Alleinstellungs-Marketing

Im Interview: Sven Mischel, Vorstandsvorsitzender der SHK eG

Während in der SHK-Branche auch in der Pandemie die Aufträge boomen, stellt die SHK eG ihre Markenbetriebe im Zeichen der Krone auch als Arbeitgeber attraktiv auf. Denn wer in Zukunft Aufträge mit hoher Marge und gutem Deckungsbeitrag bedienen will, benötigt vor allen Dingen eins: qualifiziertes Fachpersonal. Die Zertifizierung SHK 9004 bringt eine gleichklingende Leistungsqualität bei den teilnehmenden Betrieben. 

Durch die Zertifizierung werden gezielt die Potenziale der teilnehmenden Betriebe aufgezeigt und den Mitarbeitern und Kunden die Leistungs- und Persönlichkeitsqualität aufgezeigt. Dabei haben die Betriebe die Möglichkeit, sich innerhalb der Zertifizierung zum „Bad- & Heizungsgestalter“ auch mit dem Bertelsmann-Siegel zum „Familienfreundlichen Arbeitgeber“ zu qualifizieren. Ein großer Pluspunkt vor allen Dingen bei der Gewinnung von neuen Mitarbeitenden. Nicht nur im Hinblick auf das Thema Arbeitgebermarke hat der SHK-Verbund in den vergangenen beiden Jahren das Markenkonzept im Zeichen der Krone weiterentwickelt. Optisch wie auch inhaltlich kommen die Badgestalter im neuen Kleid daher.

SHK Profi: Herr Mischel, was ist neu bei den Badgestaltern?

Mischel: Sowohl optisch als auch inhaltlich haben wir das Konzept weiterentwickelt. Im Mittelpunkt steht nicht mehr allein der Komplettbadbau, sondern die Persönlichkeit der Badgestalter. Und damit auch die besonderen Beziehungen zum Umfeld – zu den Kunden, aber auch zu den Mitarbeitenden. Denn die sind ein maßgeblicher Erfolgsfaktor für das Konzept. Aus „Komplett mein Bad“ wird nun „Die besten Momente sind persönlich“. Mit dem weiterentwickelten Konzept sorgen wir nicht nur dafür, dass die Betriebe die richtigen Endkunden ansprechen, sondern auch, dass sie vom qualifizierten Personal gefunden werden.

Für die Mitarbeitenden ist es attraktiv, bei einem Top-Betrieb zu arbeiten. Das Konzept fußt auf den drei wesentlichen Säulen:

Die Geschichte, die wir gemeinsam erzählen: Eine zeitgemäße Story, hinter der die Markenbetriebe stehen und die diese von der Konkurrenz abhebt. „Die besten Momente sind persönlich“ bildet den Kern des Konzepts.

Das Gemeinschaftsmarketing: Ein starkes Konzept, das es den Mitgliedern ermöglicht gemeinsam aufzutreten, Budget und Ressourcen zu schonen und sich auf ihr Kerngeschäft zu fokussieren. Alle wichtigen Marketing-Maßnahmen sind zentral über unser Marketingportal verfügbar.

Zertifikat SHK 9004 - Entwicklung der betrieblichen Prozesse: Die SHK-Qualitätsmanager entwickeln mit unserem Zertifizierer die betrieblichen Prozesse in den Betrieben weiter. Hier werden Potenziale aufgezeigt, die betrieblichen Abläufe optimiert und macht die Betriebe zum Beispiel mit der Bertelsmann-Zertifizierung „Familienfreundlichen Arbeitgeber” auch für Mitarbeitende attraktiver.

SHK Profi: Was hat es mit „Die besten Momente sind persönlich“ konkret auf sich?

Mischel: Konnten wir uns vor einigen Jahren mit dem Claim „Komplett mein Bad“ differenzieren, so ist das leider kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Heute geht es darum, unsere Botschaften über mediale Grenzen hinweg zu vermitteln. Wir müssen sie durch Geschichten emotional erfahrbar machen. Erzählungen bleiben im Kopf. Bei unseren Unternehmen ist dieser Kern die ganz persönliche Beziehung zu den Kunden und den Mitarbeitenden. Deswegen heißt der neue Claim: „Die besten Momente sind persönlich“.

SHK Profi: Herr Mischel, „Heizungsgestalter“? Geht es im Markenkonzept nun nicht mehr allein um das Thema Bad? 

