Installation als
Herausforderung

Wie ein Kloster modernisiert werden kann

Eine Generalsanierung im Bestand – dieser Aufgabe stellten sich die Mönche des Franziskanerklosters Salzburg. Trotz der alten Bausubstanz, Denkmalschutz und schwierigen Bedingungen wurde die Maßnahme mit Bravour umgesetzt. Für eine langlebige Wärmeverteilung und Trinkwasserversorgung kamen Rohrleitungssysteme von Sanha zum Einsatz.

Mitten in der Altstadt, nur wenige Meter vom Salzburger Dom entfernt, steht der Komplex des Franziskanerklosters. Er ist eng mit der Stadtgeschichte verwoben, gehen seine Ursprünge doch bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die Notwendigkeit einer umfassenden Sanierung wurde an vielen Stellen sichtbar, etwa hinsichtlich der Statik, der Baustruktur, des Brandschutzes und der haustechnischen Installationen. Auch die Unterspülung von Gebäudeteilen wie dem alten Krankentrakt durch den St. Peter-Arm des Almkanals musste in den Fokus genommen werden. Immerhin fand die letzte größere Sanierung in den 1950er Jahren statt. Die große Aufgabe bestand zusätzlich darin, Teile zurückzubauen, die nicht der bauhistorisch wertvollen Bausubstanz entsprachen. Das ambitionierte Projekt startete 2020 in enger Abstimmung mit der Stadt und der Denkmalschutzbehörde.

Neue Haustechnik

Zum umfangreichen Aufgabenkatalog kam die Anpassung der Technik und Ausstattung hinzu. Für die Wohnumgebung bedeutete dies beispielsweise die zeitgemäße Gestaltung der Klosterzellen und Sanitär­räume, u. a. mit berührungslosen Armaturen und einer Fußbodenheizung. Die Böden, manche davon aus dem 17. Jahrhundert, wurden restauriert und wieder verlegt. Eine teils vorgehängte Glasfassade bewirkt eine zusätzliche Wärmedämmung und lässt gleichzeitig die historischen Gewölbe und Pfeiler zur Geltung kommen. Die Versorgung mit Trinkwasser wird durch mehrere dezentrale Frischwassermodule sichergestellt. Das Warmwassernetz ist dabei bewusst klein ausgelegt, um die Ausstoßzeiten so niedrig wie möglich zu halten (weniger als 10 s). Für zusätzliche Hygiene hat man die Leitungsführung entsprechend optimiert.

Trinkwasserinstallation

Der sensible Bereich der Trinkwasserinstallation wurde u. a. mit „3fit-Press“ umgesetzt. Dieses System zeichnet sich vor allem durch die Pressfittings aus bleifreier Siliziumbronze (CuSi) aus. Der Aspekt bleifrei gewinnt für Planer und Verarbeiter weiter an Bedeutung, denn der Grenzwert für Blei im Trinkwasser wurde erst 2021 erneut verschärft (nur noch 5 Mikrogramm pro Liter) und weitere Verschärfungen sind absehbar. Als Systemrohre stehen verschiedene Mehrschichtverbundrohre (PE/RT, PEX, mit Aluminiumsperrschicht sowie verschiedenen Längen und Isolierstärken) zur Verfügung.

Die hohe Qualität des Werkstoffs und der Herstellung zog sich in der Verarbeitung weiter durch: So achteten die Fachleute der Allround Installationen Heinz Kapferer GmbH konsequent darauf, Rohröffnungen bei jeder Arbeitsunterbrechung zu verschließen. Diese Sorgfalt ist aus Gründen der Hygiene unerlässlich, denn eingetragene Schmutzpartikel würden später zwangsläufig zu Problemen führen. Zum Einsatz kamen Rohre in Dimensionen bis 63 mm.

