Kontrollierte Wohnraumlüftung

Beratungsplus nicht nur bei Neubauten

Was heute technisch wirklich erforderlich ist oder was eher in die Kategorie Lifestyle gehört – darüber lässt sich oftmals streiten. Beim Thema Trinkwasser beispielsweise ist es heute für viele Verbraucher gefühlt absolut notwendig, Wasser, das in täglich geprüfter Qualität aus dem Wasserhahn kommt, nochmals zu filtrieren, zu enthärten oder zu „beleben“. Wasser ist das eine Element – Luft das andere. Beim Wasser wird nicht an Aufwand und Kosten gespart. Aber wie schaut es mit der Luft aus? Umweltsensible Kunden könnten hier intensiver beraten werden.

Beim Thema Trinkwasser sind deutsche Verbraucher bereits sensibilisiert: Es wird viel geschrieben über Rückstände im Wasser wie Mikroplastik, Hormone oder Arzneimittel. Kunden, die eine Behandlung ihres Trinkwassers fordern – sei es durch extra Filter, eine Enthärtungsanlage oder die gar auf „Belebung“ des Wassers setzen, sind oftmals besonders empfänglich für die Umweltthematik. Wird ein Planer, Architekt oder SHK-Fachbetrieb bei einem entsprechend bereits sensibilisierten Kunden um Beratung beim Thema Trinkwasser gebeten, ist es sinnvoll, auch ein weiteres lebenswichtiges Element in die Beratung mit einzubringen: die Luft.

Ungefilterte Fensterlüftung

Feinstaub, Pilze, Sporen, Pollen, Feuchtigkeit, Gerüche und Lärm – die Luft kann mit vielen unangenehmen oder gar gesundheitsschädlichen Stoffen belastet sein. Und genauso wie Trinkwasser ist es ein Lebens-Mittel. Aber anders als Trinkwasser kommt Luft durch die Fensterlüftung völlig unbehandelt oder gereinigt ins Haus. Sensoren für beispielsweise mit Pollen belastete Luft hat höchstens ein Allergiker – wenn das Niesen beginnt und die Augen tränen. Mit herkömmlicher Fensterlüftung leiden an manchen Orten neben Nase und Lunge auch noch die Ohren: Lärm dringt bei der Lüftung durch die bei geschlossenem Zustand sonst wunderbar isolierenden Fenster in den Wohnraum. Diese gute Isolierung hat auch ihre Nachteile: Es zirkuliert keine Luft mehr in den Räumen. Es zieht nicht mehr durch Fensterritzen – es lüftet damit aber auch nicht mehr.

Um eine ausreichende Frischluftzufuhr zu erreichen und insbesondere Schimmel durch Feuchtigkeit zu vermeiden, müssten die Bewohner rund um die Uhr alle zwei Stunden für fünf Minuten querlüften. Wer macht das schon? Auch bei Abwesenheit während des Tages und nachts ist richtiges Lüften kaum zu leisten. Und ein Allergiker oder Asthmatiker lässt beim Feinstaub- oder Pollenflug die Fenster lieber länger geschlossen.  

Bei Passivhäusern sind Lüftungssysteme wegen der luftdichten Gebäudehülle längst Pflicht – aber auch bei weniger energiesparend ausgelegten Gebäuden ist eine Ausrüstung oder auch Nachrüstung mit einem System zur kontrollierten Wohnraumlüftung ein Gewinn an Lebensqualität.

Kontrollierte Wohnraumlüftung

Eine hohe Lebensqualität heißt: So wie das Trinkwasser kommt auch Luft kontrolliert, sprich sauber und rein in die Wohnräume. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung durch moderne Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung schlägt dabei gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe:

frische Luft den ganzen Tag – ohne dass Fenster geöffnet werden müssen,

Feinstaub, Pollen und Lärm bleiben draußen,

Feuchtigkeit und Gerüche aus Bad oder Küche werden raus transportiert,

Wärme bleibt durch Wärmetauscher im Wohnraum,

keine Schimmelbildung durch Feuchtigkeit – d.h. Werterhalt der Bausubstanz.

Planer, Architekten und SHK-Profis haben nun die Aufgabe, ein für ihre Kunden passendes System aus der mittlerweile enormen Markenvielfalt herauszusuchen.