Mischel: „Die besten Momente sind persönlich“ bezieht sich auf die Persönlichkeiten unserer Unternehmer, auf die Kultur in den Betrieben und auf die Beziehungen zu Kunden und Mitarbeitenden. Darum schaffen wir die Möglichkeit, dass unsere Betriebe genau das „im Zeichen der Krone” erzählen: egal, ob Bad, Heizung, Küche oder Elektro. Denn die meisten SHK-Mitglieder sind in vielen Gewerken aktiv – und Profis. Die Story eignet sich für alle Bereiche. Wir haben die Möglichkeit geschaffen, dass unsere Betriebe die ganze Energie in den einheitlichen Auftritt unter dem Zeichen der Krone stecken können.

SHK Profi: Zudem gibt es ein neues Design, das optisch auffällt und sehr hochwertig wirkt. Wie funktioniert das Prinzip Gemeinschaftsmarketing?

Mischel: Mit dem neuen Claim und der Gewerke-Erweiterung haben wir den Markenbetrieben auch eine neue Optik zur Verfügung gestellt: Lauter und präg­nanter ist das neue Corporate Design der Marke im edlen SHK-Blau. ­Gemeinsam treten die Markenteilnehmer einheitlich und wiedererkennbar am Markt auf und nutzen das Markenkonzept als Verstärker der eigenen, regionalen Marke. Die Betriebe behalten die unternehmerische Unabhängigkeit und können sich voll auf ihr Tagesgeschäft konzentrieren. Gleichzeitig teilen sie Ressourcen, Kosten und Kompetenzen mit gleichgesinnten Unternehmerinnen und Unternehmern. Sie treten so als starke Gemeinschaft am Markt auf: Optisch, inhaltlich, und physisch.

Dabei können die Betriebe auf vielfältige Marketingmaßnahmen zurückgreifen. Zum Beispiel eine starke, gemeinschaftliche Webseite, auffindbar durch Online-Marketing-Maßnahmen, die durch die SHK-Zentrale gesteuert werden. Die Markenwebseiten, die jedes Mitglied für sich individualisieren kann. Das Marken-Magazin, das unter anderem auch im Lesezirkel, bei Schöner Wohnen oder Readly.de gestreut wird. Der emotionale Markenfilm, der auch für das eigene Marketing eingesetzt werden kann. Die wertige Außendarstellung, für die es viele Gestaltungsvorlagen gibt. Viele weitere Maßnahmen sind zentral im Marketingportal abrufbar und werden von den Mitarbeitern der SHK-Zentrale für die Betriebe vorbereitet.

SHK Profi: Wie funktioniert das mit der Zertifizierung (SHK 9004) und der Weiterentwicklung der Markenbetriebe in der Praxis?

Mischel: Die SHK-Qualitätsmanager begleiten die Markenbetriebe standardmäßig in ihrer Unternehmensentwicklung. Alle zwei Jahre führen unsere Qualitätsmanager dann ein Audit durch, welches durch den Zertifizierer gegengeprüft wird. Die „SHK 9004“-Zertifizierung ist einzigartig am Markt und beinhaltet die Themen Betriebswirtschaft, Einkauf-Lager-Logistik, Personalführung, Marketing, Verkauf und Montage. Über ein Punktesystem erfährt der Betrieb exakt, wo die Entwicklungspotenziale liegen, aber auch, was sehr gut funktioniert. Gemeinsam mit dem Mitgliedsbetrieb wird dann entschieden, in welchen Bereichen die nächsten Schritte angegangen werden können. Dabei bleibt man in der Umsetzung immer pragmatisch. Unser Zertifizierer kann auf eine langjährige Expertise und, wo nötig, auf ergänzende Netzwerkpartnerschaften zurückgreifen. Wir erstellen Lösungen und so wird für die Betriebe ein echter Mehrwert generiert.

SHK Profi: Was ist für die Zukunft angedacht?

Mischel: Neben den Zertifizierungen setzen wir in Zukunft – sobald das Pandemie-bedingt möglich ist – wieder verstärkt auf den Austausch der Betriebe untereinander. Der wird in Zukunft in Regionalgruppen sowohl online als auch offline weiter intensiviert.

SHK Profi: Gibt es denn noch freie Plätze für Bewerber innerhalb des Markenkonzepts „Die Bad- & Heizungsgestalter“?

Mischel: Es gibt zurzeit noch ein paar freie Gebiete! Für den weiteren Ausbau der Marke können sich aktuell noch Betriebe anmelden, die sich im oben genannten Leistungsversprechen wiederfinden.

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