Heizung arbeitet zweigleisig

Für die Beheizung ist das Kloster an die Fernwärme der Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation angebunden. Dazu wurden in den Technikräumen und in den einzelnen Wohntrakten entsprechende Übergabestationen installiert. Als zweites Standbein nutzt man jetzt insgesamt 19 Wärmepumpen. Da weder eine Tiefbohrung noch Flächenkollektoren umzusetzen waren, wählten die Verantwortlichen Luft-/Wasser-Wärmepumpen. Sie einzubringen und zu installieren, war für die Handwerker nicht einfach. Für den Transport per Kran mussten eigens Teile der Gebäudehülle geöffnet werden. Zudem wurden die Arbeiten an einigen Stellen des Gebäudes durch sehr beengte Verhältnisse zu einer echten Herausforderung.

Wärmeverteilung mit „Sanha-Therm“

Für die Wärmeverteilung wurde u. a. das Rohrleitungssystem „Sanha-Therm“ aus C-Stahl eingesetzt. In Teilen des Komplexes kommt zudem eine Fußbodenheizung zum Einsatz, die in den Fluren mit Radiatoren ergänzt wird. Das Rohrleitungssystem besteht aus bewährten Pressfittings mit einer schwarzen Formteildichtung aus EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) und Rohren nach ÖN EN 10305-3. Es bietet eine wirtschaftliche Lösung für alle geschlossenen Kreisläufe wie Heizung, so auch im Franziskanerkloster. Auch durch die unverzinkte Innenfläche eignet es sich für den Heizungsbereich, denn es besteht keine Gefahr der Pumpenverschmutzung.

Die Pressfittings der Serie sind außen durch einen roten Punkt gekennzeichnet. Die zugehörigen Rohre lassen sich durch eine längslaufende rote Markierung gut erkennen. Damit wird einer Verwechslung auf der Baustelle vorgebeugt. Verfügbar sind die Nennweiten 12 bis 108 mm inklusive Sonderdimensionen wie 67 mm. Der maximale Betriebsdruck liegt bei 16 bar, die Betriebstemperatur zwischen -30 und 120 °C. Bei der Installation des Heizungsnetzes in Salzburg wurden Fittings und Rohre bis zu 76 mm eingesetzt.

Rascher Baufortschritt dank „combipress“

Als ein weiterer wichtiger Aspekt für die Qualität ist die „combipress“-Funktion zu nennen: Die Verarbeitung der Rohre und Fittings wird durch die Eigenschaften Werkzeugkompatibilität, Gleithaftung und „unverpresst undicht“ wesentlich vereinfacht. Die zuverlässige und rasche Verarbeitung spielt bei einem Projekt der hier genannten Größenordnung eine große Rolle. Daher kommt positiv zum Tragen, dass die Fittings bis einschließlich Dimension 54 mm mit vorhandenem Presswerkzeug verpresst werden können, solange die Pressbacken bzw. -schlingen die Originalkontur SA, V oder M aufweisen. Für größere Dimensionen können die Originalkonturen SA und M genutzt werden.

Auf diese Weise werden Fehler minimiert und eine hohe Sicherheit erzielt. Schaden verursachende Verwechslungen von Pressbacken auf der Baustelle sind praktisch ausgeschlossen. Durch die Gleithaftung (auch Push & Stay genannt) kann die Montage problemlos ausgeführt werden, unabhängig von der Position der Rohre und Fittings. Zusammen mit der Zwangsundichtigkeit vor dem Pressen führt dies zu einer einfachen und sicheren Installation.

Fazit

Vorrangiges Ziel der aktuellen Generalsanierung war es, das Kloster wieder als solches erlebbar zu machen und eine qualitativ hochwertige Gebäudetechnik zu installieren. Der im Laufe der Jahrhunderte gewachsene Komplex wurde auf seine ursprüngliche Struktur rückgeführt und gleichzeitig behutsam wie gelungen modernisiert. Dazu gehört auch die neue Trinkwasserinstallation, die eine dauerhaft hygienische Wasserversorgung und -verteilung sicherstellt. Hier trägt Sanha mit den bleifreien Komponenten ebenso einen wichtigen Teil bei wie bei der Wärmeverteilung mit „Sanha-Therm“. Das Projekt konnte nach etwas mehr als zwei Jahren abgeschlossen werden.

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