Effizienz-Boost für SHK-Betriebe

BHKW-Checkliste für gut geplante Projekte

Strom und Wärme aus einer Hand – und dabei Optimierungspotenziale sichtbar machen. Für SHK-Handwerker und Handwerkerinnen ist die richtige Planung von BHKW-Projekten entscheidend: Ein optimal integriertes System spart Zeit, Kosten und Nerven – auch für die Kunden. Die folgende Checkliste soll helfen, den Einstieg ins BHKW-Projekt praxisnah zu gestalten, spätere Probleme zu vermeiden und Einsparpotenziale sichtbar zu machen.

Praxisnaher Start: die Gegebenheiten vor Ort analysieren

Für eine reibungslose Planung und Installation eines BHKW sollten SHK-Betriebe mehrere Punkte im Blick behalten. Zunächst gilt es, den Platzbedarf und die Zugänglichkeit zu prüfen: Der Heizraum muss groß genug sein, damit das BHKW problemlos installiert und gewartet werden kann. Selbst kompakte Geräte benötigen ausreichende Bewegungsfreiheit. Der Hersteller Senertec bietet hierfür spezielle Transporthilfen und für sehr enge Zugänge eine zerlegte Einbringung an.

Ebenso wichtig ist die hydraulische Integration. Pufferspeicher, Vor- und Rücklauftemperaturen sowie der hydraulische Abgleich sollten sorgfältig geplant werden.

Auch die elektrische Einbindung will gut vorbereitet sein. Dazu gehört die Abstimmung auf die Eigenstromnutzung, die Netzeinspeisung und das Energiemanagement. Der erzeugte Strom wird vorrangig im Gebäude selbst verbraucht, Überschüsse werden in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist – gegen eine attraktive Vergütung für den Anlagenbetreiber.

Bereits in der frühen Planungsphase sollten außerdem Förderungen und Wirtschaftlichkeit geprüft werden, damit sich die Investition langfristig rechnet.

Checkliste für die konkrete Planung

Energie clever kombiniert: Zusatzmodule einbinden

Entscheidend für ein effizientes Gesamtsystem ist ein abgestimmtes Lastprofil und die Kombination der Energiequellen. So profitieren Betreiber von geringeren Energiekosten und höherer Versorgungssicherheit.

PV-Anlage & Speicher: Die Kombination steigert den Eigenverbrauch. In Mehrfamilienhäusern wird ein „Dachs“-Blockheizkraftwerk oft mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und einem Batteriespeicher kombiniert. So lässt sich der erzeugte Strom optimal selbst nutzen und der Eigenverbrauch des Systems deutlich erhöhen. Auch bei Gewerbebetrieben wird der PV-Strom über ein intelligentes Energiemanagement priorisiert, um die Eigenstromnutzung weiter zu maximieren.
Wärmepumpe: Die Verbindung von BHKW und Wärmepumpe spielt ihre Stärken besonders dort aus, wo viel Wärme gebraucht wird – etwa in der Hotellerie und Gastronomie, Metzgereien oder anderen lebensmittelverarbeitenden Betrieben.

Steuerung & Vernetzung: Für die Vernetzung bietet der „Dachs“ eine Modbus-TCP-Schnittstelle an, um in ein Energiemanagementsystem oder eine Gebäudeleittechnik integriert und mit PV-Anlagen, Batteriespeicher oder Wärmepumpe direkt kombiniert zu werden. Dank der dauerhaften Internetverbindung hat sowohl der Betreiber als auch der SHK-Betrieb vollen Zugriff auf den „Dachs“ zur Überwachung und Fernwartung. Aber auch ohne übergeordnetes Energiemanagement übernimmt der „Dachs“ die Regelung: mit einem optionalen Leistungsmessgerät werden Einspeisung und Bezug von Strom im Objekt erfasst und die „Dachs“-Erzeugung so darauf angepasst, dass die Erträge für den Betreiber steigen.

Wirtschaftlichkeitscheck: Mehrwert für Kunden bieten

Ein Wirtschaftlichkeitscheck ist ratsam: Hersteller wie Senertec nutzen dafür ein spezielles Programm. Damit können SHK-Betriebe und Planer schnell:

Einsparpotenziale für Strom und Wärme berechnen,

Amortisationszeit (häufig ca. 6-7 Jahre) und mögliche Förderungen einschätzen,

und Kombinationen mit PV, Batteriespeicher oder Wärmepumpe prüfen.

Tipp: Die Ergebnisse lassen sich als PDF speichern und direkt im Kundengespräch einsetzen.

Wissen aus der Praxis 

Maximilian Müller, Produktmanager bei Senertec, kennt die praktischen Herausforderungen und beschreibt, was SHK-Profis bei der Planung und Installation eines BHKW im Blick behalten sollten. 

Mit welchem realistischen Zeitrahmen müssen Planer vom ersten Konzept bis zur Bestellung rechnen?

Abhängig von der Größe und Komplexität des Projekts können die Detailplanung und Angebotserstellung, inklusive der Einholung aller Genehmigungen und der finalen Förderanträge, gut zwei bis sechs Monate in Anspruch nehmen. Die frühzeitige Prüfung von möglichen Förder-
ungen ist dabei unerlässlich, da sie die Rentabilität des gesamten Projekts sichern.

 

Ein häufiges Problem ist die Dimensionierung. Was passiert, wenn der Wärmebedarf über- oder unterschätzt wird – und wie kann das BHKW hier flexibel reagieren?

Eine fehlerhafte Schätzung des Wärmebedarfs beeinflusst die Wirtschaftlichkeit. Bei zu niedrig geschätztem Wärmebedarf passt sich der „Dachs“ aber an, indem er die Leistung reduziert. Ist er hingegen zu klein ausgelegt, steigt der teure Zukauf über den Spitzenlastkessel. In dem Fall kann aber nachträglich der Zubau eines zweiten „Dachses“ als Kaskaden-Lösung geprüft werden.

Abgasführung und Kaminquerschnitt sind oft Knackpunkte. Welche technischen Details müssen SHK-Profis hier beachten?

Das ist ein sehr wichtiger Punkt, der oft zu spät geklärt wird. Da der „Dachs“ serienmäßig Brennwerttechnik nutzt, ist immer eine separate Abgasleitung erforderlich. Allerdings kann diese dank des geringen Rohrdurchmessers in den meisten Fällen in den vorhandenen Kaminzug integriert werden.

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