Füllwasseraufbereitung für Schweizer Wohnhaus

Entsalzung zur Anlagen-Inbetriebnahme

Um 31 Stockwerke mit drei Lüftungssystemen und drei Druckzonen auf optimales Wohn- und Arbeitsklima einzustellen, gilt es einiges zu bedenken. Unter anderem die Qualität des Füllwassers. Damit der neu errichtete Jabee-Tower in Dübendorf auch heizungs- und klimatechnisch absolut auf der Höhe der Zeit ist, setzte die ID Lufttechnik und Anlagenbau AG bei der Anlagen-Inbetriebnahme auf die Inline-Entsalzungsmethode der perma-trade Wassertechnik. Mit „permaLine“ konnte das Anlagevolumen von 28 m3 nach den Vorgaben der VDI-Richtlinie 2035 schnell und sicher aufbereitet werden.

Wie ein gigantischer Lippenstift schraubt er sich weithin sichtbar in den Himmel: der Jabee-Tower. Der lichte Zylinder mit der schräg zulaufenden Spitze misst imposante 100 m und schafft auf 31 Stockwerken Raum für 220 Mietwohnungen, eine Gewerbefläche mit vier Nutzern und zwei Eigentumswohnungen. Benannt nach dem Gemüsebauern und Firmengründer Jakob Beerstecher, wurde der Jabee-Tower von Architekt Mike Sattler in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Dübendorf konzipiert und wohl durchdacht in die Umgebung eingebunden. Die Konzentration der Baumasse in einen futuristischen Hochbau soll eine hohe Wohn- und Freiraumqualität und beste Aussichten auf ein generationenübergreifendes Konzept eröffnen – für junge Metropolitans ebenso wie für Familien und ältere Menschen. Da in die Höhe gebaut wurde, konnte rund um den Tower auf dem 10.000 m² großen Gelände viel Parkfläche gewonnen werden. Im Sockelgeschoss des Towers ist die Ansiedlung von Kleingewerbe, Läden und Restaurants vorgesehen, um eine gelungene Mischung aus „grüner Oase“ und pulsierendem Stadtleben zu schaffen. Der Jabee-Tower soll dabei nicht nur Hingucker sein, sondern auch seinerseits schönste Ausblicke vermitteln. So verfügt jede Wohnung über außenwandfüllende Fensterflächen und einen Balkon über die gesamte Wohnungsbreite, was den Gesamteindruck an Transparenz und Leichtigkeit weiter hervorhebt. Bevor zum Herbst 2019 im Turm eingezogen werden kann, musste zunächst optimales Wohnklima gesichert werden – ein Fall für intelligente Haustechnik-Planung.

Durchdachtes Haustechnik-Konzept

Wer hoch hinaus will, braucht neben intelligenter Planung zugleich eine solide Basis und erstklassige handwerkliche Kompetenz. Denn bei einem Bauwerk dieser Dimension sind nicht nur die Baustatik, sondern auch die haustechnischen Installationen mehr als anspruchsvoll. Damit im Jabee-Tower durch alle Höhen und Tiefen der Wetterlagen und über die Jahreszeiten hinweg stets für optimales Raumklima gesorgt ist, wurde die ID Lufttechnik und Anlagenbau AG als zuverlässiger und qualifizierter Partner für Gesamtlösungen rund um Gebäudetechnik und Gebäudebewirtschaftung mit dem Haustechnik-Konzept betraut. Massimo Covello zeichnete dabei als Projektleiter für Heizung und Kälte verantwortlich. Eine seiner besonderen Herausforderungen bestand darin, dass sich – bedingt durch die Höhe des Objekts – verschiedene Druckzonen ergaben, die es bei den Planungen zu berücksichtigen galt. Das Projekt gliederte sich dadurch in drei Abschnitte:

Im ersten Abschnitt widmete sich Covello der Inbetriebnahme der Kapag-Wärmepumpe für die erste Druckzone vom ersten bis zum 15. Stockwerk sowie der zweiten Druckzone vom 16. bis zum 30. Stockwerk. Im zweiten Abschnitt ging es um die Inbetriebnahme der Brauchwasserwarmpumpe. Als letzter Schritt wurde bis Ende Februar 2019 das 31. Stockwerk betriebsbereit gemacht. Hier gibt es eine groß angelegte Pool-Anlage, die über eine eigene Luftwärmepumpe beheizt wird.

