Nahbarkeit als Erfolgsfaktor
IFH/Intherm 2026: Starker Start ins Jubiläumsjahr
Große Bühne: Die Messe IFH/Intherm begeht 2026 ihren 50. Jahrestag und wird von Ausstellern und Besuchern gleichermaßen gefeiert. Denn mit ihrem hohen Buchungsstand für die Messezeit vom 14. bis 17. April und zahlreichen Highlights ist und bleibt sie ein attraktives Ziel für die Mitglieder der SHK-Familie. Die SHK Profi-Redaktion sprach darüber mit Dr. Wolfgang Schwarz, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes SHK Bayern.
Herr Dr. Schwarz, die IFH/Intherm feiert 2026 ihr 50-jähriges Bestehen. Wie hat sich die Messe aus Ihrer Sicht im Laufe der Zeit verändert – und was hat sie für das SHK-Handwerk stets relevant gehalten?
Seit ihrer Premiere 1976 hat sich die IFH/Intherm zu einer der bedeutendsten SHK-Fachmessen Deutschlands entwickelt. Mit zwei Ausnahmen in ihrer Geschichte fand sie stets im Zweijahresrhythmus in Nürnberg statt. Neben dem Engagement der Messegesellschaft ist vor allem die Rolle der Verbände von großer Bedeutung. Diese übernehmen mit ihren Innungen und den darin organisierten Betrieben eine Scharnierfunktion, die das SHK-Handwerk mit den Ausstellern eng verbindet. So können sie die Messe mitgestalten und die spezifischen Bedürfnisse des jeweils anderen berücksichtigen. Das macht die Messe stark und unverwechselbar.
Die Messe präsentiert das gesamte Branchenspektrum: von Sanitärtechnik und erneuerbaren Energien über Trinkwasserbehandlung, Gebäudeautomation sowie Klima- und Lüftungstechnik bis hin zu nachhaltigen Installationslösungen.
Bild: GHM
Wie schätzen Sie die Lage im SHK-Handwerk ein? Wo liegen die Bedürfnisse aktuell?
Dem SHK-Handwerk geht es nach wie vor relativ gut. Zwar ist die Nachfrage im Heizungsbereich nicht mehr so hoch, wie noch vor zwei Jahren, aber sanitärseitig ist sie im Moment stabil. Auch, wenn die Auftragsvorläufe insgesamt rückgängig sind, können die Betriebe noch relativ gut von ihren Auftragspolstern leben. Was jedoch kommen muss, sind Anschlussaufträge. Die Messe ist hierfür ein guter Marktplatz, der dies etwas beschleunigen kann.
Dr. Wolfgang Schwarz, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes SHK Bayern, lädt im Namen aller
Trägerverbände zu einem Besuch der IFH /Intherm 2026 ein.
Bild: Fachverband SHK Bayern
Wie schaut angesichts dieser Herausforderungen das Messekonzept 2026 aus?
Das Messekonzept ist eine konsequente Fortführung der Vorveranstaltungen. Wir versuchen, Anbieter und Nachfrager zusammenzuführen. Die Verbände tun das ihnen mögliche, damit viele entscheidungsbefugte Handwerker und Führungspersönlichkeiten aus der SHK-Branche kommen, sich austauschen, Kontakte pflegen und natürlich auch die eine oder andere Order dort lassen. Denn die IFH/Intherm war immer eine Mischung aus beidem: Auf der einen Seite Ordermesse, auf der anderen Seite Beziehungsmesse. Die Messe zeichnet sich auch dadurch aus, dass nicht nur eine vorsortierte oder vorbestimmte Ausstellergruppe kommen darf, wie das bei verschiedenen anderen Ausstellungen der Marktpartner der Fall ist. An der IFH/Intherm kann jeder teilnehmen, der sich einen Messeauftritt leisten möchte. Wichtig ist außerdem, dass die Handwerker die Produkte vor Ort anfassen können. Sie wollen die Haptik spüren und direkt Fragen stellen. Dieses Miteinander, das nahe Dransein und das Erklärtbekommen neuer Produkte ist nicht zu unterschätzen. Denn ein Handwerker kauft eigentlich nur die Produkte, die er vorher auch mal in der Hand hatte. Was er nicht sieht und kennt, verbaut er ungerne. Insofern ist eine Messeteilnahme eine absolute Voraussetzung für Hersteller.
Wieviele Aussteller werden auf der IFH/Intherm insgesamt vertreten sein?
Zuletzt kletterten die Buchungsstände immer weiter nach oben, sodass wir mit über 400 Ausstellern fast ausgebucht sind.
Somit bildet die IFH/Nürnberg auch 2026 wieder die Spitze der SHK-Fachmessen.
Ja. Und es freut mich besonders, dass wir 2026 gerade auf der Sanitärseite einige sehr namafte Rückkehrer bei den Ausstellern verzeichnen können. Zum Beispiel werden Kaldewei und Hansgrohe wieder an Bord sein. Aber auch Toto und Uponor. Unseren großen Dank und unsere Aufmerksamkeit richten wir vor allem aber auch auf diejenigen, die uns über lange Jahre hinweg die Treue gehalten haben. Das sind die Grundfeste dieser Messe! Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung wollen wir daher Aussteller ehren, die langjährig bei der Messe dabei sind. Wir feiern heuer 50 Jahre Messe und wir haben Aussteller, die mehr oder minder fast oder seit dem ersten Mal dabei sind. Diese Treue werden wir herauszustellen.