Bernhard Fritzsche ist Geschäftsführer der Vallox GmbH, der deutschen Vertretung der finnischen Vallox, die Frischluftsysteme mit Wärmerückgewinnung entwickelt und produziert. Im Markt der Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung ist Vallox seit mehr als 25 Jahren aktiv und gilt als führender Anbieter. Fritzsche empfiehlt, bei der Wahl der Lüftungssystems auf folgende Kriterien zu achten:

Die acht wichtigsten Kriterien bei der Auswahl von Lüftungsgeräten

1. Kostenlose und kompetente Unterstützung bei der Planung

2. Einfach und fehlerfrei einbaubares System

3. Gute Schulung und Beratung (Zertifizierung) des SHK-Handwerks

4. Schnelle und unkomplizierte Wartung durch herausnehmbare Module

5. Hoher Hygienestandard

6. Effiziente Wärmerückgewinnung

7.  Langer Ersatzteilservice

8. Gute Erreichbarkeit von Kundenservice und Support

Fritzsche sagt dazu: „Es gibt mittlerweile eine Fülle von Anbietern auf dem Markt der kontrollierten Wohnraumlüftung. Aber bei einem näheren Blick trennt sich die Spreu vom Weizen. Gekauft ist ein solches System schnell, aber der SHK-Profi ist gut beraten, wenn er sich schon vor seinem Kostenvoranschlag für den Kunden damit beschäftigt, wie die spätere Wartung aussieht. Denn für eine gute Kundenbeziehung und damit auch Folgeaufträge ist es wichtig, dass der Kunde langfristig mit seiner Lösung zufrieden ist. Ist die Geräuschbelastung aufgrund fehlerhafter Planung zu hoch, tropft Kondenswasser an die Außenfassade, ist der Wartungs- und Reparaturaufwand hoch – das alles sind Themen, auf die kein SHK-Fachmann Lust hat.“

Dezentrale Lüftung

Ein Beispiel für ein schnell einbaubares dezentrales Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung ist das von Vallox (www.vallox.de) entwickelte „B44“. Mit einer Luftleistung von 45 m³/h eignet es sich für einzelne Räume sowie für kleine Wohnungen oder Appartements. Das Gerät wechselt intermittierend zwischen Zu- und Abluftbetrieb. Der hocheffiziente Keramikwärmespeicher ist in ein EPP-Gehäuse eingebettet und erzielt einen Wärmebereitstellungsgrad von 88 %. Eine designbetonte, manuell verschließbare Innenblende verleiht dem Gerät zum Raum hin eine dezente Optik. Nimmt man diese ab, können sämtliche Bauteile gut erreicht und gereinigt werden. Auch der Wärmetauscher lässt sich durch eine Auszugshilfe leicht herausnehmen.

Keine Designstörung an der Fassade

Bei sehr designorientierten Kunden kommt gelegentlich die Frage nach der Wirkung des Lüftungsgerätes auf die Außenfassade auf. Die normalerweise eingesetzte Metall-Außenblende ist zwar optisch unauffällig, aber über Geschmack lässt sich nun mal diskutieren. Ein Argument gegen ein Lüftungsgerät ist das trotzdem nicht: Der Luftaustausch geschieht dann über die Fensterlaibung. Der Lüfter wird einfach neben einem Fenster montiert. Anstelle des Rohbausets kommt ein Fensterlaibungsmodul zum Einsatz. Die symmetrische Formgebung des Laibungsmoduls erlaubt den Einbau links oder rechts neben einem Fenster. Das Wandelement besteht aus einem EPP-Dämmblock, der sich mit seiner rechteckigen Form problemlos in das WDVS integrieren lässt. Eine durchdachte Kondensatabführung verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit in die Dämmebene. Durch den Einsatz des Fensterlaibungsmoduls sind keine Außenwandgitter an der Fassade sichtbar.

Permanente Lüftung

Für größere Räume mit einem Luftbedarf von bis zu 60 m³/h empfiehlt Vallox das permanent arbeitende Lüftungsgerät „B 60 SC“. Mit einem großflächigen patentierten Kunststoff-Gegenstromwärmetauscher erreicht das Gerät einen Wirkungsgrad von bis zu 90 %. Die wartungsfreien  Gleichstromventilatoren werden von einer elektronischen 4-stufigen Steuerung mit LED-Anzeige oder Infrarot-Fernbedienung gesteuert. Das Gerät arbeitet extrem leise, verfügt über einen Zweitraumanschluss und kann wahlweise auf oder unter Putz montiert werden.

Fazit

Nicht nur Wasser sollte bei der Beratung eines Lifestyle-Kunden ein Thema sein – Kompetenz vermittelt, wer auch saubere Luft thematisiert. Neben einem Plus an Beratungskompetenz und Kundenbindung beinhaltet dies nicht zuletzt auch die Möglichkeit auf zusätzliches Geschäft. Denn so wie der Einbau einer Wasseraufbereitungsanlage generiert auch ein Lüftungssystem weitere Kundenkontakte durch Service- und Wartungsarbeiten.

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