Der etwas andere Nachruf: Visionär Loriot

Einen Nachruf als Glosse zu formulieren, ist in etwa so geschmackvoll wie Hunde, die Menschen als Haustiere halten – für gewöhnlich! Nicht jedoch, wenn der Nachruf an Loriot gerichtet ist, der für die Branche mit seinem Badewannen-Sketch der Herren Müller-Lüdenscheidt und Doktor Klöbner sowie einer nicht unbedeutenden Quitscheente wichtige Pionierarbeit leistete. Mit diesem Sketch zeigte er den Weg zukünftiger Bad-Trends auf, an die zu dieser Zeit im Jahre 1978 noch kein Badnutzer dachte. Funktional sollte die Nasszelle damals sein. Gedanken, ob des Badeaktes eigentlich fremde Unterhaltungsaccessoires wie etwa eine Quitscheente zu Wasser gelassen werden können, beschäftigte zu diesem Zeitpunkt niemanden. Dieses sanitärspezifische Zwiegespräch zweier gut situierter Herren, die sich im Adamskostüm über ihre Badegewohnheiten in aller Öffentlichkeit des deutschen Rundfunks ausgelassen haben, dürfte wohl als Initialzündung des gesamtdeutschen Wellnesstrends angesehen werden. Dabei sensibilisiert dieser Sketch nicht nur für die ungeheure Wasserverschwendung des Badens, dieses Waschsekret wird im weiteren Verlauf des Gesprächs sogar als Druckmittel verwendet, was als handfeste politische Anklage zu verstehen ist und bereits damals auf die Notwendigkeit des Trinkwassersparens hinwies. Nur dadurch, dass Herr Müller-Lüdenscheidt jedoch auf dem Stöpsel sitzt, wird ein erneutes Ablassen des Wanneninhalts verhindert. Mit dieser Positionierung zum Thema Trinkwasser zeigte Loriot auch schon kurz vor der damaligen Energiekrise Parallelen zum Energiemarkt auf und gab Lösungsansätze, die wir erst heute durch Energie- und Wassereinsparung fast ein Vierteljahrhundert später umzusetzen versuchen. Loriots Empfehlung ist schlicht aber genial: Einfach mal auf dem Stöpsel sitzen bleiben.

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