In jeder Krise eine Chance
SHK Profi Chefredakteurin Manja Dietz
Bild: Privat
Mein Unwort des Jahres 2026 steht heute schon fest. Es hat nur fünf Buchstaben und lautet: Krise. Finanzkrise, Coronakrise, Wirtschaftskrise, Lehrlingskrise, Sicherheitskrise, politische Handlungskrise, Irankrise, Energiekrise … Eine Krise gibt der anderen derzeit die Klinke in die Hand, könnte man meinen. Und wir alle stecken mittendrin und versuchen, uns durchzumanövrieren. Spaß macht das auch in der SHK-Branche nicht. Ließ sich beispielsweise für eine zügigere Wärmewende noch Anfang des Jahres ein Licht am Ende des Tunnels erkennen, so wurde in den letzten Wochen u. a. durch die Auswirkungen der Kriege daraus eher ein Flackern. Steigende Energie- und Rohstoffpreise sowie drohende Lieferengpässe beim Material drücken nicht nur auf die Stimmung, sondern haben bereits messbare Folgen. Logistik, Warenflüsse, Produktion, Handelspreise und vieles mehr geraten in Schieflage. Dies drückt wiederum auf ohnehin nicht optimale Rahmenbedingungen für das Handwerk. Damit einhergehend trübt sich die Stimmung der Verbraucher genauso ein, wie die der deutschen Wirtschaft insgesamt. Die Sorge vor steigenden Zinsen, die mit einer Zurückhaltung im Sanierungs- und Neubaugeschäft verbunden sein können, schlägt ebenso ins Kontor. Momentan wird laut einer ZVSHK-Umfrage die aktuelle Geschäftslage mit einem Indikator von +36,4 % noch positiv bewertet. Doch dieser Wert sinkt langsam aber stetig; gepaart mit schlechteren Erwartungen für die kommenden Monate.
Dennoch ist es nicht angebracht, schwarzzusehen. Zum einen ist das Auslastungsniveau in den SHK-Betrieben nach wie vor hoch. Auch, wenn dies momentan rückläufig ist, arbeiten noch immer rund 44 % der SHK-Unternehmen an oder über der Kapazitätsgrenze. Zum anderen steckt auch in jeder Krise eine Chance: Die derzeitigen Probleme decken schonungslos Schwachstellen auf. Anstatt nun die Hände in den Schoß zu legen, gilt es, genau hinzuschauen und die Ursachen zu analysieren. Denn damit eröffnet sich zugleich die Möglichkeit, Verbesserungen auf den Weg zu bringen, die nicht nur kurzfristig Löcher stopfen, sondern langfristig Wirkung zeigen. Im SHK-Bereich findet ein lösungsorientiertes Umdenken in neue Richtungen bereits statt. Beispielsweise hatte neben den steigenden Energiepreisen u. a. auch der Stromausfall in Berlin Anfang des Jahres gezeigt, wie anfällig unsere hiesige Infrastruktur ist und wie abhängig wir nach wie vor von den fossilien Energieträgern sind. Damit einher setzte in privaten wie in öffentlichen Haushalten ein Umdenken ein, das eine Nachfrage nach effizienten Techniken, die mit erneuerbaren Energieträgern betrieben werden, zur Folge hat. Zudem wächst der Wunsch nach Autarkie und Unabhängigkeit. Passende Lösungen kann das SHK-Handwerk längst bieten. Dazu punkteten SHK-Profis mit Fachwissen, individueller Beratung und Serviceleistungen.
Zugleich können SHK-Betriebe neue Marktfelder für sich erschließen. Sei es mit durchdachten Entwässerungslösungen, einfachen, aber zugleich genialen Heizungsalternativen oder Fachwissen für die boomenden Rechenzentren. Zahlreiche Beispiele dafür finden sich in dieser Ausgabe von SHK Profi.
Lassen Sie uns also mit ungeschönter Klarheit, der Bereitschaft, sich weiterzubilden bzw. zu entwickeln und Offenheit für Neues all den Krisen entgegentreten und gestärkt daraus hervorgehen!
Herzlichst Ihre
Manja Dietz
Chefredakteurin SHK Profi
