Legionellenkontaminationen in Wohnhäusern

Alarmierende Zahl in Wasserleitungssystemen / Ultrafiltration bietet wirksamen Schutz

Seit der Novellierung der Trinkwasserverordnung zum 1. November 2011 gelten erheblich verschärfte Grenzwerte für Legionellen im Trinkwasser. Seitdem müssen Eigentümer von Mietshäusern, die einen großen, zentralen Boiler betreiben, ihre Anlage einmal jährlich kontrollieren lassen und die Ergebnisse dem Gesundheitsamt melden. Die erste Bilanz nach einem Jahr fällt alarmierend aus. Allein in München wurden in etwa 40 % der untersuchten Mehrfamilienhäuser die Grenzwerte überschritten. Dabei wurde erst ein Bruchteil der Wohnhäuser geprüft. Hausbesitzer tun gut daran, sich schnell um wirksamen Schutz zu kümmern. Wirksame Abhilfe schaffen nur entsprechende Wasserfilteranlagen.

Die gesundheitliche Gefährdung durch Legionellen wurde lange Zeit unterschätzt. Der Gesetzgeber hat im November 2011 mit der geänderten Trinkwasserverordnung auf die hohen Erkrankungs- und Sterblichkeitsraten bei Legionellose reagiert. Betroffen sind neben kommunalen oder privaten Betreibern von Bädern, Schulen, Kindergärten, Alten- und Pflegeheimen, Hotels sowie Krankenhäusern vor allem Eigentümer gewerblicher und privater Immobilien, Vermieter und Hausverwaltungen. Eigentümer von Mehrfamilienhäusern, in denen sich eine zentrale „Großanlage zur Trinkwassererwärmung“ befindet, müssen entsprechend den neuen gesetzlichen Vorgaben einmal jährlich ihr Wasserleitungssystem durch systemische Untersuchungen an verschiedenen Probenahmestellen auf Legionellen überprüfen lassen. Legionellen sind Keime, die in beinahe allen Wassergewinnungen vorkommen und oft schon in großer Zahl durch öffentliche Leitungen in die Gebäude gelangen. In warmem Wasser und vor allem in stehenden Bereichen von Leitungsnetzen vermehren sie sich explosionsartig. So verdoppelt sich die Legionellenzahl bei optimalen Bedingungen (20 – 50 °C) alle 20 Minuten. Legionellen gefährden den Menschen nicht durch Trinken, sondern durch Einatmen kleinster Wassertröpfchen, beispielsweise beim Duschen. Das kann auch bei gesunden Menschen zur Legionellose, einer schweren Lungenentzündung, führen, die bisweilen tödlich verlaufen kann. So werden jedes Jahr etwa 33 000 Fälle von Legionellose in Deutschland registriert, ca. 1200 Menschen sterben daran. Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher liegen. Eigentümer von Mietshäusern mit zentraler Warmwassererzeugung müssen nun das Trinkwasser in ihrem Gebäude jährlich untersuchen lassen. Erste Ergebnisse nach einem Jahr sind alarmierend, wie am Beispiel München deutlich wird. Das Münchner Gesundheitsreferat hat bereits bei 800 Mietshäusern eine Überschreitung des Legionellen-Grenzwerts festgestellt, obwohl bislang erst Befunde von ca. 2000 Anlagen zur Trinkwasser-Erwärmung vorliegen. Nach Schätzung des Gesundheitsreferats gibt es in München bis zu 50 000 solcher Anlagen mit Speichervolumen von über 400 l. Dieser Wert von ca. 40 % Überschreitungen des so genannten „technischen Maßnahmenwerts“ dürfte repräsentativ sein und lässt sich auf deutschlandweit knapp 1,2 Mio. kontaminierte Großanlagen hochrechnen.

