genuss, Wasser als Naturerlebnis zu zelebrieren und zu inszenieren.

Condensed Bathroom

Wer immer noch befürchtet, sich ambitionierte Design- und Komfortansprüche nur in großzügig dimensionierten Räumen erfüllen zu können, hat jeden Grund zum Aufatmen. Viel Bad auf wenig Platz ist längst keine Quadratur des Kreises mehr. Stattdessen geht moderne Badkultur mit kleiner Fläche eine hoch- und vollwertige Kooperation ein. Sie macht weder ästhetische noch individuelle Abstriche. Ihre wesentlichen Bestandteile: clevere Anordnung kompakter Produkte, intelligenter Stauraum sowie eine einfache, klare und damit „ruhige“ Gestaltung.

Innovative Bathroom

Im Bad der Zukunft schaffen die zunehmende Entkopplung von Badobjekten und Leitungssystemen und damit die architektonische Befreiung von der Wand ganz neue Chancen für Wohnlichkeit. Parallel dazu ahmen innovative wasserresistente Materialien optisch und haptisch zahlreiche Interior Design-Elemente nach – sei es in Holz-, Beton- oder Metallanmutung. Fortschrittliche Produktionsverfahren treiben die Individualität, wenn man will, auf die Spitze. Schließlich ist der 3D-Druck auch im Sanitärbereich über seinen rein visionären Status bereits (weit) hinaus.

Vortragsprogramm

Im Trendforum „Pop up my Bathroom“ wurden nicht nur Modelle individueller Badplanung inszeniert, in die Trendschau integriert war auch das Vortragsforum Pop up my Bathroom Atelier. Es diente als zentraler Kommunikations-Treffpunkt. Der Besucher erhält hier eine Fülle von Anregungen mittels informativer Vorträge und spannender Gesprächsrunden.

Ein weiteres Projekt präsentierte der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) gemeinsam mit der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main. „Bad 4.0“ beschäftigt sich mit der Digitalisierung der SHK-Wirtschaft. Die Präsentation fand erstmals auf der ISH statt. Mit Hilfe einer 3D-Brille konnten sich die Fachbesucher die neu entwickelten Konzeptentwürfe der Studenten virtuell erschließen. Die Präsentation wfand in Kooperation mit der VDS auf der Waterlounge statt. Sponsor-Partner des Projektes sind die Hersteller Geberit, Hansa, Oventrop und Pall.

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    Der BVF e.V. sucht als Bundesverband für Flächenheizungen und Flächenkühlungen aktiv Kontakt zu seinen Mitgliedern. Im offenen Gespräch wird unter anderem die Frage diskutiert, vor welchen Herausforderungen der Bereich Flächenheizung und –kühlung in den kommenden Jahren stehen wird.
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    Der Blick in die SHK Profi-Ausgabe 6/2017 lohnt sich!

    Bildquelle: Reinhard Feldrapp/vor-ort-foto.de

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