Unsachgerechte Arbeit zeigt Folgen

Kupferrohrbruch

durch Flussmittel in der Leitung

Rohrbrüche an Kupferrohre können verschiedene Ursachen haben – unsachgerecht ausgeführte Arbeiten zum Beispiel. So können nicht entfernte Flussmittel beim Weichlöten unangenehme Folgen haben.

An einer etwa zehn Jahre alten Trinkwasserinstallation kam es zu mehreren Rohrbrüchen. Nach dem jüngsten Schaden sollte das IFS die Ursache klären. Daher schickte der Auftraggeber die betroffenen Abschnitte der Leitungen zur Untersuchung ins Labor. Es handelte sich bei allen Asservaten um Kupferrohre der gleichen Leitung, deren Verbindungen durch Weichlöten mit Hilfe von Lötfittings hergestellt wurden.

Von außen waren keine Rohrbrüche zu erkennen. Erst bei einer Dichtigkeitsprüfung mit Luft unter Wasser wurden die Löcher für das bloße Auge sichtbar.

Korrosionsgeschädigte Kupferrohre

Nach dem Auftrennen der Kupferrohre wurde der Blick auf eine grüne, unregelmäßige Deckschicht frei. Bei allen Asservaten zeigte sich das gleiche Bild: Die Bereiche der gelöteten Verbindungsstellen waren massiv korrosionsgeschädigt. An einigen Stellen gab es bereits Löcher, an anderen war das Material zumindest erheblich dünner geworden. Wären die Rohre eingebaut geblieben, hätten weitere Rohrbrüche bevorgestanden.

Bei der Analyse der Elemente unter dem Rasterelektronenmikros­kop (REM) fand die Gutachterin in den Korrosionsprodukten Zinn (aus dem Weichlot) und Zink (aus dem Flussmittel). Weichlottropfen an den Verbindungsstellen in den Rohren waren auch ohne Mikroskop deutlich zu sehen.

Flussmittel entfernen

Nach DIN 1988 Teil 2, Abschnitt 11.2, müssen die beim Weichlöten verwendeten Flussmittel vor der Inbetriebnahme aus Trinkwasserinstallationen gespült werden. Die darin enthaltenen Zinkverbindungen wirken – wie hier geschehen – korrosiv auf das Kupfermaterial der Rohre. Die relativ großen Mengen Weichlot in den Rohren und die offenbar nicht ausreichende Spülung haben zu der Lochkorrosion in dem Leitungssystem geführt. Der Installateur hatte die Vorschriften nicht beachtet und seine Arbeit nicht sachgerecht ausgeführt.

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