Neben klassischen Ständen wartet die Messe mit weiteren Formaten auf. Welche sind das?
Mit unseren Messeformaten nehmen wir stets den aktuellen Zeitgeist auf und spiegeln diesen wider. 2026 fahren wir die Sonderausstellungen etwas zurück, weil die eigentliche Musik auf den Ständen der Aussteller spielen soll. Was jedoch bleibt, ist das „IFH-Forum“, wo über die gesamte Messelaufzeit hinweg aktuelle Vorträge zu den Themen Heizung, Sanitär, Klima, Lüftung sowie zu Spezialthemen wie Trinkwasserhygiene angeboten werden.
Produkte zum Anfassen sind ein Erfolgsautor für die Messe.
Bild: GHM
Auch die Fachverbände präsentieren sich wieder.
Ja, die SHK-Fachverbände aus Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen sind wieder mit einer gemeinsamen Sonderausstellung und ihren Beraterinnen und Beratern dabei. Hier bieten wir einen besonderen Service für unsere Mitgliedsbetriebe an: Die Handwerker können sich während der Messezeit bei uns beraten lassen. Wir tun das professionell und herstellerneutral. Für längere Gespräche empfehle ich eine Anmeldung.
Welche Tipps können Sie für die Planung eines Messebesuches geben?
Besucherinnen und Besuchern empfehle ich: Planen Sie Ihren Messebesuch so exakt wie möglich im Vorfeld und melden Sie sich ggf. bei den Ausstellern an. Ein Insider-Tipp von mir: Planen Sie dabei auch unbedingt den Nachmittag mit ein. Das ist die angenehmere Zeit für ausführliche Gespräche, weil es einfach ein bisschen entspannter zugeht.
Das Nürnberger Messegelände ist günstig geschnitten. Daher kann man die Messe grundsätzlich in einem Rundlauf begehen - also praktisch einmal komplett rundherum laufen. Aber auch ein Queren, beispielsweise von der Sanitär- zur Heizungsseite, ist immer möglich.
Ich empfehle auch, möglichst vielen Mitarbeitern aus dem eigenen Betrieb den Messebesuch zu ermöglichen. Denn ein Messetag ist Fortbildung. Letztendlich geht es nicht darum, die schönste Bockwurst zu essen, sondern darum, dass die IFH/Intherm als Informationsveranstaltung über den aktuellen Stand der Technik sowie Produkte und Dienstleistungen im gesamten SHK-Bereich informiert.
Was denken Sie, wie wird sich die Messe in den nächsten Jahren entwickeln?
Die Messe hat gute Chancen, in den nächsten Jahre weiterhin erfolgreich auf dem Markt zu sein. Als Indiz dafür nehme ich die Corona-Zeit, als wir keine Messe veranstalten durften. Jeder hat gedacht: Das findet dann alles im Netz statt; wir machen nur noch digital; das läuft. Aber: Es war ein riesiger Schlag ins Kontor.
Das Nürnberger Messegelände ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Auto gut erreichbar.
Bild: GHM
Ich glaube auch an die Zukunftsfähigkeit des SHK-Handwerks: Es ist durch KI nicht zu ersetzen. Der Siphon oder der Heizkessel reinigt oder wartet sich nicht selbst bzw. schraubt sich nicht von allein an die Wand. Es wird lange dauern, bis Roboter kommen, die das können. Außerdem kommt hier noch die Menschlichkeit ist Spiel - diese Beziehung zwischen Kunden und Handwerkern. Das ist schon ein Asset, ein Wert an sich! Handwerker sind in der Lage, individuelle Probleme zu lösen und Bedürfnisse zu erfüllen. Und das dafür nötige Rüstzeug zeigen die Aussteller auf der Messe; gestützt durch den persönlichen Kontakt an den einzelnen Ständen.
Das Interview führte Manja Dietz / Redaktion SHK ProfiIFH/Intherm 2026
Die IFH/Intherm 2026 findet vom 14. bis 17. April im Messezentrum Nürnberg statt. Die Öffnungszeiten sind
Dienstag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr, am Freitag von 9 bis 17 Uhr.
Inhaltlich bildet die Messe fünf Schwerpunkte ab: von Baddesign über Wärme- und Energiesysteme bis zu Smart Home und Elektroinstallation. Ergänzt wird das Angebot durch zahlreiche Talks, Vorträge und eine Startup-Fläche in Halle 4. Eine neue Event-Area in Halle 7A soll zudem den Sanitärbereich erlebnisorientiert in Szene setzen.
Organisiert wird die Veranstaltung durch die GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH im Auftrag der Fachverbände SHK Bayern und Baden-Württemberg. Weitere Trägerverbände sind die Fachverbände SHK Thüringen und Sachsen sowie der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e. V. (BDH). Der Fachverband SHK Sachsen-Anhalt unterstützt die Messe als Kooperationspartner.
Weitere Informationen unter www.ifh-intherm.de.
