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Betrieb | Marketing | 05.12.2018

Markenbildung für SHK Betriebe

Teil 1: Grundlagen

Markenbildung ist bei größeren Unternehmen und Konzernen ein wichtiger Teil der Marketingaktivitäten. Es werden nicht selten Millionenbeträge eingesetzt, obwohl die Auftragslage ausgezeichnet ist. Doch auch kleinere, lokal agierende SHK-Betriebe können von der Bildung einer Marke profitieren.

Was ist eine Marke?

Sie oder Ihr Unternehmen wird zu einer Marke, wenn die Konsumenten damit bestimmten Werte und Eigenschaften verbinden. Bei der aktiven Markenbildung von Unternehmen soll eine Marke mit passenden positiven Eigenschaften verknüpft werden, um sich so von möglichen Mitbewerbern besser absetzen zu können. In unserem Alltag sind wir ständig mit Marken konfrontiert, so haben wir mit der Zeit unbewusst Verknüpfungen zwischen Markennamen und deren Eigenschaften geschaffen. Beispielsweise verbinden wir die Marke Louis Vuitton mit anderen Attributen als Zara oder H&M. Dies ist kein Zufall, da die Markenbildung von diesen Unternehmen genau gesteuert wird, um ein ganz bestimmtes Image beim Konsumenten zu kreieren. Markenbildung ist nicht nur für große Unternehmen oder Konzerne geeignet, sondern auch für lokale SHK Betriebe.

Markenbildung für SHK Betriebe?

Sie haben gegenüber großen Unternehmen einen entscheidenden Vorteil, da Sie nur Interessenten in Ihrer Region erreichen müssen. Ihre Firma hat ihr Ziel erreicht, wenn Menschen in Ihrer Umgebung, bei einer defekten Heizung oder wenn das Badezimmer renoviert werden muss, direkt an Ihren Betrieb denken. Somit erreichen Sie Neukunden, die im besten Fall schon Werte mit Ihrem Betrieb verbinden wie hohe Qualität, freundlicher und pünktlicher Kundenservice etc. So werden Sie tendenziell weniger Aufwand haben, diesen Interessenten zu einem Kunden zu wandeln. Gleichzeitig können Sie höhere Preise/Margen erreichen, da Ihre Dienstleistungen von vornherein als „Marken-Produkt“ und somit hochwertig angesehen werden. Ein weiterer Vorteil der Markenbildung für SHK-Betriebe ist eine höhere Bindung zu Bestandskunden. Laut der Studie von PwC vom Dezember 2017 (https://www.pwc.de/de/handel-und-konsumguter/pwc-studie-markenvertrauen.pdf) bevorzugen ca. zwei Drittel der Befragten Marken gegenüber „No-Name“ Produkten. Dies zeigt recht gut, wie stark das Potenzial einer erfolgreichen Strategie zur Markenbildung sein kann. Jedoch trifft das nicht nur auf die Gewinnung von Neukunden oder Bestandskundenpflege zu, sondern verbessert auch Ihre Chancen weitere gut ausgebildete Mitarbeiter für Ihren Betrieb zu begeistern. Personen, denen klar ist, dass Ihr Unternehmen der Platzhirsch in der Region ist, werden sich auch bei Ihnen bewerben. Wer möchte denn schließlich nicht beim Besten arbeiten?

Die wichtigsten Elemente einer Marke für SHK-Betriebe

Der Firmenname

Der Name Ihrer Firma sollte für die meisten Menschen einfach zu merken sein, aber gleichzeitig auch individuell genug, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Wenn in Ihrer Region mehrere Firmen bereits einen ähnlichen Namen wie „Bad & Heizungsservice GmbH“ haben, sollten Sie nicht der vierte im Bunde werden. Gleichzeitig sollten Sie auf einen schwierigen Familiennamen im Firmennamen verzichten, wenn Sie ihn am Telefon regelmäßig buchstabieren müssen. Selbstverständlich sollte der Firmenname zu der angebotenen Dienstleistung passen. So könnte ein Betrieb, der sich auf Badsanierungen im oberen Preisniveau spezialisiert hat, dies auch direkt im Betriebsnamen mit Wörtern wie exklusiv, anspruchsvoll, elegant o. ä. zeigen.

Das Logo & die Farben

Einer der wichtigsten Erkennungsmerkmale Ihres Unternehmens ist Ihr Logo und Ihre Firmenfarben. Ihr Logo sollte originell sein und einen hohen Wiedererkennungswert haben. Sie sollten darauf achten, dass Ihr Logo auf allen möglichen Werbemitteln platziert werden kann. Somit soll Ihr Logo nicht nur einen guten Eindruck auf Ihrem Papier und Ihrer Webseite machen, sondern auch auf Ihren Fahrzeugen gut aussehen. Sollte Ihr SHK-Betrieb auf eine lange Geschichte zurückblicken können, macht es auch Sinn einen Hinweis wie „seit 1975“ oder „in 4. Generation“ mit in das Logo einzuarbeiten. Vermeiden Sie eine Zeitspanne wie „seit über 50 Jahren“ zu verwenden, da Sie sonst gezwungen sind Ihr Logo in einiger Zeit zu aktualisieren.

Bedenken Sie bei der Wahl der Firmenfarbe, dass diese verschiedene Wirkungen auf den Konsumenten haben, welche nicht mit Ihrem Image in Konflikt stehen sollten.

