Neues Duschboden-System

„Von Experten aus der Praxis für Profis“

Wer heute baut oder renoviert, entscheidet sich beim Duschplatz meist für eine barrierefreie Lösung: Duschrinne oder Duschboard mit integrierter Rinne. ACO Haustechnik (www.aco-haustechnik.de) hat eine dritte Lösung entwickelt, die die jeweiligen Vorteile bündelt und Nachteile eliminiert: Sie heißt „ACO ShowerFloor“. Im Gespräch mit dem SHK Profi stellt Dipl.-Ing. Rainer Smieja, Leiter im Geschäftsfeld Entwässerung und Business Development Manager Drainage bei ACO Haustechnik in Stadtlengsfeld, die Eigenschaften des neuen Systems vor.

SHK Profi: Bislang gab es Duschrinne oder Duschboard inklusive Rinne. Mit welchen Argumenten überzeugt man Installateure und auch Bauherrn von einem neuen Duschboden-System?

Smieja: Das neue Duschboden-System „ACO ShowerFloor“ ist schnell, flexibel und leicht in der Handhabung. Das bedeutet zunächst Sicherheit, Ge­schwindigkeit und Flexibilität für den Verarbeiter – der Bauherr wiederum profitiert von schnellem Baufortschritt, hoher Anpassungsfähigkeit bei baubedingten Abweichungen und einer sehr langlebigen Installation.

SHK Profi: Wie muss der Boden beschaffen sein, auf den das neue Duschboden-System gesetzt wird bzw. sind besondere Vorbereitungen erforderlich?

Smieja: Die Installation einer bodenebenen Duschrinne mit dem neuen Duschboden-System erfordert nicht mehr als einen festen Untergrund. Auf dem Rohbeton muss natürlich, wie üblich, eine Abdichtung erfolgen (Dampfsperre). Bauseitige Un­ebenheiten lassen sich sehr einfach kompensieren und auch verlegte Leitungen sind sehr leicht integrierbar.

SHK Profi: Was ist die minimale und maximale Höhe bzw. wie groß ist der Höheneinstellbereich von „ACO ShowerFloor“?

Smieja: Der Höhenunterschied vom Untergrund bis zur Oberkante des Estrichs muss mindestens 125 mm und kann maximal 165 mm betragen. Der Mindestabstand von der Oberkante der Wabenplatte zum Ablauftopf (Punktentwässerung) beträgt 110 mm, bei einer Duschrinne 105 mm.

SHK Profi: Was macht das System so schnell und flexibel in der Verarbeitung?

Smieja: Flexibilität und Schnelligkeit in der Verarbeitung gehören zu den Stärken des neuen Systems: Flexibilität zeigt sich nicht nur in der Anpassbarkeit der Größe, sondern auch darin, dass Korrekturen vorgenommen werden können. Schnelligkeit resultiert aus der klaren Gewerketrennung und Gewerkereduzierung. Nach dem Installieren des Bodensystems und dem Anschließen des Entwässerungsgegenstandes an die Grundleitung wird die Trägerplatte verklebt. Anschließend erfolgt die Übergabe an den Fliesenleger, der umgehend mit den Abdichtungsarbeiten beginnen kann. Das Verlegen eines Gefälle-Estrichs wird durch den Einsatz des Bodensystems überflüssig; dadurch entfallen auch Trocknungszeiten.

SHK Profi: Womit schneidet bzw. sägt man die Trägerplatten und welche Korrekturmöglichkeiten gibt es im Falle von Fehlschnitt?

Smieja: Zur schnellen, flexiblen und einfachen Handhabung des neuen Duschboden-Systems trägt auch das Material der Träger- bzw. Wabenplatte bei: Es lässt sich trotz der sehr hohen Stabilität problemlos mit herkömmlichem Schneidwerkzeug – sprich Cuttermesser, Säge oder Winkelschleifer – schneiden.

SHK Profi: Schallschutz in Wohngebäuden, Hotels, Kliniken etc. ist ein sehr relevanter Faktor – welche diesbezüglichen Eigenschaften hat „ACO ShowerFloor“?

Smieja: Das System wurde so konstruiert, dass die schalltechnischen Anforderungen bereits werkseitig integriert sind – Stichwort Schallentkopplung. Dadurch fallen bei der Installation keine zusätzlichen Arbeiten für den Schallschutz an, was mögliche Fehler vermeidet. Das neue Duschboden-System erfüllt sowohl die Anforderungen der DIN 4109 als auch die der strengeren VDI 4100:2012 „Schallschutz von Wohnungen“ in der Schallschutzstufe III (LAF <= 22 dB(A)).

SHK Profi: Stellt das Bodensystem besondere Anforderungen an das Rohrsystem?

Smieja: Nein, im Gegenteil, auch hier zeigt sich die Flexibilität von „ACO ShowerFloor“: Das System ist ausgelegt auf ein Rohr DN50 und bietet jede Menge Platz zur freien Verlegung.

SHK Profi: Wie gelingt die konzentrische Bodenneigung bei Punktentwässerung?

Smieja: Zum Lieferumfang von „ACO ShowerFloor“ für Punktabläufe gehört eine Träger- bzw. Wabenplatte aus vier Segmenten. Diese vier Teile in Kombination mit den Eckverbindern, die das Gefälle verarbeitungsfreundlich vorgeben, sorgen dafür, dass während der Verarbeitung nichts mehr angepasst werden muss.

SHK Profi: Muss der Fliesenleger besondere Punkte beachten? Zum Beispiel neue Technik erlernen oder seine Arbeitsweise ändern?

Smieja: Das Duschboden-System wurde von Experten aus der Praxis für Profis in der Praxis entwickelt – der Arbeitsablauf entspricht folglich der gewohnten Arbeitsweise, das Erlernen neuer Techniken ist nicht erforderlich. Wie bei jeder Verbundabdichtung ist die Belagsebene (Wabenplatten) fachgerecht abzudichten. Dabei müssen, wie bei jeder fachgerechten Befliesung, die Fugen zwischen den Wabenplatten und dem umgebenden Estrich mit Dichtband zur dehnfähigen Rissüberbrückung abgedichtet werden. Und zwischen den Fliesen ist natürlich an den Dehnungsfugen Silikon vorzusehen.

SHK Profi: Wie wird „ACO ShowerFloor“ ausgeliefert? Sind Sondermaße möglich?

Smieja: „ACO ShowerFloor“ wird als Linienlösung mit 900 x 1200 mm oder 1200 x 1200 mm ausgeliefert, bei der Punktvariante stehen die Standardmaße 900 x 900 mm und 1200 x 1200 mm zur Verfügung. Bei großen Bauvorhaben können die Duschboden-Systeme auch werksseitig auf das Wunschmaß angepasst werden.

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