Durchgängige Prozesse im SHK-Betrieb

Telematik schließt Lücke zwischen Büro und Baustelle

Mit der Übernahme von Infleet hat OneQrew deren Telematik-Plattform direkt in „MyOneQrew“ und das hauseigene ERP-Ökosystem integriert. Damit wurde eine durchgängige Plattform für Handwerksbetriebe geschaffen und die

letzte operative Lücke zwischen Büro und Baustelle geschlossen. Welche Vorteile damit für SHK-Betriebe

verbunden sein können, erklärt Benno Quade, Co-CEO von OneQrew, im SHK Profi-Interview.

Wie unterstützt die integrierte Telematik einen SHK-Betrieb konkret bei der täglichen Disposition; beispielsweise bei kurzfristigen Notdienstaufträgen?

Die integrierte Telematik schafft eine vollständige Transparenz in Echtzeit. Die Disposition – im Büro oder perspektivisch über Systeme wie „HalloPetra“ – verfügt über eine Live-Übersicht sämtlicher Fahrzeugstandorte. Zeitraubende Rückfragen per Telefon, die den Monteur bei der Arbeit stören, entfallen komplett.

Ein entscheidender Vorteil ist die intelligente Umkreissuche: Bei einem Notfall gibt die Disposition die Kundenadresse im System ein und erhält sofort eine Auflistung der nächstgelegenen Fahrzeuge – inklusive kalkulierter Route und exakter Fahrzeit unter Berücksichtigung der aktuellen Verkehrslage. So kann dem Kunden bereits beim Erstkontakt eine verlässliche Ankunftszeit genannt werden, was die Servicequalität massiv steigert und die Fahrwege optimiert.

In der SHK-Praxis werden schon mal Werkzeuge verlegt oder stehen länger als geplant auf Baustellen. Wie hilft die Lösung dabei, Fahrzeuge, Maschinen und Material im Blick zu behalten und unnötige Such- oder Standzeiten zu vermeiden?

Durch die Symbiose aus GPS-Fahrzeugortung und BLE-Asset-Tracking entsteht ein lückenloses digitales Inventarverzeichnis. Hochwertige Maschinen, z. B. Pressmaschinen, Bautrockner oder Kernbohrgeräte, werden mit BLE-Tags ausgestattet, die permanent mit dem GPS-Modul im Fahrzeug kommunizieren. Auf der digitalen Karte lässt sich jederzeit nachvollziehen, welches Werkzeug sich in welchem Fahrzeug befindet oder an welchem Einsatzort es zuletzt registriert wurde. Das System
dokumentiert automatisch, welcher Mitarbeiter das Werkzeug an welchem Ort „verloren“ oder abgestellt hat. Das reduziert teure Suchzeiten und vermeidet unnötige Doppelanschaffungen oder Standzeiten, da nicht genutztes Equipment sofort identifiziert und dem nächsten Projekt zugewiesen werden kann. 

Fahrtenbücher, Stundenzettel, Projektzuordnung – vieles läuft noch manuell. Was ändert sich für Monteure und Bürokräfte ganz konkret, wenn Fahrzeug- und Bewegungsdaten automatisch ins ERP fließen?

Für die Monteure bedeutet der automatisierte Datenfluss eine signifikante administrative Entlastung. Das elektronische Fahrtenbuch erfasst Start- und Zielzeiten sowie Adressen metergenau und manipulationssicher. Statt mühsamer handschriftlicher Notizen am Feierabend muss der Monteur die Fahrten nur noch kurz digital validieren oder Projekten zuordnen. Für das Büropersonal wandelt sich der Prozess von der fehleranfälligen Dateneingabe zur reinen Datenkontrolle. Da die Bewegungsdaten direkt in das ERP-System fließen, stehen sie sofort für die Nachkalkulation, die Lohnabrechnung oder die Rechnungsstellung zur Verfügung. Lesefehler durch unleserliche Handschriften gehören der Vergangenheit an und die lückenlose Dokumentation sorgt für Rechtssicherheit gegenüber dem Finanzamt.

Können Sie ein typisches Praxisbeispiel aus dem SHK-Handwerk schildern, in dem die durchgängige Verbindung von Baustelle und Büro unmittelbar Zeit oder Kosten spart?

Ein klassisches Szenario ist der koordinierte Notdienst-Einsatz bei einem Rohrbruch. Während der Kunde noch am Telefon ist, identifiziert die Dispo über die Adresssuche den am nächsten positionierten Monteur, der zudem über das benötigte Spezial-
werkzeug verfügt. Durch die Kopplung der Daten spart der Betrieb hier doppelt: Erstens durch die minimierte Anfahrtszeit und zweitens durch die automatisierte Abrechnungsbasis. Da das System die exakten Kilometerstände sowie die präzisen Betriebs- und Standzeiten direkt an das Büro übermittelt, kann die erbrachte Leistung unmittelbar nach Abschluss des Einsatzes rechtssicher und transparent fakturiert werden. Es geht keine Minute Arbeitszeit verloren und jeder gefahrene Kilometer wird exakt erfasst und dem Projekt zugeordnet.

Das Interview führte Manja Dietz / Redaktion SHK Profi

Telematik-Daten

ganzheitlich nutzen

Das Portfolio von Infleet umfasst GPS-Ortung, Routenoptimierung, BLE-basiertes Asset-Tracking (für Werkzeuge, Bautrockner oder weiteres Equipment) und automatisierte Fahrtenbücher – DSGVO-konform, vollständig in Deutschland betrieben und bereits bei rund 2.500 Betrieben im produktiven Einsatz.

Die Integration von Infleet in die OneQrew-Plattform macht Telematik-Daten erstmals direkt in kaufmännischen Prozessen nutzbar: Von der Projektzuordnung über Arbeitszeiterfassung und Nachkalkulation bis hin zur Terminplanung mit Routenoptimierung wird dieselbe operative Datenbasis genutzt. Das Ergebnis ist eine durchgängige Kette – vom Auftrag, der Einsatzplanung inklusive Fahrzeug und Geräten auf der Baustelle bis zur Lohnabrechnung im ERP. Das alles soll ohne Medienbrüche oder manuellen Mehraufwand erfolgen.

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