VDI-Richtlinie 2035 berücksichtigt

Das komplette Heizsystem des Objekts wird rein über Kapag-Wärmepumpen betrieben. In allen Wohnungen gibt es Fußbodenheizungen, wobei es bei den Bodenheizungsverteilern ebenfalls zwei verschiedene Druckzonen zu berücksichtigen galt, eine Hochdruckzone bis 10 bar und eine Niederdruckzone bis 3 bar. Darüber hinaus ist in einem Gebäude dieser Größenordnung natürlich auch ein entsprechendes Kühlsystem fest eingeplant. Damit Heiz- und Kältesysteme von Anfang an auf optimale Energieeffizienz und reibungslosen Betrieb eingestellt sind, musste besonderes Augenmerk auf die Füllwasserqualität gelegt werden. Denn je nach seiner chemischen Zusammensetzung kann normales Leitungswasser als Füllwasser mit den in modernen Heizsystemen verwendeten Materialien schädliche Wechselwirkungen in Gang setzen. Dann bilden sich in Verbindung mit hartem Wasser unerwünschte Beläge, die sich negativ auf die Energieeffizienz auswirken. Auch im Wasser enthaltene korrosive Salze sowie ein falscher pH-Wert können sich negativ auswirken. Die Folge: Funktionsstörungen bis hin zu Korrosionsschäden, was meist mit hohen Kosten verbunden ist. Zum Schutz von Heizsystemen gibt es deshalb die VDI-Richtlinie VDI-2035, die genaue Vorgaben zur Füll- und Umlaufwasserwasserqualität macht und zudem die Grundlage für eventuelle Gewährleistungs- bzw. Garantieansprüche bildet.

Füllwasseraufbereitung im laufenden Betrieb

Um das Füllwasser in einer komplex und extrem groß angelegten Heizungsanlage wie im Jabee-Tower nach den Vorgaben der geltenden Richtline einzustellen, war lange Zeit jede Menge Arbeits- und Zeitaufwand erforderlich. Dank der Inline-Entsalzungsmethode der Firma perma-trade Wassertechnik (www.perma-trade.de) werden heute jedoch selbst größere Herausforderungen absolut tragbar. Denn das einfach zu bedienende mobile Gerät „permaLine“ arbeitet nach wenigen Handgriffen weitestgehend selbstständig und braucht nicht über den gesamten Prozess beaufsichtigt zu werden. Dank dieser Methode konnte selbst die 637 kW starke Anlage im Jabee-Tower mit einem Volumen von 28 m3 einfach und sicher aufbereitet werden. Dazu wurde „permaLine“ über einen Bypass vom Rücklauf her kommend in den Heizkreislauf eingebunden. Zunächst fließt das Wasser dabei durch einen feinporigen Tiefenfilter, der Trübstoffe und Magnetit effizient entfernt. Anschließend wird es in einer Entmineralisierungseinheit weiter aufbereitet. Im Jabee-Tower kamen für die Aufbereitung des Primär-Kreis-Speichers insgesamt acht 21.000er „permasoft“ Entmineralisierungseinheiten zum Einsatz, für die Druckzone 1 noch weitere zwei. Jeweils drei dieser Entmineralisierungseinheiten lassen sich dabei gleichzeitig in Reihe schalten. Beim Durchfließen der Entmineralisierungseinheiten werden neben Härtebildnern wie Magnesium und Calcium auch korrosive Salze wie Chlorid und Sulfat entfernt. Im Gegensatz zu einer Enthärtung, die in diesem Fall von vornherein erst gar nicht in Frage gekommen wäre, da das Umlaufwasser nach der Richtlinie eine Leitfähigkeit < 200 μS / cm haben muss, hat das Wasser nach der Entmineralisierung eine stark reduzierte elektrische Leitfähigkeit. Dies zeigen auch die Wasserproben vor Ort im Jabee-Tower: Während das Rohwasser zunächst eine Härte von 32° fH (entspricht 17,92° dH) und eine Leitfähigkeit von 550 µS/cm aufwies, waren nach der Aufbereitung mit „permaLine“ die Umlaufwasser-Werte mit einer Gesamthärte von 1,9 fH (< 1° dH), einer Leitfähigkeit von 63 µS/cm und einem pH-Wert von 8,7 in einem optimalen Bereich.

Somit ist das Heiz- und Kühlsystem im Jabee-Tower künftig mit „allen Wassern“ gewaschen und auf optimale Energieeffizienz und maximale Betriebssicherheit eingestellt.

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