Energieeffizienz neu gedacht
Unterputz-Duschsystem nutzt Abwärme für Energieeinsparungen
Um Warmwasser zu erzeugen, bedarf es viel Energie. Damit diese insbesondere beim Duschen nicht verlorengeht, hat Grohe mit dem „Rapido Heat Recovery“ eine nachhaltige Lösung entwickelt. Die SHK Profi-Redaktion hat sich das einmal näher angesehen.
Das „Rapido Heat Recovery“-Unterputz-Duschsystem wurde mit dem niederländischen Start-up Hamwells konzipiert. Es basiert auf dem „Rapido“-Duschrahmen und ist mit GroheThermostaten kompatibel. Erhältlich ist es in Mono- oder Duo-Versionen für die Installation einer Ein- oder Zweistrahl-Kopfbrause in Kombination mit einer Handbrause. Es gibt die Einrohr- und die effizientere Zweirohr-Variante.
So funktioniert das System
Ähnlich wie bei einer herkömmlichen Dusche wird kaltes Wasser (ca. 10 °C) ins Haus geleitet und auf ca. 60 °C erwärmt.
Der Thermostat mischt das Warm- und Kaltwasser auf eine angenehme Duschtemperatur von 38 °C.
Nach dem Duschen läuft das Wasser üblicherweise mit ca. 34 °C ab. Mit „Grohe Rapido Heat Recovery“ wird das warme Abwasser jedoch durch ein separates Rohr gepumpt, das vom Kaltwasserzulauf umschlossen ist, wodurch ein Teil der Restwärme übertragen wird.
Für das so vorgewärmte Kaltwasser wird also weniger Warmwasser benötigt, um die gewünschte Duschtemperatur zu erreichen. So wird unmittelbar Energie gespart. Besonders effizient ist die Zweirohr-Variante. Diese steigert den Wirkungsgrad, indem sie eine größere Kontaktfläche zur Wärmeübertragung an das Abwasser bietet.
Nach der Wärmerückgewinnung wird das Abwasser abgeleitet.
SHK Profi fragt nach
Was ist bei der Installation zu beachten? Darüber sprach die Redaktion mit Gas- und Wasserinstallateurmeister Heiko Bonin. Er ist als Leader Training Central Europe zuständig für die Schulungsprogramme der Marke Grohe in der Region DACH.
Herr Bonin, welcher Voraussetzungen bedarf es für die Installation des Systems?
Die Voraussetzungen sind überschaubar: Das System wird in eine Vorwandinstallation mit mindestens 19 cm Tiefe integriert – ein Standard bei modernen Sanitärinstallationen. Da eine Pumpe für die Zirkulation sorgt, muss ein Stromanschluss vorhanden sein oder in die Vorwandinstallation gelegt werden. Aufwendige bauliche Anpassungen sind nicht erforderlich.
Wie aufwendig ist die Installation?
Die Installation ist unkompliziert – vergleichbar mit Standard-Elementen. Der vormontierte Rahmen wird an der Rohbauwand oder in einer Leichtbauständerwand befestigt, das schafft eine Person in 30 - 45 min. Anschließend wird das mitgelieferte HT-T-Stück nach dem Siphon montiert und die Wärmeübertrager an das Abwasserrohr angebunden. Da die Abwasserverrohrung ohnehin erstellt werden muss, ist der Mehraufwand minimal.
Wie wirkt sich der integrierte Duschrahmen auf Fehlervermeidung und Planungssicherheit aus?
Er bietet alle bewährten Vorteile unseres „Grohe Rapido Duschrahmens“: Alle Rohrverbindungen sind werksseitig vorgefertigt; der Installateur schließt nur noch Kalt- und Warmwasser sowie die Abwasserseite an. Die „Grohe Rapido SmartBox“ ist so positioniert, dass sie nicht falsch, zu tief oder zu weit aus der Wand stehen kann. Typische Installationsfehler sind praktisch ausgeschlossen. Das bedeutet: maximale Planungssicherheit, eine verkürzte Installationszeit und nahezu kein Fehlerpotenzial selbst bei weniger erfahrenen Installateuren.
Welches Einsparpotenzial bietet das System?
Der „Grohe Rapido“-Duschrahmen kann je nach Wassereingangstemperaturen und je nach Modell bis zu 48 % der Wärme aus dem Duschwasser zurückgewinnen. Das ist ein enormes Potenzial. Im Vergleich mit Systemen, die in einer Duschrinne verbaut sind, ist der Wirkungsgrad identisch. „Grohe Rapido Heat Recovery“ ist aber einschließlich Verrohrung wesentlich schneller zu installieren. Bei zentralen Wärmerückgewinnungs-Systemen, die im Keller montiert werden, ist der Wirkungsgrad oft nur sehr gering, denn das Grauwasser kühlt bis zum Keller zu sehr ab, um noch effektiv zu wirken. Wir gewinnen die Wärme direkt dort zurück, wo sie entsteht. Das ist die effizienteste Lösung.
Nachhaltigkeit wird zunehmend zum Verkaufsargument. Wie können Handwerker den ökologischen Nutzen der Wärmerückgewinnung verständlich vermitteln?
In modernen, gut gedämmten Häusern werden rund 51 %
der Energie für Warmwasser benötigt – deutlich mehr als für die Heizung. Wir heizen Wasser mit viel Energie auf und lassen es dann einfach durch den Abfluss verschwinden. Genau hier liegt das größte Einsparpotenzial: Wir holen diese Energie zurück – das versteht jeder Kunde sofort und sieht es direkt auf der Energierechnung.
Wie lassen sich Energieeinsparung und Investition gegenüberstellen?
Unsere Berechnungen zeigen, dass das System sowohl Energiekosten als auch CO2-Emissionen um bis zu 48 % reduzieren kann. Wann sich die Investition amortisiert, hängt entscheidend von der Nutzungshäufigkeit und den Stromkosten ab. Ein Privathaushalt mit 4 Personen kann mit der Zweirohr-Variante im Jahr 299 € einsparen – unter folgenden Annahmen: Jede Person duscht an 350 Tagen im Jahr jeweils 5 min lang, die Wassertemperatur liegt bei 38 °C, der Wasserverbrauch bei 9,2 l/min und die Stromkosten bei 0,30 € pro kWh.
Welche Argumente ziehen, wenn es um langfristige Vorteile wie CO2-Reduktion und den Immobilienwert geht?
Für Gebäudezertifizierungen wie LEED oder DGNB ist der CO2-Fußabdruck entscheidend. „Grohe Rapido Heat Recovery“ reduziert CO2-Emissionen im Warmwasserbereich um bis zu 48 % – das kann über die Zertifizierungsstufe entscheiden. Bessere Zertifizierung bedeutet: höherer Marktwert, bessere Vermietbarkeit. Zudem werden die Anforderungen an Energieeffizienz strenger. Wer heute in Wärmerückgewinnung investiert, schafft Mehrwert und ist rechtlich auf der sicheren Seite.
Welche Entwicklungen erwarten Sie künftig im Bereich energieeffizienter Sanitärlösungen?
Energieeinsparung wird zum zentralen Fokus moderner Gebäudetechnik – getrieben durch gesetzliche Vorgaben, steigende Energiepreise und Umweltbewusstsein. Wärmerückgewinnung spielt dabei eine zentrale Rolle, weil sie Komfort und Nachhaltigkeit verbindet. Ich bin überzeugt, dass Systeme wie „Rapido Heat Recovery“ in wenigen Jahren zum Standard gehören werden – wie heute Wärmedämmung oder effiziente Heizungstechnik.
Das Interview führte Manja Dietz / Redaktion SHK Profi