Maßnahmen zur Senkung der Legionellenzahlen

Wird der „technische Maßnahmenwert“ von 100 KBE (Kolonie bildende Einheiten) pro 100 ml für Legionellen erreicht oder überschritten, muss der Betreiber sofort das zuständige Gesundheitsamt informieren. Dieses entscheidet, ob eine Gesundheitsgefährdung vorliegt und der Betrieb der Anlage ggf. unterbrochen werden muss. Danach werden entsprechende Maßnahmen vorgegeben, um die Grenzwerte wieder zu unterschreiten und die Wasserqualität in den betroffenen Gebäuden zu verbessern. Doch welche Gegenmaßnahmen können ergriffen werden und wie wirksam sind diese? Neben der physikalischen Bekämpfung der Keime durch UV-Bestrahlung oder Ultraschall-/UV-Behandlung gibt es die kontinuierliche chemische Desinfektion durch Chlor oder andere Desinfektionschemikalien sowie die thermische Desinfek­tion, bei der das Wasser im Leitungssystem wenigstens 20 Minuten auf mindestens 70 °C erhitzt wird. Allen beschriebenen Maßnahmen gemeinsam ist eine mehr oder weniger schlechte Erfolgsquote. Sie lösen das Problem nicht auf Dauer, führen oft nur zu einer zeitweisen Verbesserung, manchmal sogar zu einer Verschlechterung des Zustands. Denn Legionellen überleben zum Teil Desinfektionsmaßnahmen ebenso wie thermische Desinfektion, geschützt durch starken Biofilm, also dem natürlichen Wuchsbelag einer Wasserleitung. Nach Ende einer Desinfektion, die meist nicht länger als ein paar Minuten dauert, kommen sie wieder aus dem Biofilm hervor. Oft reicht die Desinfektionsmaßnahme überhaupt nicht bis an die Stelle der Verkeimung heran, weil sich diese in Toträumen wie Armaturen, Pressfittingverbindungen oder ähnlichen Orten befindet. Weitere Nachteile der beschriebenen Maßnahmen: Abgetötete Legionellen und andere Keime bleiben als Nährboden für künftige Generationen im Leitungssystem, zudem geben Keime, die solche Desinfektionsmaßnahmen überleben, ihr widerstandsfähiges Erbgut an benachbarte Keime weiter. Oxidationsmittel wie Chlor oder Ozon greifen die Rohrleitungsmaterialien an, führen zur Korrosion in metallischen Leitungen und damit zur Bildung rauher Oberflächen, die wiederum das Wachstum von Biofilm besonders begünstigen.

Ultrafiltration als wirksamste Technologie gegen Legionellen

Seccua (www.seccua.de), ein Unternehmen auf dem Gebiet der standardisierten Ultrafiltrationsanlagen, empfiehlt Ultrafiltration als wirksamste Technologie gegen Legionellen, aber auch sämtliche andere Krankheitserreger, Schadstoffe, Parasiten und Trübungen. Als sehr wirkungsvoll hat sich der Einbau einer Ultrafiltrations­anlage am Ort der Übergabe vom Versorgungsnetz ins Gebäude und/oder in die Warmwasser-Zirkulationsleitung erwiesen. Solche Filter verfügen über eine Membran, deren Poren nur ca. 15 Millionstel mm groß sind. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist über 3000-mal so dick. So bilden die Poren des Filters eine 100-%ige Barriere gegen sämtliche Keime, also auch Legionellen. Die Herausfilterung von mehr als 99,99 % aller Keime durch Ultrafiltration wurde in umfangreichen wissenschaftlichen Tests nachgewiesen. Das Leitungswasser ist hinterher in mikrobakteriell einwandfreiem Zustand und kann bedenkenlos für die Warmwasserbereitung verwendet werden. Darüber hinaus bleiben bei der Ultrafiltrierung keine toten Mikroorganismen im Wasser zurück, wodurch das Wiederverkeimungspotential sehr gering ist. Vermieter, die sicherstellen wollen, dass die Legionellenwerte in Ihrem Wohnhaus dauerhaft unter den strengen Grenzwerten bleiben, sollten über den Einbau entsprechender Wasserfilteranlagen mit Ultrafiltrationstechnologie nachdenken. Diese werden – praktisch wie eine Firewall – am Übergabepunkt ins Wasserleitungssystem des Hauses eingebaut und sorgen in Zukunft für einwandfreie Qualität des Trink- und Brauchwassers. Die Ultrafiltrationstechnologie bietet eine preiswerte, wartungsarme und nahezu 100-%ig sichere Lösung.

Die Kosten für Erwerb, Einbau und Wartung solcher Anlagen sind niedrig. Ultrafiltrationsanlagen, wie die von Seccua, erkennen heute automatisch den Verschmutzungsgrad der Filter und führen selbstständig in den richtigen Abständen Filterspülungen durch. Dadurch erzielen die Filter sehr lange Standzeiten und äußerst günstige Betriebskosten.

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