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Notfall-Hilfe bei Flutschäden: Was bei Überschwemmungen an der Trinkwasserinstallation zu beachten ist

Die im Januar 2023 veröffentlichte Expertenempfehlung VDI/DVQST-EE 3810 Blatt 2.2 ergänzt das Regelwerk zur Trinkwasserhygiene. Erstmalig fasst sie Maßnahmen zusammen, wie bei Überschwemmungen mit der Trinkwasserinstallation zu verfahren

Als im Juli 2021 die Wassermassen das Ahrtal in Rheinland-Pfalz und Teile Nordrhein-Westfalens überfluteten, war Deutschland geschockt. Zu den Menschen, die fassungslos die Bilder in den Nachrichten verfolgten, gehörte Dirk Schulze. Als Experte für Trinkwasserhygiene und mit seinem Hintergrund als Installateur- und Heizungsbauermeister fiel ihm bald auf: Bislang gab es keine Unterlagen, die regelten, wie bei einer Überflutung mit der Trinkwasserinstallation umzugehen ist. So durfte es nicht bleiben.

Mit Flutschäden ist auch künftig zu rechen

Seit Januar 2023 ist nun die Expertenempfehlung VDI/DVQST-EE 3810 Blatt 2.2 mit dem Titel „Betreiben und Instandhalten von Gebäuden und gebäudetechnischen Anlagen – Trinkwasser-Installationen – Maßnahmen bei Überflutung“ erhältlich, die Dirk Schulze auf den Weg gebracht hat. „Dem ausführenden Handwerk geben wir damit ein wichtiges Instrument an die Hand“, sagt VDI-/DVQST-Technikreferent Schulze. Neben der Sanierung thematisiert die Expertenempfehlung geeignete Präventiv- und Sofortmaßnahmen zum Schutz der Trinkwasserhygiene. „Wir werden auch in Zukunft mit Überflutungen rechnen müssen“, betont Schulze. Wiederkehrende Starkregenereignisse und der Klimawandel stellen die Technische Gebäudeausrüstung damit vor neue Herausforderungen.

Eindeutige Handlungsempfehlung für Fachpersonal

Das neue Blatt schafft Orientierung bei Überflutungen: Zur Prävention rät es, die Hauptsperreinrichtung frühzeitig vor dem zu erwartenden Hochwasserereignis abzudrehen. Während der Überschwemmung steht der Selbstschutz im Vordergrund. Nach der Überflutung ist schnelles Handeln gefragt: Durchnässte Teile sind zu entfernen; verschmutzte Bauteile und Armaturen sind zu reinigen und zu trocknen. Wichtig ist zudem eine chemische und mikrobiologische Prüfung des Wassers. Erweist sich das Wasser nach der labortechnischen Untersuchung als unbedenklich, gilt es, die gesamte Trinkwasserinstallation gründlich zu spülen. Eine Bestandsaufnahme schließt jede Sanierung ab. Eine Checkliste vervollständigt deshalb die Expertenempfehlung. Wie hoch stand das Wasser? Welche Präventivmaßnahmen sind umgesetzt worden? In welchem Zustand befinden sich die Bauteile der Trinkwasserinstallation? Die Checkliste ersetzt das Handwerker-Bauchgefühl durch eine fundierte Analyse.

Die Trinkwasserverordnung als Vorbild

Die Expertenempfehlung VDI/DVQST-EE 3810 Blatt 2.2 orientiert sich an den Grundsätzen der Trinkwasserverordnung: dem Besorgnisgrundsatz sowie dem Vorsorgeprinzip. „Dazu gehört, eine Trinkwasserinstallation immer entlang des Fließwegs zu prüfen. Von der Versorgungsleitung zur Hausanschlussleitung, zur Wasserzählanlage, bis zum Übergabepunkt an den Endkunden.“ Bei der VDI/DVQST-EE 3810 Blatt 2.2 handelt es sich um die zweite Expertenempfehlung, die Dirk Schulze umgesetzt hat. Mit VDI/DVQST-EE 3810 Blatt 2.1 hat er sich bereits mit dem Thema „Betreiben und Instandhalten von Gebäuden und gebäudetechnischen Anlagen – Trinkwasser-Installationen – Außerbetriebnahme und Wiederinbetriebnahme“ auseinandergesetzt. „Wir haben zwei Lücken im Regelwerk geschlossen“, sagt er. Für das Ahrtal könne man die Zeit nicht zurückdrehen. „Aber in Zukunft werden wir besser gerüstet sein.“


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