Ihr Slogan

In Ihrem Slogan können Sie bereits eine Aussage zu Ihrem Betrieb treffen, bevor ein Interessent mit Ihnen in Kontakt tritt. Daher sollten Sie gut überlegen, was setzt Sie von der Konkurrenz ab und worauf legen Ihren Kunden am meisten wert? Für einen SHK-Betrieb der Komplett-Bäder anbietet, wäre „Bad von A-Z - Alles aus einer Hand“ ein möglicher Slogan. Ein Betrieb mit einem starken Kundenservice und Notdienst könnte einen Slogan nutzen wie: „24 Stunden da für unsere Kunden“.

Ihre Mitarbeiter

Ihre Mitarbeiter sind bei der Bildung einer Marke ein entscheidendes Element. Hier geht es nicht nur um gepflegtes Auftreten inklusive einheitlichem Firmendress, sondern vor allem darum, wie Ihre Angestellten mit Interessenten, Kunden aber auch Mitarbeitern interagieren. Wie werden Ihre Mitarbeiter vom Kunden wahrgenommen? Wird das Gefühl gegeben, dass Sie sich Zeit für die individuellen Kundenwünsche nehmen? Versuchen Sie bestimmte Werte, Qualitätsansprüche und Routinen im Team zu etablieren, die zu den Werten Ihres Unternehmens passen.

Was Ihre Firma ausmacht

Marken leben von den Werten und der Geschichte, die das Unternehmen erzählt. Besonders im Bereich lokaler Dienstleistungen werden lange Firmenhistorien als ein Qualitätsmerkmal gesehen. Weisen Sie auf Ihre Firmenhistorie hin! Besonders größere Betriebe sollten auch auf Ihre große Mannschaft hinweisen. Bieten Sie Garantien wie einen Fixtermin oder eine besondere Dekoration bei der Übergabe an? Auch bei einer Heizung könnte man hier witzige Lösungen finden. Überlegen Sie genau, was sind Ihre Stärken und Besonderheiten in Ihrer Region und wie können Sie diese kommunizieren.

Wie sollten Sie Ihren SHK-Betrieb im Markt positionieren?

Der erste, zu bedenkende Punkt ist, was können Sie besser als Ihre Mitbewerber. Bleiben Sie realistisch und setzen keine Erwartungen, die Ihr Betrieb nicht erfüllt.

Haben Sie sich auf bestimmte Bereiche spezialisiert? Zeigen Sie Ihren Kunden, dass Sie der Experte in der Region sind. Gleichzeitig sollten Sie auch Stärken haben, die für Ihre Zielgruppe attraktiv sind. Beispielsweise würde eine Spezialisierung auf Luxusbäder in einer einkommensschwachen Region von nur wenigen Menschen geschätzt werden.

Sie müssen sich nicht als Spezialist positionieren, sollten aber gewisse Merkmale und Stärken haben, die Ihren SHK Betrieb von anderen unterscheidet. Darüber hinaus sollten Sie auch Ihre Kunden fragen, wie Ihr Unternehmen auf sie wirkt. So erkennen Sie Schwächen aber auch Stärken die Sie in Ihrer Markenbildungsstrategie berücksichtigen sollten.

Tipp: Bitten Sie Ihre Kunden um Feedback (online & offline) wie Sie Ihren Betrieb verbessern können, welche Erwartungen sie hatten und ob diese Erwartungen erfüllt wurden. So erfahren Sie sehr viel darüber, wie Ihr SHK-Betrieb wahrgenommen wird und worauf Sie Ihre Marke aufbauen können.

Mögliche Fragen für einen Feedbackbogen:

Wie zufrieden sind Sie mit unserem Betrieb im Allgemeinen?

Mit welchen drei Worten würden Sie unseren Betrieb & Ihre Erfahrungen damit beschreiben?

Wie würden Sie die Qualität unserer Dienstleistung bewerten?

Was waren Ihre Erwartungen und wie wurden diese erfüllt?

Wie bewerten Sie das Preis-Leistungs-Verhältnis unserer Arbeiten?

Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie weitere Arbeiten bei uns durchführen werden?

In der SHK Profi-Ausgabe 9/2018 erfahren Sie im 2. Teil des Beitrags, wie und mit welchen Mitteln Sie Ihren SHK-Betrieb als regionale Marke etablieren können.

Marc Busse ist Gründer & Geschäftsführer der Firma Tool Box (www.tool-box.io) und gleichzeitig Experte im Bereich der Digitalisierung für Handwerksbetriebe. Als zertifizierter Google Adwords Experte unterstützt er Handwerker, um passende digitale Lösungen zu entwickeln und im Betrieb zu etablieren.

Markencheckliste:

Ihr Logo & Ihre Farben sind auf allen Werbemittel im gleichen Stil vorhanden?

Geschäftspapier

E-Mails

Fahrzeuge

Kleidung der Mitarbeiter

Webseite

Andere Werbemittel

 
Welche Qualitäten übermittelt Ihre Marke? Slogan? Logo? Mitarbeiter?

Stärken

Historie

Von Konkurrenz abgehoben

Verständlich für den Kunden

Gut zu merken

 
Mitarbeiter

Verhaltenskodex gegenüber Kunden & Mitarbeitern klar

Unternehmenswerte sind allen Mitarbeiter klar

Gute Erreichbarkeit

Schnelle Reaktionszeit

 

Wichtigste online Profile gepflegt:

Webseite

Facebookseite

Google Profil

Online Bewertungen

Autor: Marc Busse
Tool Box
Berlin

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