Kolumne: Fachkräfte & Qualifizierung

Nachwuchsinitiative für Innungsbetriebe

Das SHK-Handwerk hat bereits seit 2008 jährlich steigende Umsatzzahlen zu vermelden. Vor allem das Modernisierungsgeschäft trug in den letzten Jahren zu dieser positiven Entwicklung bei. Doch je voller die Auftragsbücher werden und je stärker das Tagesgeschäft in den Mittelpunkt rückt, desto weniger Zeit bleibt dafür, Entscheidungen für eine erfolgreiche Zukunft zu treffen. Denn Stichworte wie „Fachkräftemangel“ und „Nachwuchssorgen“ sind längst in der Branche angekommen. Nun wird es „Zeit zu starten“, meint auch der ZVSHK und stellte der Fachöffentlichkeit auf der IFH/Intherm 2016 seine Nachwuchsinitiative vor.

Ein Zuwachs von 1.700 Beschäftigten und eine weitestgehend konstante Zahl an Ausbildungsanfängern können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Nachwuchsgewinnung auch 2016 wieder eins der großen Branchenthemen sein wird. Wie Manfred Stather, Präsident des Zentralverbandes Sanitär Heizung und Klima, auf der IFH/Intherm 2016 feststellte, wird das Ringen um qualifizierte Auszubildende und Nachwuchskräfte von Jahr zu Jahr härter. Das liege unter anderem daran, dass mittlerweile viele Branchen aktiv in Nachwuchswerbung investieren.

„Ein wichtiger Faktor dabei ist die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe“, so Stather. Zünftig sei es umso entscheidender, hier zu investieren. Denn Grundlage einer hohen fachlichen Qualifizierung ist nach wie vor eine gute Ausbildung.

Ein weiteres Problem für das Handwerk, stelle der zunehmende „Akademisierungswahn“ dar, merkte Stather weiter an. Die Anzahl der Abiturienten wächst. Und während sich 2015 rund 140.000 Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk entschieden, waren es im selben Jahr über eine halbe Millionen Erstsemester, die in Deutschland ein Hochschulstudium aufnahmen. Gründe hierfür können vielfältiger Natur sein. Festzuhalten ist aber, dass Jugendliche früh genug über ihre Möglichkeiten informiert werden müssen, um auch in Zukunft die Qualifizierung von Fachkräften sicherzustellen.

Wunsch und Wille sind jedoch nicht die einzigen Faktoren, die einem auf der Suche nach einem passenden Auszubildenden im Wege stehen können. Nicht zuletzt sind Zeit und Know-how bei der Nachwuchswerbung entscheidend, denn gescheiterte Versuche, Jugendliche für eine Ausbildung zu begeistern, findet man laut Stather im Internet zuhauf.

Nachwuchsinitiative des ZVSHK

Begleitet von intensiver Marktforschung hat ein Arbeitskreis von Kommunikations- und Marketingexperten der 17 Landesverbände unter Federführung des ZVSHK eine Nachwuchsinitiative erarbeitet, die Innungsbetriebe bei der Werbung um potentielle Auszubildende unterstützt. Die Kampagne steht unter dem Motto „Zeit zu starten“ und richtet sich an junge Menschen, um das Interesse für die vier SHK-Berufe „Anlagenmechaniker/in SHK“, „Behälter und Apparatebauer/in, „Klempner/in“ sowie „Ofen- und Luftheizungsbauer/in“ zu wecken. Die Empfehlung des ZVSHK: Bei einem Praktikum können Interessierte erste Erfahrungen sammeln, um eine Grundlage für die Berufswahl zu haben. Aus diesem Grund sind Zielgruppe der Kampagne auch Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10, die ein Schülerpraktikum absolvieren. Die Schüler erfahren, wie ein typisches Praktikum im SHK-Beruf aussieht und erhalten Bewerbungstipps.

Pro Gewerk gibt es einen Kurzfilm, einen Infoflyer sowie einen Vortrag für Schüler. Innungsbetriebe können das Material exklusiv bei ihren Landesverbänden anfragen.

Die durchgeführten Marktforschungen haben ergeben, dass Jugendliche in Sachen Berufswahl Wert auf eine offene und ehrliche Darstellung des Berufsalltags legen. Mit Hilfe der Materialien können Ausbilder am besten zusammen mit einem Azubi an Schulen gehen, selbst mit den Schülern sprechen, und auf professionelle Weise das Unternehmen und den Beruf vorstellen. Zusätzlich stützen ein Internetauftritt und Social-Media Angebote die Kampagne. Auf der Webseite www.zeitzustarten.de finden Interessierte alle Infos zu den vier Gewerken und mögliche Ausbildungsbetriebe in der Nähe.

Fazit

Ein Praktikum eignet sich gut, um potentielle Auszubildende kennenzulernen. Und auch der Praktikant erfährt hautnah, was in dem Beruf von ihm erwartet wird. Denn auch die Marktforschung hat deutlich gemacht, dass keine noch so gut gemachte Aktion das persönliche Erlebnis ersetzen kann. Mit Hilfe der Kampagne „Zeit zu starten“ können Betriebe effektiv nach geeignetem Nachwuchs suchen. Das eigene Fachwissen zusammen mit den Kampagnenmaterialien bilden eine gute Kombination, um Schüler nachhaltig für die SHK-Berufe begeistern zu können. Denn das Wichtigste ist, die Schüler da abzuholen, wo sie stehen. Nehmen Sie sich die Zeit, Schülern die vielen Seiten der SHK-Berufe nahe zu bringen und investieren Sie in eine erfolgreiche Zukunft. Langfristig wird sich der Einsatz lohnen!

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