Unterm Strich
Ich glaube, die meisten Mitglieder der SHK-Familie würden mit Blick auf 2025 unterschreiben, dass es kein Spitzenjahr war. Vom anfänglichen Optimismus hinsichtlich eines spürbaren Aufschwungs war im Laufe der Monate immer weniger zu spüren. Statt neuer Impulse, die mit dem gesetztlichen Vollzug der Energie- und Wärmewende zu erwarten waren, tat sich wenig Konkretes. Branchenkenner verwundert das nicht, schließlich stellte sich 2025 keine Klarheit über Änderungen im Gebäude- und Energiebereich ein. Und was tun potenzielle Sanierer und Bauherren, in so einem Fall? Richtig, sie warten ab und zögern ihre Investitionen hinaus. Die SHK-Betriebe, Innungen und Verbände positionieren sich hier eindeutig: Sie wünschen sich statt neuen, tiefgreifenden Reformen Praktikabilität und Stabilität. Ebenfalls fehlen ihnen klare Signale, was die Förderlandschaft betrifft. Leider gab es auch bis zum Redaktionsschluss dieser SHK-Profi-Ausgabe diesbezüglich nichts Neues.
Ist all das als schlechtes Vorzeichen für 2026 zu werten? Ich sage: „Nein“ – und habe handfeste Gründe dafür: Zunächst einmal sind da die Marktzahlen, die sich trotz ungünstiger Rahmenbedingungen stabilisiert oder sogar leicht verbessert haben. So bleibt laut dem Münchner Ifo-Institut die Auftragslage von Unternehmen in Deutschland aufgrund der schwachen Nachfrage, hoher Kosten sowie einer nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit im Januar zwar angespannt, aber dennoch stabil. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung e. V. in Berlin sieht sogar eine Kehrtwende am Bau voraus: Das Bauvolumen dürfte 2026 erstmals seit fünf Jahren wieder zulegen, wobei öffentliche Investitionen, aber auch der Wohnungsneubau, im laufenden Jahr wieder im Plus landen könnten, heißt es.
Das SHK-Handwerk selbst startet laut Januar-Umfrage der Querschiesser Unternehmensberatung mit einer recht komfortablen Geschäftslage ins neue Jahr. Gerade einmal 2 % der SHK-Betriebe bewerten ihre aktuelle Geschäftslage mit „schlechter als ok“. Bei ca. 21 % läuft es „sehr gut“, bei weiteren ca. 46 % läuft es „gut“. Die Auftragsreichweiten liegen im Sanitärbereich bei 9,8 Wochen und für Heizungsarbeiten bei 10,6 Wochen.
Konkrete, positive Nachrichten kommen auch von der Industrie. So hat beispielsweise Stiebel Eltron
seine Wärmepumpenfertigung am Standort Höxter wieder aufgenommen. Im Mai 2024 musste dort die Produktion aufgrund der eingebrochenen Wärmepumpen-Nachfrage unterbrochen werden. Die Erholung des Marktes in 2025 (aktuelle BWP-Zahlen dazu auf Seite 5) führte jetzt dazu, dass die Kapazitäten in Höxter wieder gebraucht werden – sodass die Fertigung hier wieder angelaufen ist.
Impulse für eine Marktbelebung werden zudem die SHK-Messen in Essen, Nürnberg und Hamburg setzen. Aussteller aus der gesamten SHK-Branche stehen in den Startlöchern, um ihre neuesten Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren und somit neuen Schwung in die Nachfragesituation zu bringen.
Vorausgesetzt, niemand tritt auf die Bremse und die Politik unterstützt die SHK-Branche dabei, den Markt weiter zu aktivieren, dürfte uns unterm Strich 2026 also ein kleiner Aufschwung erwarten. Wir bleiben dran!
Herzlichst Ihre
Manja Dietz
